Inspire Einheit 74: Jabez – Die Namen, die uns andere geben

Wie funktioniert das INSPIRE Curriculum?

In jeder Einheit geht ihr durch mehrere interaktive Diskussionsphasen. Die Diskussionsfragen helfen euch, junge Menschen in ihrem Lesen und Interpretieren der Bibel zu fördern.

Für wen ist INSPIRE gemacht?

  • Für Gruppen mit 6 bis 30 Jugendlichen
  • Für junge Menschen zwischen 11 und 17 Jahren
  • Für Jugendleiterinnen und Jugendleiter mit wenig Zeit

Wie funktioniert es?

  1. Phase: Herausfinden, was im Text passiert
  2. Phase: Die wichtigsten Teile des Textes identifizieren
  3. Phase: Den Inhalt auf unsere Situation anwenden
  4. Phase: Verstehen, was Gott heute sagt

Ohne Bibel geht’s nicht

Da dieses Curriculum ein Hilfsmittel zum Verstehen der Bibel ist, funktioniert es am besten, wenn die Jugendlichen jeweils eine Bibel zur Hand haben. Bitte jede Woche jemanden, den Text vorzulesen, während die Jugendlichen mitlesen. Es ist auch praktisch, wenn sie während des Teachings ihre Bibeln offen vor sich haben, sodass sie ihre Antworten auf Textbelege stützen können, und nicht nur raten.

💡
Pro-Tipp: Schau dir die Fragen und Spiele vorher an, um dich mit Bibeltext, Thema und den Spielen vertraut zu machen.

Andacht

Icebreaker – Marken-Quiz

⏱ 10 Minuten

Am Ende dieser Einheit (Druckversion) gibt es ein Marken-Quiz. Teile die Jugendlichen in Teams ein und gib jedem Team ein Blatt. Sie sollen sich so viele Antworten wie möglich einfallen lassen.

Die Antworten sind: 1. Lacoste, 2. Ralph Lauren, 3. Chanel, 4. Versace, 5. Giorgio Armani, 6. Louis Vuitton, 7. Fendi, 8. Adidas, 9. Gucci, 10. Dolce & Gabbana, 11. Converse, 12. Reebok, 13. Puma, 14. Slazenger, 15. Lotto, 16. Umbro, 17. Asics, 18. Mulberry, 19. Champion, 20. Dunlop, 21. Oakley.

Ice Breaker 2 – Persönlichkeitstest

⏱ 10 Minuten

Suche dir im Internet einen kurzen Persönlichkeitstest, den die Jugendlichen ausfüllen und auswerten können.

Diskussion

⏱ 5 Minuten

Hier sind einige Beurteilungen aus Schulzeugnissen, bei denen Schüler wohl nicht ganz die Erwartungen erfüllt hatten:

  • Rugby: Smith hat eine brauchbare Geschwindigkeit, wenn er in die richtige Richtung rennt.
  • Die Tropenwälder sind in Sicherheit, wenn Ian den Werkraum betritt, denn seine Projekte sind klein und es geht nur langsam voran.
  • Die Peitsche und das Zuckerbrot müssen schon sehr präsent sein, bevor dieser Esel sich entschließt, sich zu bewegen.
  • Die Verbesserung seiner Handschrift hat seine mangelnde Rechtschreibkompetenz offenbart.
  • Dieser Junge braucht keinen Bibellehrer. Er braucht einen Missionar.
  • Seit meinem letzten Bericht hat Ihr Kind den Tiefpunkt erreicht und angefangen, noch tiefer zu graben.
  • Ich würde es diesem Schüler nicht erlauben, sich fortzupflanzen.
  • Ihr Sohn beraubt ein Dorf irgendwo um einen Trottel.
  • Ihr Sohn stellt niedrige Ansprüche an sich selbst und scheitert dann immer wieder daran, sie zu erreichen.
  • Der Schüler hat ein »volles Sixpack«, aber es fehlt das Plastikteil, das alles zusammenhält.
  • Dieses Kind hat zu viel mit Klebstoff gearbeitet.
  • Die Schranken sind unten, die Lichter blinken, aber der Zug kommt nicht.
Könnt ihr euch an irgendwelche Bemerkungen in euren Zeugnissen erinnern?
Wie hat sich das angefühlt?
Waren es eurer Ansicht nach berechtigte Kommentare?
Glaubt ihr, dass diese Bemerkungen eure zukünftige Leistung in diesem Bereich beeinflusst haben?
Meint ihr, dass solche negativen Kommentare, wie wir sie gehört haben, Menschen dazu bringen können, ihrem schlechten Ruf im Nachhinein gerecht zu werden?

Zum Beispiel, wenn man in die Schule geht und ein neues Schuljahr beginnt, man einen neuen Lehrer hat und einen schlechten Start erwischt, z.B. wenn  man kichern muss und der Lehrer beschließt, einen für den Rest des Jahres »den Kicherer« zu nennen.

