Inspire Einheit 84: Jona im Stress

Wie funktioniert das INSPIRE Curriculum?

In jeder Einheit geht ihr durch mehrere interaktive Diskussionsphasen. Die Diskussionsfragen helfen euch, junge Menschen in ihrem Lesen und Interpretieren der Bibel zu fördern.

Für wen ist INSPIRE gemacht?

  • Für Gruppen mit 6 bis 30 Jugendlichen
  • Für junge Menschen zwischen 11 und 17 Jahren
  • Für Jugendleiterinnen und Jugendleiter mit wenig Zeit

Wie funktioniert es?

  1. Phase: Herausfinden, was im Text passiert
  2. Phase: Die wichtigsten Teile des Textes identifizieren
  3. Phase: Den Inhalt auf unsere Situation anwenden
  4. Phase: Verstehen, was Gott heute sagt

Ohne Bibel geht’s nicht

Da dieses Curriculum ein Hilfsmittel zum Verstehen der Bibel ist, funktioniert es am besten, wenn die Jugendlichen jeweils eine Bibel zur Hand haben. Bitte jede Woche jemanden, den Text vorzulesen, während die Jugendlichen mitlesen. Es ist auch praktisch, wenn sie während des Teachings ihre Bibeln offen vor sich haben, sodass sie ihre Antworten auf Textbelege stützen können, und nicht nur raten.

💡
Pro-Tipp: Schau dir die Fragen und Spiele vorher an, um dich mit Bibeltext, Thema und den Spielen vertraut zu machen.

Andacht

Icebreaker – Weitsprung

⏱ 8 Minuten

Stellt euch in einer Reihe auf und schaut, wer aus dem Stand am weitesten springen kann.

Diskussion

⏱ 5 Minuten

Nennt so viele Prominente, wie für ihr divenhaftes oder überhebliches Verhalten bekannt sind. Denkt dabei an Stars, die erwarten, wie Könige oder Königinnen behandelt zu werden.

Einführung

⏱ 1 Minute

Es gibt Momente im Leben, in denen die Dinge sich anders entwickeln als erhofft oder erwartet. Trotz intensiven Gebets und innigen Bitten, bekommen wir nicht die Antwort, die wir uns erhoffen. Das kann dazu führen, dass wir uns über Gott ärgern, weil er die Dinge nicht so macht, wie wir es wollen. Unsere Reaktion auf Gott spiegelt unsere geistige Reife und unser Vertrauen in Gottes Plan. Sie zeigt, wie bereit wir sind, Gott die Dinge auf seine Weise machen zu lassen und nicht auf unsere, auch wenn diese von unseren eigenen Vorstellungen abweicht.

Teaching

⏱ 25 Minuten

📖 LEST Jona 3,10; 4,1-11

Wer von euch weiß noch, wie es zu dem kam, was wir gerade gelesen haben? (Gott trug Jona auf, den Bewohnern von Ninive zu verkünden, dass ihre Stadt in vierzig Tagen zerstört werden würde. Doch als die Menschen ihm zuhörten und ihre Fehler bereuten, zeigte Gott Erbarmen und änderte seine Meinung).
Glaubt ihr, dass es möglich ist, Gottes Meinung zu beeinflussen? (Deshalb ist Beten so wichtig. Aber auch die Art und Weise, wie wir beten, kann entscheidend sein.)
Wisst ihr noch, wie die Niniviten gebetet haben? (Sie fasteten, legten Sackleinen an und setzten sich in Asche.)
Wie hat die Art und Weise, wie sie gebetet haben, Gottes Meinung verändert? (Sie haben nicht nur ein Gebet gesprochen und es dabei belassen. Sie waren wirklich besorgt und zeigten ihre Aufrichtigkeit durch ihr Handeln. Sie unterbrachen ihr Tun und machten das Gebet zu ihrer Priorität.)
Im 2. Vers sehen wir den Grund, warum Jona zunächst Gottes Auftrag, nach Ninive zu gehen, ablehnte. Was ist der wahre Grund, warum Jona nicht zu den Niniviten gehen wollte? (Jona war sich bewusst, dass Gott in seiner großen Liebe den Niniviten vergeben könnte. Jona wollte nicht, dass ihnen vergeben wird. Er wollte, dass sie vernichtet werden, weil sie Israel von Norden her angegriffen hatten. In Jonas Augen sollten sie die Konsequenzen spüren.)

