Inspire Einheit 38: Mose ist Gott ungehorsam

Wie funktioniert das INSPIRE Curriculum?

In jeder Einheit geht ihr durch mehrere interaktive Diskussionsphasen. Die Diskussionsfragen helfen euch, junge Menschen in ihrem Lesen und Interpretieren der Bibel zu fördern.

Für wen ist INSPIRE gemacht?

  • Für Gruppen mit 6 bis 30 Jugendlichen
  • Für junge Menschen zwischen 11 und 17 Jahren
  • Für Jugendleiter:innen mit wenig Zeit

Wie funktioniert es?

  1. Phase: Herausfinden, was im Text passiert
  2. Phase: Die wichtigsten Teile des Textes identifizieren
  3. Phase: Den Inhalt auf unsere Situation anwenden
  4. Phase: Verstehen, was Gott heute sagt

Ohne Bibel geht’s nicht

Da dieses Curriculum ein Hilfsmittel zum Verstehen der Bibel ist, funktioniert es am besten, wenn jede:r Jugendliche eine Bibel zur Hand hat. Bitte jede Woche jemanden, den Text vorzulesen, während die Jugendlichen mitlesen. Es ist auch praktisch, wenn sie während des Teachings ihre Bibeln offen vor sich haben, sodass sie ihre Antworten auf Textbelege stützen können, und nicht nur raten.

💡
Pro-Tipp: Schau dir als Leiter:in die Fragen und Spiele vorher an, um dich mit Bibeltext, Thema und den Spielen vertraut zu machen.

Andacht

Icebreaker – Schiffe versenken

⏱ 5 Minuten

Zeichne ein 10×10-Raster auf eine Flipchart und auch auf ein normales Blatt Papier. Schreibe die Buchstaben A bis J neben jede Zeile entlang der vertikalen Achse und die Zahlen 1 bis 10 neben jede Spalte auf der horizontalen Achse. Zeichne auf deinem kleinen Blatt Papier die Positionen von 4 Schiffen ein. Ein Schiff ist 2 Felder lang, eines 3 Felder, eines 4 Felder und eines 5 Felder lang. Halte die Lösung versteckt.

Sag der Gruppe, dass die feindliche Marine euer Land angreift, jeder von ihnen eine Rakete hat. Sie können zum Flipchart gehen und einen Kreis in ein Feld zeichnen (um ihre Rakete abzufeuern). Wenn es die gleiche Gitterreferenz (Bsp. A7) wie ein Schiff auf deinem Blatt hat, sagst du »Treffer« und ziehst ein X durch das Quadrat. Wer das Schiff erfolgreich getroffen hat, darf eine weitere Rakete abfeuern. Ziel ist es, alle feindlichen Schiffe zu zerstören.

Diskussionsstarter

⏱ 5 Minuten

Als Nächstes folgt ein Test, bei dem die Anweisungen befolgt werden müssen. Gib jeder Person ein Blatt, auf dem Folgendes steht:

Bitte lies alle Anweisungen, bevor du etwas tust. Du hast 5 Minuten Zeit, um diese Aufgabe zu erledigen.

  1. Nimm Stift und Papier.
  2. Schreibe deinen Namen oben auf das Blatt.
  3. Schreibe die Zahlen 1 bis 5, eine pro Zeile.
  4. Zeichne fünf kleine Kreise neben der 1.
  5. Setze ein »X« in den zweiten und vierten Kreis neben der 1.
  6. Schreibe das Wort »Enzyklopädie« neben die 3.
  7. Multipliziere auf der Rückseite des Papiers 7 × 9.
  8. Setze ein X in die untere rechte Ecke des Papiers.
  9. Zeichne einen Kreis um das soeben gesetzte X.
  10. Unterstreiche deinen Namen.
  11. Sag deinen Namen laut.
  12. Zeichne einen Kreis um die 4.
  13. Zähle die Wörter in diesem Satz und schreibe die Antwort neben die 2 auf deinem Blatt.
  14. Setze ein Quadrat um die 1 und die 5.
  15. Stanze 3 kleine Löcher irgendwo in das Papier.
  16. Schreibe deinen Vornamen neben 4.
  17. Schreibe das heutige Datum neben die 5 auf deinem Blatt.
  18. Kreise jeden Buchstaben »E« ein, den du geschrieben hast.
  19. Steh auf und sagen »ICH BIN ZUERST FERTIG«, wenn du der Erste warst, andernfalls sagst du laut »ICH BIN FERTIG« und setzt dich dann wieder hin.
  20. Nun, nachdem du alle Anweisungen gelesen hast, überspringe alle bis auf die ersten beiden! Wenn du die Anweisungen richtig befolgt hast, sollte nur dein Name auf dem Papier stehen!