Einführung

⏱ 1 Minute

Heute schauen wir uns jemanden in der Bibel an, der einen schlechten Start ins Leben hatte und dem ein Name gegeben wurde, der genauso klang wie das hebräische Wort für »Schmerz«. Und wir werden herausfinden, was »Schmerz« tat, als er die Nase voll hatte.

Teaching

⏱ 10 Minuten

📖 LEST 1. Chronik 4,5-12

Warum habe ich die ganze Geschichte darüber, wer der Vater von wem war, wohl vorgelesen? Das ist doch sicher nur Gelaber... (Weil unter all diesen Personen ein Mensch war, der so sehr hervorstach und dessen Geschichte so bemerkenswert war, dass der Schriftsteller ihm ein paar Sätze mehr widmete.)
Inwiefern war Jabez' Name wohl wie ein Fluch für ihn? (Jedes Mal, wenn ihn jemand ansprach, wurde er daran erinnert, dass er gewissermaßen von Anfang an eine Qual war.)
Könnt ihr euch eine Situation vorstellen, in der Jabez sich darüber geärgert hätte, dass sein Name ständig wie »Schmerz« klang? (Niemand mag es, mit negativen Bezeichnungen beschimpft zu werden. Stellt euch vor, er würde sich neuen Leuten oder einem Mädchen vorstellen, das ihm gefällt. Vielleicht würden es sich die Leute dann zweimal überlegen, ob sie dich mögen. Am ersten Tag in der Schule würde die Lehrerin vielleicht denken: »Ich habe hier einen Spezialfall, den behalte ich im Auge«.)
Was war an hebräischen Namen damals so besonders? (Damals war dein Name nicht nur, wie man dich rief, die Bedeutung des Namens war wichtig. Er spiegelte auch wider, wer du warst.)
Könnt ihr mir Beispiele für Personen aus der Bibel nennen, deren Namen eine Bedeutung hatte, die etwas über sie aussagen sollte? Hier sind ein paar Beispiele:
Abram – erhabener Vater

Hier sind einige Beispiele:

  • Abram – erhabener Vater
  • Abraham – Vater von vielen
  • Isaak – er lacht
  • Esau – haarig
  • Jakob – er betrügt
  • Josua – der Herr rettet 

Es gibt so viele mehr!

In einigen Ländern des Nahen Ostens wurden Namen als Segen oder sogar als Fluch verwendet. Sie wurden nicht einfach nach irgendjemand anderem benannt (z. B. nach ihrem Großvater). Der Name spiegelte manchmal ein von Gott gegebenes Wissen darüber wider, wie das Leben dieser Person aussehen würde. Manchen Menschen wurde ein Name gegeben, der Hoffnung widerspiegelt (erinnert euch daran, dass Jesus den Namen von Simon zu Petrus änderte, was »Fels« bedeutet und ihm sagte »auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen« (Mt 16,18). Man könnte fast denken, dass die Mutter von Jabez ihn aus irgendeinem Grund für den Rest seines Lebens mit Schmerz in Verbindung bringen wollte. 

Das Bild, das dieses hebräische Wort für Schmerz hervorruft, hat mit »anstrengender Arbeit, Mühe oder Plage« zu tun. (Wenn jemand sagt, man sei »anstrengend« ist, dann ist das kein Kompliment!) Jabez war zwar ständig damit konfrontiert, dass sein Eintritt in die Welt eine Menge Schmerz und Mühe verursacht hatte, aber er wollte nicht, dass das zu einem Muster für sein ganzes Leben werden würde.

Manchmal können wir Menschen aufgrund unserer Vorurteile mit falschen »Stempeln« versehen. Zum Beispiel: »Er ist ein Unruhestifter« oder »Sie ist ein Störenfried« oder »Er ist der Witzbold«.

Diskussion – Erste Eindrücke

⏱ 5 Minuten

Glaubt ihr, dass der erste Eindruck, den man von einem Menschen bekommt, wichtig ist? (Diskutiert)
Könnt ihr euch an eine Situation erinnern, in der ihr einen schlechten ersten Eindruck von einer Person hattet, um dann festzustellen, dass diese Person ganz anders war, als ihr zuerst gedacht habt? (Diskutiert)
Glaubt ihr, dass wir andere manchmal zu schnell abstempeln? (Diskutiert)

Teaching 2 – Rief zu Gott

⏱ 10 Minuten

Jabez fühlte sich missverstanden und das schien ihn sehr zu belasten. Bei einigen deutschen Übersetzungen heißt es »Jabez betete zu Gott«, aber bei den meisten kommen mehr Gefühle zum Ausdruck, indem es heisst »Jabez rief Gott an« (Luther) oder »Jabez rief zu Gott« (Schlachter). Noch stärker ist es in einigen englischen Übersetzungen; in der NIV, zum Beispiel heißt es übersetzt: »Jabez schrie zu Gott«!

