Unsere Serie wird fortgesetzt, indem wir uns mit der Frage beschäftigen, wie wir Jugendliche unterstützen können, die unter Depressionen zu leiden haben.

Mental Health: Macht uns unsere Gesellschaft krank?
Steigende Burn-out Raten, Dauerstress und emotionale Überforderung: Wie uns unsere Gesellschaft belastet – und was wir dagegen tun können.

Depressionen gehören neben Panikattacken zu den am häufigsten diagnostizierten Erkrankungen. Depressionen sind mit schweren Symptomen verbunden, die das Fühlen, Denken und den Alltag wie Essen, Schlafen, Arbeit oder Schule beeinflussen. Im Jahr 2020 hatten schätzungsweise 4,1 Millionen Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mindestens eine schwere depressive Episode (NIMH, Major Depression, 2022).

Aktuell erkranken etwa 3-10 % aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren an einer Depression.
– Deutsche Depressionshilfe

Ich denke, wir können mit einiger Sicherheit sagen, dass es in unseren Kirchen Jugendliche gibt, die unter den Symptomen einer Depression leiden. Wie können wir uns für sie einsetzen?

6 praktische Tipps zur Begleitung von Jugendlichen, die unter Depressionen zu leiden haben

3 Tipps, wie du die psychische Gesundheit von Jugendlichen fördern kannst
Achterbahnen: Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Jedes Auf und Ab, jede Windung und Kurve kann die einen mit einem Hochgefühl und die anderen mit Schrecken erfüllen. Man weiß einfach nie, was als Nächstes kommt!

1. Unterstütze professionelle Hilfe

  • Du musst nicht alle Antworten kennen, aber es ist wichtig, dass du eine Liste von vertrauenswürdigen Fachleuten hast, an die du Jugendliche und Eltern verweisen kannst!
  • Ob Beratung, medizinische Fachkräfte oder kognitive Verhaltenstherapie - alle diese Angebote können für Jugendliche hilfreich sein.

2. Sei unterstützend

  • Bestätige ihre Gefühle, nicht ihr ungesundes Verhalten.

3. Sei mitfühlend neugierig

  • Stelle behutsam und geduldig Fragen
  • Versuche nicht, das Problem zu lösen, sondern sei einfach da
Stelle behutsam und geduldig Fragen. (Symbolbild) Foto Christina Morillo, Pexels.

4. Nimm die positiven Dinge wahr

  • Achte darauf, dass du die kleinen Dinge bemerkst und ermutige sie darin.

5. Arbeite mit den Eltern zusammen

  • Wenn der Jugendliche noch nicht mit seiner Familie gesprochen hat, ist dies ein MUSS. Du kannst Depressionen nicht geheim halten.
💡
TIPP: Biete an, MIT den Eltern der/des Jugendlichen zu sprechen, vereinbare ein Datum, bis zu dem sie/er mit den Eltern sprechen wird, und wenn sie/er es bis zu diesem Datum nicht macht, lass sie/ihn wissen, dass du mit ihren/seinen Eltern für sie/ihn sprechen wirst.
  • Wenn die Eltern bereits Bescheid wissen, informiere dich bei ihnen über ihre/n Tochter/Sohn, aber auch darüber, wie es ihnen geht.
Psychische Probleme bei Teenagern rechtzeitig ansprechen
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6. Melde dich bei der/dem Jugendlichen

  • Wenn sie/er eine Zeit lang nicht gekommen ist, schreibe ihr/ihm eine WhatsApp oder Textnachricht, rufe sie/ihn an oder schreibe ihr/ihm eine Nachricht über soziale Medien.
  • Mach ihr/ihm kein schlechtes Gewissen, weil sie/er die Jugendstunde verpasst hat, sondern bestätige nur, dass du an sie/ihn denkst.
  • Biete an, mit dem Jugendlichen zu unternehmen, 1:1
  • Frag die Eltern um Erlaubnis.
  • Sei nicht beleidigt, wenn du ein Nein als Antwort erhältst, denn die Bitte ist sehr viel wert.
Gläubig. Depressiv. Gehalten.
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