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Was ist truestory? truestory ist eine Jugendevangelisation von proChrist: An mehreren Abenden, den truestory Nights, erzählen Evangelistinnen und Evangelisten von Jesus und laden Jugendliche ein, ihn kennenzulernen. Was ist dieser Beitrag? Einer der fertigen Abendentwürfe aus dem truestory-Evangelistenheft, das die Evangelisten zur Vorbereitung nutzen. Du findest darin alles für einen kompletten Abend zu einem Thema und Bibeltext: die Lebenswelt der Jugendlichen, den Hintergrund zum Text, mögliche Fragen, einen ausgearbeiteten Predigtaufbau für die beiden Formate »Dialog« und »Bühne« sowie konkrete Reaktionsideen. So kannst du ihn nutzen: als sofort einsetzbare Vorlage für einen eigenen evangelistischen Abend oder Jugendabend, die du frei an deine Gruppe anpasst.

truestory Abend 00 · Johannes 20,24-29

Hörerperspektive zum Thema

Jugendliche schauen zweifelnd auf ihr Smartphone. Ist das ein echtes Bild, das mir auf Insta angezeigt wird? Hat dieses TikTok Video wirklich so stattgefunden? Dank KI ist es schließlich keine große Kunst mehr, veränderte Bilder echt aussehen zu lassen.

Jugendliche zweifeln an der Politik. Wer hält denn, was er verspricht? Welcher Person, welcher Partei kann ich vertrauen, dass sie nach der Wahl für das einsteht, für das ich sie gewählt habe? Jugendliche zweifeln an ihrer Selbstwirksamkeit. Kann ich etwas in dieser Welt verändern? Oder ist es letztlich doch egal, wie viel Müll ich produziere oder wie viele Fernreisen ich mache? Jugendliche zweifeln an ihrem Selbstwert. Bin ich wertvoll? Bin ich für jemanden wichtig? Habe ich echte, tiefe Freundschaften? Jugendliche zweifeln am Glauben. Bringt der Glaube etwas? Existiert Jesus wirklich und greift er ein? Kann ich Jesus im Alltag wirklich spüren und erleben?

Zweifeln ist anstrengend. Die Jugendlichen wissen nicht, was sie glauben und wie sie sich entscheiden sollen. Gefragt sind gutes Urteilsvermögen, Vertrauen und Glauben. Der Zweifel sucht nach Wahrheit, nach Sicherheit und Klarheit, um gute Entscheidungen treffen zu können. Aber an wen können Jugendliche sich wenden? Wer hilft ihnen aus den Zweifeln heraus?

Die truestory Nights sollen ein Ort sein, an den die Jugendlichen mit ihren Zweifeln hingehen können. Die Mitarbeitenden haben sich wochenlang auf die truestory Nights vorbereitet. Sie haben Zeit und Energie in die Vorbereitungen gesteckt. Und dann kommen kurz vor dem Start doch noch Zweifel. Warum soll ich zu dieser Veranstaltung einladen? Wenn ich dazu einlade, welches Bild wirft das auf mich? Wird es peinlich? Lohnt sich der Aufwand – kommt überhaupt jemand (Neues)? Ich zweifle selbst immer wieder an meinem eigenen Glauben – kann ich dann hier trotzdem mitarbeiten?

Lotte: Ich bin total überzeugt von dem Konzept von truestory, weil man hier seine Fragen loswerden und Antworten auf seine Zweifel findet. Aber ich habe Sorge, dass meine Freundin sich gar nicht richtig darauf einlässt.
Marco: Ich frage mich, ob ich ein schlechter Christ oder ein schlechter Mitarbeiter bin, weil ich selbst noch so viele Glaubensfragen habe.

Evangelium zum Thema

Bei Jesus ist Zweifeln eindeutig erlaubt. Er begegnet dem Zweifel, lädt zum kritischen Nachforschen ein und schenkt Gewissheit. Genau das soll bei truestory passieren. Die Zweifel werden ernstgenommen, wir »fühlen« und gehen dem auf den Grund. Auf viele Fragen haben wir gute Antworten und bei dem Rest erwarten wir, dass Jesus sich erlebbar macht wie damals bei Thomas. Jesus hat weder Angst vor Fragen, noch vor Zweifeln. In den ganzen Evangelien gibt es keine hinterhältige Frage, keinen offenen Zweifel, worauf er nicht passend reagiert. Er ist, wer er ist, und daran ändert auch kein Verhör etwas. Jesus ist der Kern von truestory. Es ist eine Veranstaltung, die Raum schafft, IHM zu begegnen. Jesus ist nicht peinlich. Was er sagt, ist die Wahrheit. Er kann Menschen berühren und verändern. Weil Jesus wahr und seine Macht echt ist, brauchen wir keine Angst vor Zweifeln haben. Weder vor unseren eigenen noch vor denen der Menschen, die wir erreichen wollen. Gottes Geist kann Klarheit schenken.