Erzähle, wie man sich während einer Prüfung fühlt, wenn es so aussieht, als ob jemand den Test super früh beendet und sein Blatt schon umgedreht hat (oder abgegeben hat), während du ihn noch nicht einmal zu Ende gelesen hast, oder andere Prüfungserfahrungen.

Warum tun wir wohl das Falsche, obwohl uns die Anweisungen klar und deutlich sagen, was wir tun sollen? (Diskutiert. Vielleicht verpassen wir Dinge, wenn wir uns gehetzt oder nervös fühlen.)
Wenn ihr mit einer bestimmten Aufgabe vertraut seid, warum achtet ihr dann vielleicht nicht so sehr auf die Anweisungen? (Diskutiert. Wenn man es schon einmal gemacht hat, denkt man vielleicht, dass man weiß sowieso, was zu tun ist, ohne die Anweisungen zu lesen.)
Welche Stolperfallen gibt es bei dieser Herangehensweise? (Am Ende kann man dumme Fehler machen.)
Wie fühlst du dich, wenn dir eine Lehrerin oder ein Lehrer sagt, dass du etwas tun sollst, das du nicht tun willst? Oder etwas, das dir zu einfach scheint? (Diskutiert)

Teaching 1

⏱ 10 Minuten

📖 LEST 2.  Mose 13,17-22

Mose und die Israeliten verlassen also endlich Ägypten! Was war der einfachste Weg ins Gelobte Land? (Es war durch das Land der Philister.)
Wer waren die Philister nochmal? (Sie waren Israels Feinde. Oder zumindest eine aggressive Nation, die eine kampfbereite Armee hatte.)
Und was waren die Vorteile, durch das Land der Philister zu gehen? (Es waren nur etwa 400 km, was zu Fuß weniger als einen Monat gedauert hätte.)
Könnt ihr euch vorstellen, inwiefern es einfacher gewesen wäre? (Es war kürzer. Sie hätten nicht das Rote Meer durchqueren müssen, hätten nicht riskiert, sich leicht zu verirren oder auf andere unfreundliche Völker zu stoßen.)
Inwiefern war es schwieriger? (Sie hätten sofort in den Kampf ziehen müssen, und Gott hielt die Israeliten nicht für kampfbereit.)
Was sagt uns das darüber, wie gut Gott uns kennt und für uns sorgt? (Er weiß, wie unser Verstand funktioniert und was die Ergebnisse unserer Entscheidungen sein werden. Es zeigt uns auch, dass er uns liebt und beschützt.)
Wenn Mose das Volk darüber hätte abstimmen lassen, ob es das Land der Philister durchqueren oder durch die Wüste ausweichen sollte, wofür hätten sie wohl gestimmt? (Wahrscheinlich wäre das Volk gespaltener Meinung gewesen, was wiederum zu Streitereien und sogar zur Trennung geführt hätte.)
Warum waren die Israeliten wohl nicht zum Kampf bereit, wo sie doch Waffen hatten? (Sie hatten eine Sklavenmentalität angenommen, möglicherweise sahen sie sich eher als hilflose Opfer statt als erobernde Helden.)
Wie kann unsere Einstellung unser zukünftiges Ziel beeinflussen? (Manchmal hält uns unser mangelnder Glaube davon ab, die Möglichkeiten zu sehen, die Gott für uns bereithält. So benötigen wir länger, um an den Ort zu gelangen, an dem Gott uns haben möchte.)

Die Rettung, die Gott für sein Volk hatte, war also noch nicht abgeschlossen. Er hatte einen Plan für sie, der vorwärts und nicht rückwärts gerichtet war.

Einführung

⏱ 1 Minute

Der Abschnitt, den wir jetzt lesen, spielt 40 Jahre nach der wundersamen Rettung der Hebräer aus Ägypten und vor dem Pharao. Sie sind einmal mehr in der Wüste gelandet, aber bald werden sie feststellen, dass sie das Gelobte Land erreicht haben.

Doch bevor dies geschieht, fangen die Israeliten an, ihre Zweifel zu äußern und sich gegen Mose und Aaron, ihre Anführer, zu stellen. Es ist nicht das erste Mal, dass das Volk Israel gegen Mose rebelliert. Miriam, die Schwester von Mose, wird bald sterben. Sie war eine Prophetin, allerdings war sie Gott auch ungehorsam gewesen, als sie sich gegen Mose stellte (4. Mose 12).

