Danke, dass du den Trendnewsletter liest! Jede Woche versorgen wir dich mit Infos darüber, was in der Popkultur gerade abgeht – von Streaming-Serien über Slang-Begriffe bis hin zu Tech-Trends.
Euer Feedback zeigt uns, dass es funktioniert: Im letzten Jahr haben unsere Leser diesen Newsletter über 110 000 Mal geöffnet, um up to date zu bleiben. Wir haben gemeinsam über 200 Themen analysiert und euch 250 konkrete Gesprächseinstiege geliefert.
Wir machen diese Arbeit, weil wir glauben, dass »Kultur-Übersetzung« ein Schlüssel ist, um die nächste Generation zu erreichen. Und wir möchten, dass diese Ressourcen für jeden kostenlos bleiben.
Hinter dieser Plattform steht keine Firma, sondern eine Mission. Wenn dieser Newsletter für dich einen Unterschied macht, laden wir dich heute ein, unsere Arbeit mitzutragen. Ein Beitrag in beliebiger Höhe sorgt dafür, dass wir auch 2026 voll für dich da sein können.
Hier kannst du uns unterstützen.
An alle Eltern, Lehrer und Jugendleiter: Wir sehen, was ihr leistet, und stecken da genauso mit drin wie ihr. Danke für euer Vertrauen! Hier sind die Beobachtungen der Woche:
1. Nicht süchtig – aber allein? Wo das eigentliche Risiko für Jugendliche liegt
Kürzlich ein Vater zu Priscilla: »Unser Sohn geht 4x pro Woche ins Volleyball, spielt am Wochenende in 3 Teams mit, daneben noch 1x Tennis … weil, ganz ehrlich: er weiß zuhause nichts mit seiner Zeit anzufangen.«
(Oh, ich weiß genau, was der Vater mit »nichts« meinte.)
Es gibt vier Freizeitaktivitäten, die seit zwei Jahrzehnten immer mehr Zeit einnehmen, und alle vier finden vor dem Bildschirm statt. Alleine.
1. Gaming
2. Social Media
3. Pornografie
4. KI Chatbots
Die wichtigste Erkenntnis: Fast alle Jugendlichen kommen damit in Berührung (bei Pornografie bis zu 98%). Die meisten sind nicht direkt süchtig. Aber etwa ein Viertel der Jugendlichen zeigt ein äußerst riskantes Nutzungsverhalten und nicht wenige sind mit 14 schon vier Jahre süchtig.
Was wir gelernt haben: Ob ein Teenager von »Nutzung« in »Sucht« abrutscht, entscheidet oft das Umfeld. Einsamkeit und fehlende Alternativen sind die Brandbeschleuniger für Süchte. Unsere Arbeit – echte Beziehungen bauen – ist die beste Prävention.
2. Wir müssen weg von »Wie geht es dir?«
In Schulen und Kindergärten werden Kinder angeleitet, ihre Gefühle auszudrücken. Sie sollen genau Auskunft geben können, wie es bei ihnen innen aussieht. Das sollte man aber nicht übertreiben. Die Oxford-Psychologin Lucy Foulkes ist überzeugt, dass übermäßige Selbstbeobachtung und Rumination ganz normaler Emotionen das Risiko erhöhen kann, sich als »krank« oder »defekt« zu erleben, obwohl es sich um typische menschliche Erfahrungen handelt.
Der Impuls für unsere Arbeit: Wenn wir Jugendliche ständig fragen, wie sie sich fühlen, und jedes Unwohlsein helfen zu pathologisieren, fördern wir letztlich Depression und Narzissmus. Die Lösung: Weniger Nabelschau, mehr Blick nach außen. Statt nur zu fragen: »Wie fühlst du dich gerade?«, frag öfter: »Wie hast du heute in der Schule deine Freundschaften gepflegt?« oder »Woran könnten wir heute gemeinsam arbeiten?«.
3. Generation »Red Flag«: Liebe als Sicherheitsrisiko
Die Autorin Freya India hat uns die Augen für ein Phänomen der Gen Z geöffnet: Liebe wird wie Risiko-Management behandelt. Auf TikTok und Instagram lernen Jugendliche, sich nicht von anderen abhängig zu machen, überall nach »Red Flags« zu suchen und Exit-Strategien zu planen.