Bei truestory öffnen wir den Raum für Fragen und Zweifel. Es ist die Möglichkeit, dem Glauben nochmal auf den Grund zu gehen. Jugendliche stellen die christliche Weltanschauung auf den Prüfstand und fragen sich, ob das vielleicht der Wahrheit entspricht. Sie wollen wissen, ob der Glaube relevant ist und Kraft hat, etwas in dieser Welt und in meinem Leben zu bewirken. Wir wollen einen Save Space kreieren, in dem gezweifelt und gemeinsam nach Antworten gesucht werden darf. Wenn wir davon ausgehen, dass Jesus die Wahrheit ist, können schwierige Fragen höchstens unsere Erklärungsgrenzen zum Vorschein bringen. Unser Glaube bleibt fest, denn Jesus ist der Grund.

Wo unsere Erklärungsgrenzen sind, beten wir, dass Jesus den Zweiflern begegnet und ihnen Gewissheit schenkt, wie damals Thomas. WIR müssen niemanden überzeugen. Wir erzählen von Jesus, wir führen die Menschen zu ihm – den Rest übernimmt er.

Hintergrund zum Text

Die Geschichte von Thomas zeigt, dass es bis in den engsten Jüngerkreis zunächst Zweifel an der Auferstehung gab. Am Ende sind keine Unsicherheit und Ungewissheit mehr da. Jesus überzeugt.

»Wir haben den Herrn gesehen« ist die Kurzformel für die Erfahrung einer Erscheinung. Nach 8 Tagen meint am darauffolgenden Sonntag. Der Sonntag wird als christlicher Feiertag angedeutet. Ob Thomas die Wunden berührt hat, bleibt offen. Er antwortet Jesus mit einem vorbehaltlosen Bekenntnis. Thomas glaubt nicht ohne handgreifliche Beweise. Jesus kommt dem nach. Glaube, der im Kern ein äußeres Sehen benötigt, bleibt unzulänglich. Er wird trotzdem nicht abgewertet, weil Thomas am Ende wirklich versteht, wer Jesus ist. Jesus holt Thomas da ab, wo er ist.

Die Geschichte um Thomas ist die Schlussgeschichte für das Johannesevangelium (Kapitel 21 gilt als Nachwort). Johannes verfolgt damit zwei Absichten. Zum einen soll christologisch festgehalten werden: Jesus ist Gott. Im Wirken und im Wesen ist Jesus eins mit dem Vater (vgl. 14,9). Thomas erkennt Jesus jetzt, wie er gesehen werden will und soll. Zum anderen will Johannes an uns, die künftige Gemeinde, appellieren: Jesus wird uns als der Auferstandene nicht zum Anfassen erscheinen. Trotzdem sollen wir glauben. Jesus wertet den Glauben auf, der auf dem Zeugnis der Jünger und auf dem Wort beruht.

Die Geschichte hat zwei Themenlinien. Zum einen der Glaube daran, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Thomas wehrt sich gegen den Glauben. Jesus fordert ihn auf zu glauben. Thomas bekennt. Die Glaubenden werden seliggepriesen. In der zweiten Linie geht es um das Sehen als Bedingung für den Glauben. Thomas hat das Verlangen, zu sehen und nachzuprüfen, ob das stimmt, was ihm die anderen Jünger erzählen. Jesus nimmt dieses Verlangen ernst und kommt ihm nach.

Konkrete Bedeutung

Schon im Kreis der engsten Vertrauten von Jesus gab es jemanden, der etwas Handfestes gebraucht hat. Es hat ihm nicht gereicht, die Botschaft nur zu hören. Jugendliche haben eine Sehnsucht nach handfesten Indizien. Sie wollen aufgrund der Stichhaltigkeit überzeugt werden. Sie wollen nicht im Unsicheren bleiben, sondern Glaubenserfahrungen machen.

Der Bibeltext sagt dazu: Eigentlich sollte das nicht nötig sein. Das Evangelium und die Zeugnisse der Menschen sollten für sich sprechen. Das sollte ausreichen, um zu glauben, dass es Jesus gibt und dass er Gott ist, kurzum: dass Glaube ein festes Fundament hat.

