
Ryan Gosling rettet die Erde, KI schmeichelt sich durch TikTok, und der Würgetrend jetzt auch bei deutschen Teens angekommen. Aber zuerst:

Song der Woche
»Iris« von den Goo Goo Dolls läuft gerade bei fast jedem Jugendlichen. Auf Spotify ist er seit Wochen täglich in den globalen Top 50. Auf TikTok posten Leute massenhaft alte Fotos dazu, Motto: »Wie warst du in den 90ern?« Der Song ist über 25 Jahre alt. Trotzdem ist er 2025 der meistgestreamte 90er-Song überhaupt. Neue Remixes und Coverversionen heizen den Hype gerade nochmal an.
🎧 Song anhören1. Ryan Gosling rettet die Erde
Worum es geht: Der Astronaut / Project Hail Mary (basierend auf dem Bestseller von Andy Weir) läuft diese Woche in unseren Kinos an. Ryan Gosling spielt Ryland Grace, einen Lehrer, der auf eine letzte, verzweifelte Mission geschickt wird, um die Erde vor einer Klimakatastrophe galaktischen Ausmaßes zu retten.
Warum der Film so viel Hoffnung macht: Filme, die klug, humorvoll und wirklich bildgewaltig sind – und die man ohne Bedenken mit den eigenen Kindern schauen kann – sind selten geworden. Das Drehbuch schafft das Kunststück, eine tiefe Freundschaft zwischen einem Menschen und einem spinnenartigen Alien (Rocky) mit einer echten Physikstunde zu verknüpfen. Der Film wechselt geschickt zwischen den Rückblenden auf der Erde, wo Wissenschaftler unter Hochdruck nach einer Lösung suchen, und den philosophischen, oft urkomischen Gesprächen zwischen Grace und Rocky im All. Man stelle sich eine Mischung aus Interstellar und E.T. vor – nur mit deutlich mehr Wortwitz. In einer Zeit, in der das Kino oft düster und zynisch wirkt, ist dieser Film eine herzerwärmende Ausnahme. Ein echtes Erlebnis für die ganze Familie.
Stell Jugendlichen diese Frage: Wenn jemand dir sagt, dass du derjenige bist, der alle retten kann, obwohl du offenkundig keine der nötigen Skills hast – wärst du geschmeichelt oder überwältigt?
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2. Das K in KI steht für Komplimente
Worum es geht: Der TikTok-Trend »ChatGPT to someone right now« macht sich darüber lustig, wie KI-Chatbots ihre Nutzer ständig validieren. Egal, ob man gerade eine Bank ausgeraubt oder jemanden mit dem Auto überfahren hat. Die KI findet meistens einen Weg, einem zuzustimmen oder die Handlung zu rechtfertigen.
Wo der Haken liegt: ChatGPT ist großartig, um Tabellen zu organisieren oder Mathe-Hausaufgaben zu lösen. Fragt man die KI jedoch nach Lebensratschlägen, neigt sie dazu, den Nutzer künstlich aufzubauen und selbst Fehlverhalten zu rechtfertigen. In der Internet-Sprache nennt man das »Glazing« (jemanden mit Komplimenten »überziehen«). Das liegt in der Natur von LLMs (Large Language Models): Sie sind darauf programmiert, die Konversation am Laufen zu halten. Würden sie uns widersprechen, könnten wir das Interesse verlieren. Und genau hier liegt das Problem: Eine KI kann uns nicht liebevoll zurechtweisen, uns nicht von ungesundem Verhalten wegbringen und uns erst recht nicht sanft zurück zu Christus führen. Wahre Begleitung braucht ein Gegenüber, das auch mal »Nein« sagt. PS: Organisationen wie Gloo arbeiten daran, eine Korrektur dieser unethischen Algorithmen von LLMs zu erzwingen.
Stell Jugendlichen diese Frage: ChatGPT sagt ja zu allem ›Ja und Amen‹. Wer in deinem echten Leben macht genau das Gegenteil? Wie fühlst du dich dabei?
3. Würgetrend ist jetzt auch hier
Worum es geht: Laut Mediensuchtexpertin Tabea Freitag ist P0rnokonsum aktuell einer der größten Risikofaktoren für sexuelle Gewalt. Neu liegen auch für Deutschland Daten vor, die zeigen, dass viele Jugendliche spezielle sexuelle Praktiken wie Würgen gleich beim ersten Geschlechtsverkehr ausprobieren, in dem Glauben, das sei normal und erwünscht. Das Bild von Sex wird durch frühen und harten P0rnokonsum geprägt, noch bevor gelernt wurde, wie man überhaupt eine Beziehung eingeht.

Warum es relevant ist: In ihrem gerade veröffentlichten Artikel für die Zeitschrift Emma zeigt Freitag auf, dass P0rnopraktiken nicht nur eine Randgruppe von Teenagern betreffen, sondern auch Teens aus behüteten Elternhäusern:
»Zum Beispiel kommt es heute auch in guten empathischen Familien vor, dass ein Bruder Pornoinhalte an der Schwester nachspielt. Die ersten Pornos sehen Kinder oft, sobald sie ein eigenes Smartphone zur Verfügung haben.«
Seit Jahren weist Freitag darauf hin, dass früher Smartphone-Besitz zu frühem P0rnokonsum führt. Sie plädiert deshalb für enge Begleitung, Verbote und Schutzmechanismen und wünscht sich eine Bewegung von jungen Frauen, »die sich das alles nicht mehr gefallen lassen«, also aufhören, so zu tun, als gehöre es halt dazu, von Männern so komisch benutzt zu werden. In Großbritannien werden laut WDR Würge-Sex-Videos demnächst verboten.
Stell Jugendlichen diese Frage: Man liest immer wieder, dass krasse P0rnografie im Netz für viele Jugendliche heute fast ›normal‹ dazugehört. Was bekommst du eigentlich in deinem Umfeld oder bei deinen Freunden mit? Reden die über so etwas oder ist das eher ein Tabu?
Gemeinsam für die nächste Generation
Priscilla & Andy von MrJugendarbeit in Zusammenarbeit mit Axis
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Zum Schluss ein Blick auf den Rest der Kulturlandschaft:

