Tipps, wie du erkennst, dass ein Jugendlicher auf eine psychische Krise zusteuert

Für Eltern und betreuende Erwachsene kann es schwierig sein, zwischen normalem jugendlichem Verhalten und den Anzeichen einer ernsthaften psychischen Störung zu unterscheiden. Ein Ratgeber mit sechs Fragen, die Erwachsene Jugendlichen stellen können, ist vielleicht hilfreich. Achte auch darauf, ob sich dein Jugendlicher offenkundig mit Menschen in seinem Leben oder sogar mit fiktiven Figuren identifiziert, die Depressionen oder Selbstmordgedanken haben. Selbstmordgedanken anzusprechen, mag beängstigend erscheinen. Aber angesichts der Tatsache, dass Selbstmord die dritthäufigste Todesursache bei 15- bis 24-Jährigen ist, darf man nicht einfach schweigen. Gespräche über Selbstmord sollten mit Worten darüber abgefedert werden, wie sehr der einzelne Jugendliche geliebt, gewollt und willkommen in deinem Leben ist. Es kann ein wenig irritierend sein, das Thema anzusprechen.

Daher solltest du mit sanfteren Fragen darüber beginnen, was die Jugendlichen beschäftigt und was sie in ihrem Leben belastet, anstatt mit einer Frage zu beginnen, die vielleicht zu direkt ist.
Themenseite: Selbstmord und Sterbehilfe
Deutschlandweit sterben Jahr für Jahr mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogen und HIV zusammen.

In diesem Mashable-Artikel wird ein Test zur Ermittlung des Selbstmordrisikos beschrieben, der mit dieser Frage beginnt: »Hast du dir schon einmal gewünscht, tot zu sein, oder gewünscht, einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen?«

Die Frage ist deswegen von Bedeutung, weil sie ein Gefühl anspricht, das bei vielen Suizidgefährdeten weitverbreitet ist: den Wunsch nach Flucht. Das National Institute of Mental Health listet eine Reihe von Gründen auf, warum jemand darüber nachdenken könnte, sein Leben zu beenden. Zu diesen Gründen gehören das Gefühl der Hoffnungslosigkeit in Bezug auf Lebensereignisse, das Gefühl, gefangen zu sein, oder das Gefühl der Verlorenheit. Der rote Faden, der diese Gefühle miteinander verbindet, ist die Vorstellung, dass es nur einen Ausweg gibt.

Wir alle haben schon den Wunsch verspürt, aus sehr schmerzhaften Situationen herauszukommen; das ist ganz natürlich, es ist menschlich. Aber für einen jungen Menschen, der das Gefühl hat, gefangen zu sein, ist es vielleicht das Intensivste, was er in seinem relativ kurzen Leben je durchgemacht hat. Jeder engagierte Erwachsene weiß, dass diese Zeiten kommen und gehen, aber für einen Jugendlichen scheint das Gefühl absolut und endlos zu sein.

Niemand sollte allein durch diese Erfahrung gehen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern und betreuende Erwachsene mit ihren Jugendlichen über deren Gefühle sprechen. In Johannes 10,10 sagt uns Jesus, dass er gekommen ist, um uns »das Leben in ganzer Fülle zu schenken« (NLB). Er ist der Ausweg, den suizidgefährdete Jugendliche wirklich suchen. Ein Jugendlicher, der mit Hoffnungslosigkeit zu kämpfen hat, ist vielleicht noch nicht bereit, das zu hören. Aber Eltern und fürsorgliche Erwachsene können diese Wahrheit verkörpern, indem sie diese für ihren Jugendlichen uneingeschränkt glauben, während sie ihm mit Aufrichtigkeit und Liebe begegnen.

Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
– Reinhold Niebuhrs

Wir können Menschen, die unter psychischen Krisen leiden, nicht retten, sosehr wir uns das auch wünschen mögen. Aber gestärkt durch die Gnade Gottes und ermutigt durch seine Liebe, können wir für sie da sein.  Mit den Worten von Reinhold Niebuhrs »Gelassenheitsgebet« können wir sie daran erinnern, »einen Tag nach dem anderen, einen Augenblick nach dem anderen zu leben und die Schwierigkeiten als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren«. Gott ist mächtig genug, um auch und gerade diejenigen zu erreichen, die ihn am meisten brauchen. Wir können darauf vertrauen, dass die Worte aus Psalm 31 für unser eigenes Leben und das Leben unserer Lieben wahr sind: »Doch ich vertraue auf dich, HERR, und sage: ›Du bist mein Gott!‹ Meine Zukunft liegt in deinen Händen.« (NLB)

Beziehungsfragen

  • Was macht dir im Leben am meisten Freude?
  • Glaubst du, dass Jesus leidenden Menschen Hoffnung gibt? Warum oder warum nicht?
  • Wenn du verzweifelt und ohne Hoffnung wärst, wie sollen die Menschen dich ansprechen, was würdest du dir wünschen?
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