1. Wahrnehmen
2. Unplug
3. Empfangen
4. Hingeben
5. Simplify
6. Klagen
7. Verlieren
8. Neu werden
Lies mich zuerst.
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Wenn es darum geht, Abschlussjahrgänge auf das Leben nach der Jugendarbeit vorzubereiten, sind das wahrscheinlich die zwei wichtigsten Zahlen, die du kennen solltest.
- Ungefähr die Hälfte der Jugendlichen im Abschlussjahrgang hat nach dem Abschluss deutlich damit zu kämpfen, ihren Glauben zu behalten und eine Gemeinde zu finden.
- Nur etwa einer von sieben Studienanfängern fühlte sich durch seine Jugendarbeit gut auf das vorbereitet, was ihn nach dem Schulabschluss erwartete.
Für uns geht es bei dieser Forschung aber um mehr als Zahlen. Es geht um echte Jugendliche – Jugendliche, die gerade jetzt in deiner Jugendgruppe sind.
Sieben Jahre lang hat unser Team am Fuller Youth Institute (FYI) über 500 Absolventen von Jugendgruppen beim Übergang ins Studium begleitet, um besser zu verstehen, wie wir Teenagern helfen können, einen Glauben zu entwickeln, der bleibt, oder wie wir es nennen: Sticky Faith (Glaube, der bleibt).
Was als Forschungsprojekt begann, ist zu einer Bewegung geworden; eine Bewegung von Gemeinden, Eltern, Großeltern, Jugendleitern, Mitarbeitern in der Arbeit mit Kindern und leitenden Pastorinnen und Pastoren, die junge Menschen mit einem Glauben ausrüsten wollen, der nach der Schulzeit nicht nur überlebt, sondern aufblüht. Schau gern bei stickyfaith.org vorbei. Dort findest du viele Ressourcen, die wir erstellt haben, um dich auf diesem Weg zu unterstützen.
Was wir durch unsere Forschung gelernt haben, ist, dass regelmäßige Glaubenspraktiken wichtig für Sticky Faith sind. Und doch wissen Teenager oft nicht, wie sie ihr geistliches Wachstum selbst pflegen können. Die FYI-Forschung zeigt, dass nur die Hälfte der Jugendlichen im Abschlussjahr einmal am Tag betet oder einmal pro Woche in der Bibel liest. Über Gebet und Bibellesen hinaus scheinen Teenager außerdem kaum Erfahrung mit weiteren zeitlosen Glaubenspraktiken zu haben, die in ihrem Alltag einen echten Unterschied machen könnten.
Diese Statistiken stammen aus einer Zusammenstellung verschiedener Studien. Mehr zu diesen Studien findest du unter fulleryouthinstitute.org/stickyfaith.
Einführung für Leiter
Als Nachfolgeprojekt an die Sticky-Faith-Forschung haben wir uns ein Jahr Zeit genommen, um geistliche Glaubenspraktiken zu untersuchen, die Kinder und Jugendliche besonders gut mit Gott verbinden und einen bleibenden Glauben fördern. Unser Fokus lag dabei auf Praktiken, die helfen, den Glauben in das gesamte Leben zu integrieren. Wir haben einige reflektierte und erfahrene Jugendmitarbeiterinnen und Jugendmitarbeiter eingeladen, mit uns gemeinsam zu denken. Eine Stiftung hat das Ganze großzügig möglich gemacht. Aus dieser Erkundung haben wir dieses Material zu geistlichen Praktiken als Einstiegshilfe für Jugendleiter und Eltern entwickelt, um junge Menschen einzuladen, neue Glaubensrhythmen zu entdecken und auszuprobieren. Rhythmen, die ihnen helfen, Sticky Faith jeden Tag zu bauen.
Wie nutze ich dieses Material?