Gleichzeitig erleben wir in dem Text, wie Jesus seelsorgerlich mit Thomas umgeht. Er kommt in den Raum und wendet sich sofort Thomas zu. Er gibt Thomas den Beweis, nachdem er sich sehnt. Jesus schimpft nicht mit ihm. Er sagt nicht: »Ich bin enttäuscht, wie kannst du nach so langer Zeit immer noch zweifeln?« Thomas muss sich nicht erklären. Jesus kennt sein Herz. Er weiß, dass das jetzt wichtig für Thomas ist, um dabei zu bleiben. Er gibt ihm die Gewissheit, die er braucht. Der Bibeltext lädt dazu ein, sich über die eigenen Zweifel klar zu werden. Was brauche ich, um Gewissheit zu bekommen? Für truestory bedeutet das: Wie bei Thomas kennt Jesus auch die Herzen der Teens, die kommen. Er weiß, mit welchen Zweifeln sie sich herumschlagen. Er weiß, was es braucht, um ihnen Gewissheit zu schenken. Er kennt die Bedingungen, die vom Unglauben zum Glauben führen.

Lotte: Ich will mich trauen, meine Freundin einzuladen. Wenn sie hier nicht zum Glauben kommen kann, wo dann – sie liebt Gespräch und Diskussion.
Marco: Ich finde es cool, dass ein Jünger Jesu solche Zweifel hatte. Wenn Jesus Thomas gebrauchen kann, kann er mich vielleicht auch gebrauchen.

Zielgedanke

Jesus begegnet dem Zweifel(nden) und schenkt Gewissheit.


Dialog + Bühne Entwürfe

Dialog

Einleitung in den Text

Ich habe euch heute etwas mitgebracht, wovon ich ausgehe, dass wirklich jeder es kennt und vermutlich auch schonmal benutzt hat. Wer hat sowas (Becherlupe zeigen) schonmal gesehen? Und wer hat schonmal einen Gegenstand durch diese Becherlupe genauer angeschaut? Diese Becherlupen sind ziemlich genial, weil man z. B. Lebewesen genau unter die Lupe nehmen kann, ohne Sorge zu haben, dass sie während der Beobachtung wegkrabbeln und wieder verschwinden. Bei Insekten kann man sich die Flügel, die Fühler, den Panzer oder die Beine genau anschauen. Finde ich die Ohren am Bauch des Grashüpfers? Welche Ameise habe ich da eigentlich vor mir – ein Männchen oder die Königin, …

Ich muss zugeben – Insekten und Reptilien mag ich nicht sonderlich gern. Trotzdem finde ich es unglaublich interessant sie genau anzuschauen. Hinter einem Glas ist das dann auch für mich denkbar. Diese wahnsinnigen Augen, die Zusammensetzung der Flügel, die vielen Haare an den Beinen… Da lohnt es sich wirklich mal genau hinzusehen und zu überprüfen, was man im Biounterricht lernt. Und ich habe festgestellt, dass ich da nicht die Einzige bin, die gern gründlich nachschaut. Ich möchte euch heute eine Person aus der Bibel vorstellen, die ebenfalls gern auf Nummer sicher geht.

Thomas ist einer der zwölf Jünger Jesu. Er hört davon, dass Jesus, nachdem er gekreuzigt wurde, wieder lebt. Da kommen ihm Zweifel.

Mögliche Fragen

  • Wo war Thomas, als Jesus das letzte Mal dort war?
  • An welchem Tag kam Jesus wieder?
  • Wieso hatten die Jünger die Türen verschlossen?
  • Wenn Thomas einer der zwölf Jünger war, war er dann wirklich ungläubig?
  • Warum sagt Thomas »Mein Herr und mein Gott«?
  • Warum »schimpft« Jesus mit Thomas, ist das nicht unfair? Die anderen haben Jesus schließlich auch alle selbst gesehen.
  • Darf ich nicht an Jesus/im Glauben zweifeln?
  • Darf ich Jesus (auch) um einen »Beweis« bitten, dass es ihn gibt?
  • Warum beweist sich Jesus mir nicht?
  • Wieso sind die glücklich, die Jesus nicht sehen und trotzdem glauben?

Ideen für den Schlussimpuls

»Ich will. Ich will sehen. Ich will fühlen.« Thomas will sich selbst überzeugen. Jeden Zweifel ausräumen. Meines Erachtens gibt es 2 Möglichkeiten auf Zweifel zu reagieren.

Die eine Möglichkeit: Ich sage »Im Zweifel für den Zweifel«. Ich bleibe in der Ungewissheit und fühle mich da eigentlich auch ganz wohl. Ein guter Ort für wenig entscheidungsfreudige Menschen. Aber auch ein Ort, an dem ich feststecke. Im schlimmsten Fall lähmen mich meine Zweifel. Wenn ich nicht weiß, ob ich meiner Freundin vertrauen kann, werde ich ihr nie meine Geheimnisse verraten. Unsere Beziehung wird nie tiefer werden.