Teaching 2

⏱ 15 Minuten

📖 LEST 4. Mose 20,1-13

Welches Problem ist bei den Israeliten plötzlich aufgetaucht? (Es fehlt an Wasser.)
Wen finden sie sofort als Ursache des Problems? (Die Anführer.)
Haltet ihr das für einen fairen Ansatz? (Diskutiert.)
Denkt ihr, dass der Wassermangel die Leiter überrascht hat? (Wahrscheinlich nicht, da sie in ihrer Verantwortung als Leiter für die Bedürfnisse der Gruppe Sorge trugen.)
Denkt ihr, dass es in diesem Land eine ungute Kultur der Kritik an unseren Leitern gibt? Wenn ja, wie ist es eurer Meinung nach dazu gekommen? (Diskutiert.)
Werft einen kurzen Blick auf 4. Mose 12,3. Was sagt der Vers über Moses Charakter aus? (Er war ein sehr zurückhaltender, demütiger Mensch.)
Wessen Schuld war es, dass es kein Wasser gab? War es die Schuld der Leiter oder des Volkes? (Diskutiert über die früheren Handlungen der Israeliten und ob sie, wenn sie gehorcht hätten, sowieso schon im Gelobten Land angekommen wären.)
Spielt es eine Rolle, wessen Schuld es war? Hilft es, zu benennen, wer den Fehler gemacht hat? (Diskutiert.)
Warum haben wir das Bedürfnis, einen Schuldigen zu finden? (Manchmal nutzen Menschen solche Dinge, um Führungskräfte aus ihren Rollen zu entfernen, in der Hoffnung auf ein besseres Ergebnis. Vielleicht wollen sie sich auch einfach ihrer eigenen Unschuld vergewissern. Schon auf den ersten Seiten der Bibel sehen wir, dass dort, wo Menschen sündigen, sie auch beginnen, die Schuld hin und her zu schieben.)
Die Israeliten beschwerten sich, dass die Früchte und Pflanzen, die Moses versprochen hatte, nirgendwo zu sehen waren. Was wollten sie damit sagen? (Sie fanden, sie seien auf den Holzweg geführt worden – an einen schlimmeren Ort als Ägypten.)

Wenn eine Führungskraft eine Vision hat, braucht es manchmal Zeit, bis diese Wirklichkeit werden kann. Die Zwischenphase, in der noch nicht alles erreicht ist und die Dinge vielleicht noch nicht so gut aussehen, kann für eine:n Leitende:n eine besonders verwundbare Zeit sein.

Wie haben Mose und Aaron wohl das Gesagte empfunden? (In Vers 10 können wir sehen, dass Moses wütend ist. Wahrscheinlich war er entmutigt durch die Art und Weise, wie er von den Menschen, denen er als Leiter diente, behandelt wurde.)
Wie kann eine Leitungsperson also am besten auf eine solche Situation reagieren? (Weggehen und beten!)
Was war das Beste, was das Volk Israel für sich hätte tun können? (Sie hätten die Leiter auf das Problem hinweisen können, aber auch ermutigende Worte sprechen und versuchen können, ihre Leiter zu unterstützen und aufzubauen.)
Was sollten wir tun, wenn wir glauben, dass unsere Leiter etwas falsch machen? (Diskutiert.)
Als Antwort auf das Gebet erhalten Mose und Aaron eine Reihe von Anweisungen von Gott, was sie tun sollen. Wie lauten diese Anweisungen? (1. Nimm den Stab 2. Versammle das Volk mit Aaron 3. Sprich zu dem Felsen, und es wird sofort Wasser aus ihm herausfließen.)
Sie machten also das Erste richtig, den Stab zu nehmen. Warum sollten sie wohl den Stab holen, wenn sie ihn nicht benutzen würden? (Der Stab war ein Symbol der Autorität der Leiter. Gott hatte in Zusammenarbeit mit Mose und Aaron mit Hilfe des Stabes viele Wunder vollbracht. Es sollte das Volk daran erinnern, wen Gott auserwählt hatte, um es zu führen.)

Als Nächstes versammeln sie das Volk. Aber dann ist Mose so wütend über das Volk und wie er von ihm behandelt wird, dass er ein paar Beschimpfungen loslässt und den Felsen schlägt. Aber so wollte Gott es nicht. Gott hatte einen gnädigeren Weg im Sinn. Mose war von den klaren Anweisungen abgewichen, die Gott ihm gegeben hatte.

Bibelquiz! Kennt ihr eine ähnliche Geschichte in der Bibel? (LEST 2. Mose 17:1-7)

Wenn etwas Vertrautes auftaucht, können wir manchmal auf die gleiche Art und Weise handeln, wie wir es beim letzten Mal getan haben. Zum Beispiel einen Rat, den wir jemandem gegeben haben, oder wie Gott ein Gebet erhört hat, sodass wir beim nächsten Mal genauso vorgehen. Aber Gott hat es nicht so mit Formeln oder damit, immer dasselbe zu tun. Einige Grundsätze bleiben gleich, aber die Methoden, mit denen er vorgeht, können sich ändern.

Lest die Anweisungen, die Gott Mose in Vers 8 gab. Bisher hat Mose den Stab benutzt und auch seine Hand ausgestreckt, um Wunder zu bewirken, aber Mose hatte noch nie gesprochen, um etwas zu bewirken. Stell dir vor, du bist Gott, aber du schaust nicht voraus, du gibst Mose nur diese Anweisungen. Wie könnte sich Gott dabei fühlen? (Es ist, als würde Gott Mose in ein Geheimnis einweihen: Du hast meine Worte in dir und musst sie nur aussprechen, den Rest tue ich in meiner Macht, und sie werden direkt vor ihren Augen erkennen, dass ich Gott bin und du mein Diener bist. Es ist fast so, als ob Gott ein wenig aufgeregt ist über das, was passieren wird.)
Leider ruiniert Mose den Moment. Und Gott ist mit Mose ganz und gar nicht zufrieden. Warum, glaubt ihr, ist Gott mit Moses Verhalten unzufrieden? (Gott hat versprochen, dieses Wunder zu tun. Was auch immer passiert, es wird stattfinden. Leider hat Moses Dinge mit der falschen Einstellung gesagt, Gottes Wunder ist trotzdem geschehen. Gottes heiliges Wunder und Moses unheilige Worte sind ein und dasselbe Ereignis geworden.)
Wegen seines Ungehorsams durfte Mose nun nicht mehr in das gelobte Land hineingehen. Glaubt ihr, dass Gott immer so mit Menschen umgeht, die Fehler machen? (Es ist wichtig, dass wir Gott im Übernatürlichen ehren. Mose war ein Leiter, und Leiter werden strenger beurteilt, da sie besonders dazu berufen sind, Gott zu repräsentieren. Mose hatte Gott in einem Schlüsselmoment schlecht repräsentiert. Wenn es darum geht, die übernatürlichen Gaben Gottes in Anspruch zu nehmen, müssen wir ihn auch darin ehren. Wenn wir dabei Fehler machen, ist das okay. Das gehört zum Lernen dazu. Wir werden für unsere Fehler nicht bestraft – Jesus hat unser Versagen auf sich genommen. Aber was wir tun, hat Folgen. Es kann gut sein, dass wir unser Chaos aufräumen und uns entschuldigen müssen, wenn wir etwas falsch gemacht haben.)

Zusammenfassung

⏱ 2 Minuten

Wir haben also heute die Herausforderung und die Verantwortung von Leitern gesehen. Wir haben auch gesehen, dass diejenigen, die ihren Leitern folgen, die Dinge für sich selbst noch schlimmer machen können, wenn sie auf Angst oder Schuldzuweisungen zurückgreifen. Mose hat gerade seine Schwester Miriam verloren. In dieser Zeit der Trauer wenden sich die Menschen gegen ihn, anstatt ihn zu unterstützen. Mose tut das Richtige, indem er alles zu Gott bringt, aber in seinem Zorn entehrt er Gott. Die Bibel sagt uns, dass wir uns in unserer Wut zurückhalten sollen, um nichts Falsches zu tun. Das ist nicht einfach, wenn wir uns eigentlich nur verteidigen, zurückschlagen und Beschuldigungen aussprechen wollen.

Das Volk Israel hatte ein Problem damit, sich der Autorität zu unterwerfen, die Moses als Leiter hatte. Dies wirkte sich auf den Zeitplan für ihren Eintritt in die von Gott verheißene Zukunft aus.

Die besten Ergebnisse im Leben werden immer dann erzielt, wenn wir den Anweisungen des Schöpfers folgen. Wie man beim Kauf eines neuen technischen Geräts die Gebrauchsanleitung befolgen muss, so hat auch Gott, unser Schöpfer, gute Anweisungen, die wir befolgen sollen. Wenn wir von dem abweichen, was er uns aufgetragen hat, riskieren wir eine Fehlfunktion. Wenn wir die Fehlfunktion als Strafe Gottes betrachten, liegen wir falsch. Die Fehlfunktion entsteht, weil wir eine andere Richtung als Gottes weise Worte eingeschlagen haben, im Widerspruch zu dem, wie er uns geschaffen hat.

Die Bibel sagt uns, dass Leiter härter beurteilt werden. Mose war ein großartiger Leiter, der Gott repräsentierte, aber es war an der Zeit, dass er zurücktrat und Josua die Führung überließ. Wenn wir leiten, ist es wichtig, dass unsere Haltung Gott gut repräsentiert. Es mag Zeiten geben, die nicht so angenehm sind, wenn Gott uns lehren und unseren Charakter entwickeln muss; aber durch diese Zeiten wird Gott uns formen und uns ihm ähnlicher machen.

Gebet

⏱ Betet, solange es dauert

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