Es scheint, als hätte Jona eine wichtige Lektion vergessen. Auch ihm gegenüber hatte Gott bereits Barmherzigkeit walten lassen. Er vergisst seine eigene Geschichte – wie er einst in die entgegengesetzte Richtung von Ninive segelte, in einen Sturm geriet und Gott ihn auf wunderbare Weise rettete. Jona betete und Gott erhörte ihn und vergab ihm. Wir nennen das, mit zweierlei Maß messen, wenn wir für uns Ausnahmen zulassen, aber andere strenger beurteilen. Gott fängt an, diese fehlerhafte Haltung von Jona herauszufiltern und ihn darauf aufmerksam zu machen, um sie zu beseitigen.

Der Stress der Situation wurde zu viel für Jona. Unsere eigene Haltung kann oft zu Hauptursache für unseren Stress werden. Wenn Wut an die Oberfläche kommt, kann sie uns daran hindern, die Dinge im richtigen Licht zu sehen, und unsere Beziehungen belasten. Jona denkt darüber nach, sein Leben zu beenden und bittet Gott, ihm das Leben zu nehmen. Aber welche Auswirkungen hat es, wenn jemand solch einen schweren Schritt geht? (Ein solcher Schritt hinterlässt bei den Zurückbleibenden oft tiefe Wunden und Traumata. Manchmal kann dies bei Familienmitgliedern zu psychischen Belastungen führen.)

Wenn wir uns dagegen entscheiden weiterzuleben, nehmen wir uns die wunderbare Möglichkeit, zu erleben, wie Gott unsere Situation zum Guten wenden kann. Wenn wir den Selbstzerstörungsknopf drücken, berauben wir uns auch der Chance, in dieser Welt etwas zum Guten zu verändern.

Als Prophet sollte man meinen, dass Jona ein oder zwei Dinge über Prophetie wissen müsste. Was ist das wesentliche Merkmal einer Prophetie, das Jona übersehen hat? (Gott warnt Menschen oft vorab, damit sie die Gelegenheit haben, ihr Verhalten zu ändern. Was hätte es für einen Sinn, wenn Gott einfach sein Urteil vollstreckt, ohne den Menschen eine Chance auf Umkehr zu geben?)
Jona geht also östlich der Stadt hinaus und sucht sich einen Platz zum Sitzen. Was macht Jona? Was erwartet er? (Er beobachtet die Stadt und wartet auf das Ende der vierzig Tage, in der Hoffnung, dass Gott sie vernichten wird.)
Der griesgrämige Jona beschwert sich bei Gott, und Gott antwortet. Was ist daran ermutigend? (Gott wendet uns nicht den Rücken zu, wenn wir in unseren negativen Gefühlen gefangen sind.)
Während Jona wartet, schenkt Gott ihm vorübergehend Schatten, um ihn vor der Hitze zu schützen, nimmt diesen jedoch bald darauf wieder zurück (Verse 5-8). Denkt einen Moment darüber nach. Welche Absicht könnte hinter dieser Handlung Gottes stehen? (Jonahs Handlungen zeigten seine inneren Gedanken. Jona wartete nicht auf einen Bus. Sein einziger Grund, dort zu warten, war die Hoffnung, einen Armeeangriff oder etwas anderes zu sehen. In Wirklichkeit hätte Jona nach getaner Arbeit auf dem Heimweg sein können. Aber er bleibt hier und hofft auf den Weltuntergang. Gott beginnt, Jona zu irritieren, um ihm seine schlechte Einstellung zu zeigen. Erst spendet Gott ihm Trost, dann nimmt er ihn wieder weg. Jona freut sich über den Trost, aber er reagiert schlecht auf die Unannehmlichkeiten.)
Welche schlechten Einstellungen kannst du bei Jona in den Versen 5-8 erkennen?
  • Zuerst zeigt er seine Scheinheiligkeit, indem er die Niniviten für schuldig und verurteilenswert hält, während er selbst genauso schlecht ist.
  • Als Nächstes zeigt er seine Sturheit. Als ihm die Hitze zu schaffen machte, hätte er sich einfach einen schattigen Platz suchen können.
  • Dann zeigte er, dass er sich mehr um eine Pflanze als um Menschen sorgte, und das nur aus egoistischen Gründen, da sie ihm Schutz vor der Sonne bot.
  • Und schließlich zeigte Jona, dass er schnell zornig wird, wenn er seinen Willen nicht bekommt.

Wir könnten also sagen, dass Jona unsensibel, stur, selbstzentriert und heuchlerisch war. Gott hat Jona aus gutem Grund verärgert.

Manchmal muss Gott uns auf unsere versteckten, fehlerhaften Einstellungen hinweisen. Er bringt uns in Situationen, die diese Haltungen offenlegen. Danach hilft er uns zu erkennen, dass wir sie korrigieren müssen. Vielleicht erkennst du, dass du in bestimmten Situationen falsch reagierst. Vielleicht möchte Gott, dass du eine bestimmte Einstellung in dir korrigierst.

In solchen Momenten haben wir die Gelegenheit, Gott zu gehorchen und unsere Einstellungen zu ändern. Das bedeutet, sie zu erkennen, um Verzeihung zu bitten und dann langfristig diese Einstellungen zu verändern. Wenn sie wieder auftreten, können wir anders handeln. Durch Gottes Vergebung können wir diese Einstellungen überwinden.

Was passiert, wenn wir uns Gott widersetzen? Manchmal ist Gottes nächster Schritt, uns durch Prüfungen und Schwierigkeiten gehen zu lassen, um uns damit zu helfen, bestimmte Charaktereigenschaften abzulegen, die nicht mit seiner Nachfolge vereinbar sind. Er tut dies aus väterlicher Liebe heraus, nicht um uns zu verletzen. Sein Ziel ist nicht Bestrafung, sondern positive Veränderung in unserem Leben.

Wir brauchen den Heiligen Geist, der in uns arbeitet. Einige denken, dass die Anzeichen der Gegenwart des Heiligen Geistes in einem Menschen durch Prophezeiungen, Heilungen und Wunder dargestellt werden. Diese Zeichen können in jemandem sichtbar werden, durch den Gott wirkt. Aber Galater 5,22-26 zeigt uns, was die wahren Anzeichen der Arbeit des Heiligen Geistes in uns sind. Welche sind das? (Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Wenn wir diese nicht in uns haben, verlassen wir uns nicht auf Gottes Geist in uns, sondern versuchen, es aus eigener Kraft zu schaffen.)
Wie können wir uns auf Gottes Geist in uns verlassen? Wie sieht das aus? (LEST Johannes 15,4-7.10. Diskutiert, wie das praktisch für jeden aussehen kann)

Zusammenfassung

⏱ 2 Minuten

Wenn wir von den Personen in der Bibel lesen, erwarten wir, dass sie alle sehr heilige, gottesfürchtige Männer und Frauen, also erstaunliche Menschen sind. Hier sehen wir die Realität. Sie sind in Wirklichkeit genau wie wir. Sie sind fehlerhaft menschlich, haben Sorgen, Ängste, sind mürrisch, selbstsüchtig, machen alle möglichen Fehler und sind manchmal sogar sehr weit entfernt von göttlichem Verhalten. Trotz ihrer Fehler arbeitet Gott durch sie auf erstaunliche Weise und lässt sie an seinem kraftvollen Wirken teilhaben.

Manchmal betrachten wir unsere eigene Einstellung und fühlen uns einfach nicht gut genug für Gott oder seinen Dienst. Aber eigentlich ist es einfach so: Wir sind Menschen und ziemlich unvollkommen. Dennoch möchte Gott eine wunderbare Geschichte mit dir als Hauptdarsteller schreiben.

Stress und Herausforderungen treten bei uns allen in unterschiedlichen Formen auf. Es können Dinge im Leben passieren, die uns irritieren und schlechte Seiten in uns zum Vorschein bringen. Wenn solche Einstellungen und Gefühle an die Oberfläche treten, gibt uns Gott damit die Gelegenheit, sie zu erkennen und mit seiner Hilfe zu verändern. Statt sie in unserem Inneren wieder zu vergraben, lasst uns demütig und lernwillig sein, auch wenn es schmerzhaft ist. Erlaube Gott, deine schlechten Einstellungen zu korrigieren und in dir einen Charakter aufzubauen, der seiner Absicht entspricht.

Gebet

⏱ Betet, solange es dauert

Bitte Gott, dir deine schlechten Einstellungen zu zeigen, damit du weißt, wie du mit ihnen umgehen und sie durch seine guten Einstellungen ersetzen kannst.

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Nutzungsbedingungen
INSPIRE wurde von Paul Martin entwickelt und erschien zuerst als »INSPIRE: A resource for busy youth workers«. Deutsche Version »INSPIRE: Ein Werkzeug für Jugendleiter mit wenig Zeit« von Mr Jugendarbeit. Übersetzung von Olivia Felber und dem Mr Jugendarbeit Support Team.

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© 2023 Andy Fronius, mrjugendarbeit.com

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