Da war Leidenschaft, da war Angst, er war wirklich aufgewühlt und beunruhigt und er schrie zu Gott: »aaaaaAAAAHHHHHHHhhhhhh!!!!. Ich werde mich nicht für den Rest meines Lebens damit zufriedengeben!!!«

Vielleicht fühlt ihr euch nicht verstanden und stört euch daran. Vielleicht fühlt ihr euch übersehen, wegen eurer Größe, eurer Herkunft oder weil ihr eher ruhig seid. Nur weil die Leute sagen, dass du etwas ruhig bist, heißt das nicht, dass du so bist oder für den Rest deines Lebens so bleiben wirst.

Welche Schwäche auch immer ihr habt, was auch immer die Leute von euch denken, ihr müsst nicht den Erwartungen der Menschen euch gegenüber gerecht werden. Ihr könnt euch an Gott wenden, und er weiß, wie sehr euch das zu schaffen macht. Gott kann das alles ändern.

Jabez geht damit zu Gott. Worum bittet ihn Jabez? (Gute Dinge, dass Gott ihn segnen wird. Er wünscht sich den Segen Gottes, mehr Land und dass Gott mit ihm ist.)
Was kann man sich unter einem Segen Gottes vorstellen? (Glücklichsein, Freude, Spaß, liebevolle Freunde, gute Gesundheit, genug zu Essen, ein Zuhause und eine Familie, Erfüllung in der Arbeit, die du tust.)
Wir alle kennen eine Menge Reality-TV-Shows. Was sind die Dinge, die die Leute in diesen Shows wollen? (Reichtum, Ruhm, sozialer Status, Anerkennung.)
Warum bittet Jabez um mehr Land? Warum war das wohl wichtig für ihn? (Diskutiert)

Mit einem kleinen Stück Land war man in der Anzahl der Tiere, die man halten konnte, eingeschränkt. Dies war notwendig, um zu leben und die Familie zu ernähren. Ein größeres Stück Land würde für eine größere Familie und einen größeren Einflussbereich in der Gegend sorgen. Jabez wollte kein »Niemand« sein, dessen Name nur mit Schmerzen verbunden war. 

Er bat nicht unbedingt um Reichtum, sondern vielmehr um mehr Einfluss und Verantwortung. Für Gottes Volk bedeutet, Einfluss auf eine große Zahl von Menschen zu haben, dass sich die Dinge in einem größeren Umfang zum Besseren wenden. Sie haben mehr Einfluss. Es scheint, dass Jabez mit seinem Leben etwas bewirken wollte. Wo gottesfürchtige Menschen verantwortungsvolle Positionen innehaben, gibt es weniger Korruption und es werden bessere Entscheidungen unter Gottes Führung getroffen.

Vielleicht gehörst du in der Schule im Moment nicht dazu. Du bist nicht sportlich, musikalisch, künstlerisch oder praktisch veranlagt oder sogar beliebt. Manche Menschen, die in der Schule nicht dazugehören, entdecken ihre verborgenen Talente erst später im Leben, und solche Menschen sind sehr begehrt. 

Jabez will also Segen von Gott und mehr Land. Was will er sonst noch? (Dass Gott immer mit ihm ist.)
Wir erfahren, dass Gott alle seine Bitten erfüllt hat. Viele Menschen bitten Gott wahrscheinlich um ähnliche Dinge und bekommen sie nicht. Was könnte der Unterschied zwischen ihnen und Jabez sein? (Manche Menschen beten nur, weil sie etwas wollen, haben aber kein Interesse an Gott. Jabez' Wunsch war nicht einfach nur egoistisch, sondern er wollte Gott in den Mittelpunkt seines Handelns stellen.)

Gottes Worte

⏱ 1 Minute

Gott sagt dir, dass du keinen Stempel akzeptieren musst, den dir jemand aufdrückt. Wenn du zu ihm rufst, wird er dich hören und in den folgenden Tagen, Monaten und Jahren eine Veränderung in dir bewirken.

Wo man dich »schüchtern« nennt, werden sie von deiner »Kühnheit« überrascht sein.

Wo man dich »hässlich« nennt, werden sie deine von Gott gegebene Schönheit sehen.

Wo man dich als »Verlierer« bezeichnet, werden sie deine von Gott gegebenen Erfolge erkennen.

Wo man dich als »unbedeutend« bezeichnet, wirst du über viele Menschen Verantwortung tragen.

Jabez wollte nicht, dass man ihn mit Schmerz in Verbindung bringt, und Gott erfüllte gerne seine Bitte. Und er wird dasselbe für dich tun.

Gebetsaktion

⏱ 10 Minuten

Bitte die Jugendlichen, auf ein Blatt Papier alle »Namen« zu schreiben, die ihnen von anderen gegeben wurden und die sie nicht mögen. Das kann für manche ein heikles Thema sein, also sei dabei sensibel.

Dann sollen sie das Blatt zerknüllen und in einen Mülleimer werfen. Du kannst auch einen Aktenvernichter einsetzen. Betone, dass diese Worte Lügen sind, die man über sie sagt und die sie zurückweisen und Gott übergeben müssen. Ersetze diese Lügen durch wahre Worte, die Gott über sie sagt. »Freedom in Christ« bietet ein Buchzeichen mit biblischen Aussagen über unserer Identität zum kostenlosen Download an, das dabei helfen kann.

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