Die Diagnose: Wir tun cool und distanziert, weil wir panische Angst vor dem Schmerz haben. Wir glauben zudem, wir müssten erst »fertig therapiert« sein, bevor wir uns auf jemanden einlassen dürfen. Und das in einer Zeit, in der nicht Beziehungen, sondern Einsamkeit als größtes Gesundheitsrisiko diagnostiziert wurde! Digitale Gewohnheiten verstärken den Trend: Mehr Social-Media-Zeit in der frühen Adoleszenz steht longitudinal mit mehr depressiven Symptomen in Verbindung. Gleichzeitig sickert Therapie-Sprache wie toxisch, Grenzen, Trigger in Alltagsbeziehungen ein – gut geeignet, um Nähe vorschnell zu pathologisieren. Dazu kommt: Pornokonsum ist in Meta-Analysen mit geringerer Beziehungszufriedenheit assoziiert (besonders bei Männern) – also mit genau dem Misstrauen, das Freya beschreibt.
Unser Gedanke dazu: Liebe ist immer gefährlich – und genau deshalb göttlich. Wer Sicherheit zum höchsten Gut macht, landet bei einem leeren, »kuratierten« Leben. Das eigentliche Wagnis ist nicht, an die »falsche Person« zu geraten, sondern zuzulassen, dass Liebe uns verändert – weg von der Kontrolle, hin zur Bindung.
4. Der Samariter-Check: Frommes Event-Management oder echte Hilfe?
Ein virales Experiment auf TikTok ging uns dieses Jahr unter die Haut. Eine Influencerin rief bei über 40 Kirchen an, im Hintergrund Babygeschrei vom Band, und bat um Milchpulver. Das Ergebnis war ernüchternd: Reihenweise sagten Kirchen »Nein«. Wir vermuten, dass sie zu ernüchtert waren von den vielen Bettlern, die mit einer frechen Erwartungshaltung an fromme Einrichtungen herantreten.
Andy aus unserem Team hat das persönlich getroffen. Als er Anfang der 90er als Flüchtlingskind in Nürnberg aus dem Bus stieg, wartete dort mitten im Morgengrauen eine Nonne mit einem warmen Fläschchen auf seine hungrige kleine Schwester. Einfach, weil sie bereit war.
Das ist die Frage, die wir mit ins neue Jahr nehmen: Ist unsere Jugendarbeit nur frommes Event-Management – oder sind wir ein Ort, an dem jemand schon auf den Nächsten wartet, bevor er überhaupt ankommt?
5. Können wir noch miteinander reden? Das Experiment gegen Vorurteile
Zum Schluss noch ein Thema, das Schubladen sprengt. Immer weniger wird wirklich debattiert oder wenigstens einander zugehört. Ein Linker und ein Rechter, die sich seit Jahren in einer Schweizer Radiosendung verbal duellieren, aber nie wegen ihrer Differenzen das Gespräch abbrachen, bedauern diese Entwicklung enorm.
Ein deutscher YouTuber, der gerade während der Zeit, als Priscilla das Netz nach »Jesus Glow«-Videos absuchte, seinen neugefundenen Glauben seiner halben Million Follower bekannt machte, wagte kürzlich ein Experiment: Er ging als queerer Mensch verkleidet auf eine AfD-Demo. Seine Erwartung: Er wird verprügelt werden. Seine Erfahrung: Er stieß auf Gesprächsbereitschaft, aber auch auf VIEL Ablehnung und Vorurteile. Fun fact: Anstatt nur zu politisieren, gibt er neu alle naselang Hinweise auf Jesus Christus.
Das Fazit ist nicht politisch, sondern menschlich: Sind wir noch fähig zu Pluralismus? Wir leben oft in Blasen, in denen wir Angst vor dem anderen haben, ohne ihm je begegnet zu sein. Wie können wir in der Jugendarbeit solche Blasen zum Platzen bringen?
Eine Einladung an dich
All die Themen oben zeigen eines: Jugendliche brauchen keine perfekten Programme. Sie brauchen echte, widerstandsfähige Leiterinnen und Leiter, die sich trauen, tief zu graben.
Und an alle Eltern hier: Was auch immer die Regeln sind, die dein Kind zuhause bricht – wende dich an Jesus für eine kreative, opferbereite und beziehungsorientierte Lösung, so wie Gott es uns vorgemacht hat.
Genau dafür existiert MrJugendarbeit. Wir sind keine Firma, sondern eine Mission. Und weil wir wollen, dass alle Ressourcen für Jugendleiter kostenlos bleiben, brauchen wir ein Team im Rücken.
Schau dir kurz an, was unsere Vision für 2030 ist:
Wenn dir unsere Impulse helfen, dann hilf uns, sie auch 2026 möglich zu machen.
Wir wünschen dir einen gesegneten Jahresstart und Mut für alles, was kommt!
Deine Andy, Priscilla & das MrJugendarbeit Team