Wir haben eine 8-Wochen-Serie erstellt, die du an deinen Kontext anpassen kannst. Du musst sie nicht zwingend als 8-Wochen-Serie verwenden, sondern kannst sie beispielsweise auf vier Wochen komprimieren oder auf sechzehn Wochen strecken. Die Idee ist, dir eine Struktur zu geben, die du nutzen kannst, um Jugendlichen zu helfen, geistliche Übungen neu zu denken und sich neu drauf einzulassen – als einen Weg, Gott jeden Tag mehr wahrzunehmen, weit über die Serie hinaus. Wir wünschen uns, dass junge Menschen ermutigt werden, ihr Leben lang immer wieder Gott aktiv zu suchen.
Jede Woche stellen wir dir bereit:
1. Guide für Leiter: Eine 20–30-minütige Einheit, die du in der Jugendgruppe oder im Kleingruppen-Setting nutzen kannst. Wenn du lieber nur 5–10 Minuten für das Wochenthema aufwenden willst (z.B. als Teil eurer Worship-Zeit), kannst du auch gern nur einen der Abschnitte nutzen:
- ⏳ Den Moment wahrnehmen: eine Einstiegsaktivität, ein Gespräch oder eine Übung, um deiner Gruppe zu helfen, sich auf das Wochenthema zu fokussieren.
- 📖 Gottes Wort wahrnehmen: Eine angeleitete Beschäftigung mit der Bibel, sei es durch Lehre, Meditation über den Text oder eine andere Übung.
- 🏔️ Gott wahrnehmen: Eine gemeinschaftliche Gebetsübung oder Reflexion, die hilft, die Jugendlichen mit Gottes Gegenwart zu verbinden.
- 🗓️ Diese Woche wahrnehmen: Vorschläge für Schritte, die aus dieser Erfahrung in den restlichen Wochenalltag hineinfließen können.
2. Daily Guide: Etwas, das ein Jugendlicher, eine Leitungsperson oder ein Elternteil zu Hause für sich selbst einmal oder auch mehrmals pro Woche machen kann, um weiter über das Thema nachzudenken und eine geistliche Praxis auszuprobieren und zu festigen. Der Daily Guide folgt jede Woche demselben Muster wie der Guide für Leiter. Ihr könntet sogar eure ganze Gemeinde in diese Serie einbeziehen und den Daily Guide generationenübergreifend nutzen.
3. Ideen für Familien: Praktiken, die eine Familie gemeinsam machen kann, sowie Fragen, die sich eine Familie in der Woche gegenseitig stellen kann.
Diese Serie wurde von einem Team aus Jugendleiterinnen und -leitern, die täglich mit Teenagern und ihren Familien arbeiten, zusammen mit dem FYI-Autorenteam entwickelt. Die meisten dieser Personen haben das Material in ihrer eigenen Arbeit während der Fastenzeit eingesetzt, zusammen mit anderen Teststandorten im ganzen Land, die Feedback für dieses Endprodukt gegeben haben.
Bitte beachte aber: Auch wenn wir alle in der Jugendarbeit tätig sind, kennen wir deine Gemeinde nicht. Wir kennen weder deine Jugendlichen noch deine gewohnten Abläufe. Du wirst vielleicht feststellen, dass einige dieser Ideen in deinem Kontext nicht funktionieren. Nutze bitte die Teile aus diesem Guide, die für deine Gruppe hilfreich sind, und passe den Rest an oder gestalte ihn neu (oder schmeiß ihn raus!). Vielleicht bevorzugst du klare, ausformulierte Anleitungen oder arbeitest lieber freier. Passe es entsprechend an.
Zur Fastenzeit ...
Vielleicht bist du es gewohnt, als Gemeinde oder in der Jugendarbeit die Fastenzeit zu feiern, vielleicht aber auch nicht. Aber diese reiche Tradition der Kirche gibt uns richtig gute Ansatzpunkte für eine tiefere Jüngerschaft.
Und es geht um so viel mehr, als nur auf Schokolade zu verzichten.
Weil die Fastenzeit ein fester Zeitraum von 40 Tagen im Kirchenjahr ist, der auf Ostern hinführt, und in verschiedenen Konfessionen gelebt wird, möchten wir dich einladen, die Fastenzeit als Chance zu nutzen, um Jugendliche an neue Praktiken heranzuführen. Du wirst einige dieser Themen im Verlauf des Materials von Woche zu Woche wiederfinden.
Aber du musst das natürlich nicht parallel zur Fastenzeit nutzen; es kann auch eine eigenständige Serie sein oder für eine Camp-Woche umgebaut werden. Oder: Wenn in deiner Gemeinde kaum über die Fastenzeit gesprochen wird, kannst du es trotzdem in den Wochen vor Ostern einsetzen – und das Wort »Fastenzeit« kein einziges Mal erwähnen.
Egal, wie du es nutzt: Wir würden uns sehr über dein Feedback freuen! Schick uns Rückmeldungen oder Stories gern an FYI@fuller.edu, und folge dem Blog des Fuller Youth Institute und dem FYI E-Journal während der Serie, um weitere Updates zu bekommen. Danke für das Privileg, in dieser Serie und Every Day gemeinsam Jesus zu dienen!
Kara Powell, Brad Griffin und das Autorenteam des »Sticky Faith Every Day«-Curriculums: Josh Bishop (Mars Hill Bible Church), Mindy Coates-Smith (Bel Air Presbyterian), April Diaz (Newsong Church), Laura Larsen (2nd Presbyterian), Keegan Lenker (Pasadena Nazarene), Jesse Oakes (Lake Avenue Church) und Mike Park (Newsong Church).
Besonderer Dank geht an Daniel S. Kim, der sowohl die Pilot- als auch die Endversion dieses Curriculums gestaltet und die Online-Bestandteile erstellt und betreut hat.
Vorbereitung
Hauptgedanke: Wenn wir die Fülle des Lebens erfahren wollen, die Gott uns durch Jesus jeden Tag anbietet, müssen wir bereit sein, alles zu verlieren, so wie Jesus es tat.
Du brauchst:
- Eine Bibel für jeden Jugendlichen
- Stifte und Papier
- Whiteboard oder Flipchart und Marker
- Mindestens ein Jugendlicher oder Erwachsener mit Internetzugang (über Smartphone oder Tablet)
⏳ Den Moment wahrnehmen
Verlust ist ein schwieriges Thema, bei dem es Jugendlichen oft schwerfällt, sich darauf einzulassen. Es geht an den Kern unserer Existenz, und es erinnert uns an unsere eigene Sterblichkeit und daran, dass das Leben extrem schmerzhaft sein kann. Nimm dir etwas Zeit und überlege, wie du dieses Thema bei deinen Jugendlichen einführen willst. Du könntest zum Beispiel so starten:
Wenn es passend ist, erzähl kurz von einer Situation aus der letzten Zeit, in der du persönlich Leid oder Verlust erlebt hast.
Lass deine Jugendlichen Gruppen von 2 bis 3 Personen bilden. Gib ihnen die Aufgabe, die letzten Worte Jesu vor seinem Tod in jedem der vier Evangelien zu finden. Gib ihnen ein paar Minuten und lenke dann ihre Aufmerksamkeit zurück.
Lass sie teilen, was ihnen aufgefallen ist, und schreibe die Beobachtungen auf ein Whiteboard oder eine Flipchart.
Falls es niemand erwähnt, weise darauf hin, dass sich Matthäus und Markus im Kern über Jesu letzte Worte einig sind, Lukas und Johannes aber jeweils etwas anderes betonen.
Bei Matthäus und Markus sind Jesu letzte Worte ein Zitat aus Psalm 22 und eine Frage an Gott: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Matthäus 27,46; Markus 15,34). Sie erwähnen, dass er noch einmal schreit, erwähnen aber nicht, ob seine Schreie Worte waren oder nur Schreie.
Der Bericht von Lukas endet damit, dass Jesus Gott sagt: »Vater, ich lege meinen Geist in deine Hände!« (Lukas 23,46), und Johannes schreibt, dass Jesus sagte: »Es ist vollbracht!« (Johannes 19,30).
Bitte die Jugendlichen, zu kommentieren, warum sie glauben, dass die Evangelisten unterschiedliche letzte Worte betonen. Erkläre dabei die Bedeutung letzter Worte und warum es für die Schreiber wichtig gewesen sein könnte, dies jeweils so festzuhalten.
📖 Gottes Wort wahrnehmen
Bitte einen Jugendlichen oder Erwachsenen, Matthäus 27,45–50 laut vorzulesen.
Gib ihnen eine Minute zum Austausch. Lass dann jemanden am Handy eine Definition für »verlassen« nachschlagen. Dabei werden Begriffe wie »weggehen«, »sich entfernen« oder »eine Beziehung beenden« fallen. Formuliere Jesu Gebet anschließend in eigenen Worten um, zum Beispiel so:
Bitte jemanden, Matthäus 27,50 noch einmal zu lesen (»Da schrie Jesus noch einmal und starb«). In anderen Übersetzungen steht: »Jesus aber schrie wieder mit lauter Stimme und gab den Geist auf.«
Gib ihnen kurz Zeit zum Austausch. Weise dann darauf hin, dass Matthäus nicht nur beschreibt, wie Jesus sich von Gott verlassen fühlt, sondern auch, wie er schließlich »aufgibt«. Du könntest so weiterführen:
🏔️ Gott wahrnehmen
Fahre fort und erkläre diese Realität: Jesus lädt uns ein, mit ihm zur Auferstehung zu kommen. Aber wie Jesus im Garten Gethsemane gelernt hat, gibt es keinen Weg zur Auferstehung, ohne vorher die Kreuzigung erlebt zu haben. Es gibt keinen Weg zu neuem Leben außer durch Aufgeben, Hingabe und Verlieren.
Das hilft uns, Jesu Worte in Matthäus 16,24–25 besser zu verstehen: »Wer von euch mir nachfolgen will, muss sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Wer versucht, sein Leben zu behalten, wird es verlieren. Doch wer sein Leben für mich aufgibt, wird das wahre Leben finden.« Offenbar ist das Verlieren ein zentraler Teil der Nachfolge Jesu. Im Garten Gethsemane betete Jesus: »Mein Vater! Wenn es möglich ist, lass den Kelch des Leides an mir vorübergehen. Doch ich will deinen Willen tun, nicht meinen.«
Lade die Jugendlichen ein, ihre Augen zu schließen und ihre Hände vor sich zu halten, mit den Handflächen nach unten, die Fäuste geschlossen. Bitte sie, sich etwas vorzustellen, woran sie in ihrem Leben festhalten, in dem Versuch, die Kontrolle zu behalten, so als würden sie es gerade in ihrer Hand halten. Lade sie dann ein, ihre Handflächen nach oben zu drehen und ihre Hände zu öffnen, als Zeichen ihrer Bereitschaft, diese Dinge loszulassen. Weise sie an, während sie das tun, mehrmals still zu Gott zu beten: »Nicht wie ich will, sondern wie du willst.«
Beende diese Zeit mit einem gesprochenen Gebet und erinnere daran, dass Karfreitag nicht das Ziel der Geschichte ist, sondern Ostersonntag, und Jesus uns zeigt: Der einzige Weg zur Freude des Sonntags führt durch den Verlust des Freitags.
🗓️ Diese Woche wahrnehmen
Ermutige die Jugendlichen, den Daily Guide die Woche über selbstständig zu nutzen, um einen Rhythmus des Wahrnehmens in ihrem Alltag aufzubauen.