Die andere Möglichkeit: Ich nutze die Chance, tiefer zu bohren. Ich WILL eine Entscheidung treffen. Ich WILL weiterkommen. Thomas entscheidet sich genau dafür. Er will wissen, ob die Sache mit der Auferstehung wirklich stimmt.

Die Auferstehung Jesu ist so unglaublich, dass da total schnell Zweifel aufkommen können. Stell dir mal vor, Thomas hätte Jesus nicht selbst gesehen und wird später von jemandem gefragt: »Sag mal, bist du dir sicher, dass Jesus wieder auferstanden ist? Ich meine, du warst doch einer seiner besten Freunde – warum hat er sich nicht nochmal persönlich von dir verabschiedet? Findest du das nicht komisch?« Und auf einmal nagt der Zweifel an Thomas: »Naja, komisch ist das schon. Die anderen haben das halt erzählt und ich habe ihnen geglaubt. Aber ob das so stimmt…«

Thomas hat Jesus nach der Auferstehung gesehen. Es wurde ihm nicht nur erzählt. Es war auch keine optische Täuschung. Jesus war da. Niemand wird ihm diese Erfahrung nehmen. Niemand wird ihn von etwas anderem überzeugen können. Und das Verrückteste: Jesus ist von sich aus auf ihn zugegangen. Jesus lädt Thomas ein, zu fühlen, zu überprüfen. Thomas brauchte diesen Beweis. Jesus wusste das. Er ist dem Zweifel begegnet.

Die Jugendlichen, die diese Woche zu unseren truestory Nights kommen, sind auf der Suche. Jesus ist mit ihnen schon einen Weg gegangen, sonst wären sie nicht hier. Sie WOLLEN. Sie wollen von Jesus bewegt werden. Sie haben ein Verlangen, das gestillt werden will. Sie haben zumindest Fragen, auf die sie eine Antwort wollen. Oder sie sind neugierig geworden und wollen sehen, was es mit Jesus auf sich hat. Jesus kennt ihre Wünsche und ihre Zweifel, und er weiß, was die Teens brauchen. Deshalb kannst du voller Zuversicht in diese Woche gehen. Gott ist da. Der Heilige Geist wird dich gebrauchen, um Jugendliche anzusprechen. Diese Erwartung und diese offene Herzenshaltung wünsche ich dir für truestory.

Gott wird dich gebrauchen, um Jugendlichen ihre Zweifel zu nehmen. Der Heilige Geist wird dich erfüllen und dir zeigen, was du sagen oder tun sollst. Vielleicht bekommst du einfach ein Gefühl, wen du ansprechen oder mit wem du kickern sollst.

Bühne

Ideen zur Veranschaulichung

  • Während du über die erste Möglichkeit redest, auf Zweifel zu reagieren, kannst du auf dem Balanceboard stehen.
  • Chips und Popcorn von der Marke »Zweifel« als Snacks für den Abend kaufen
  • Max Giesinger »Deine Zweifel« -> bleiben sie wie in dem Lied oder kann ich sie abgeben?
  • Übungen mit Balance Brettern – mit Zweifeln ist man dauernd am Wanken – das ist anstrengend
  • Riesen-Jenga spielen als Zweifelsturm
  • Zweifel-Wand als Gebetsanliegen an ein Gebetsteam weitergeben, das während der Woche für truestory betet

Möglicher Predigtaufbau

Hast du manchmal auch das Gefühl, etwas verpasst zu haben? Da war die Party des Jahres und wochenlang sprechen alle von Geschichten, die da passiert sind und du… du warst nicht dabei.

So, nur noch krasser muss das für Thomas gewesen sein. Es ging nämlich nicht nur um irgendwelche peinlichen Aktionen, die er nicht mitbekommen hat. Seine Freunde haben einen Toten gesehen. Und jetzt wollen sie ihm weis machen, dass sie ihren gemeinsamen toten Freund lebendig gesehen haben. Das ist doch krass, das muss man sich mal vorstellen. Vielleicht denkt Thomas sich »Okay, wilde Story.« Vielleicht denkt er auch, dass das ganz schön makaber ist, ihn so kurz nach dem Tod von Jesus damit zu verarschen. Aber die Freunde hören nicht auf mit dem Quatsch. Die meinen das ernst. Aber verarschen kann Thomas sich allein. Wenn er das im Ernst glauben soll, dann muss er das sehen.

Kennst du das? Die Geschichte ist so unglaublich, dass man das wirklich nicht glauben kann. Wenn du mir sagst, Gegenstände oder Menschen beamen sei jetzt möglich, dann würde ich auch sagen: Das muss ich erstmal sehen, bevor ich es glaube. In meiner Vorstellung ist das einfach unmöglich. Ich kann mir das nicht erklären. (Chinesische Wissenschaftler haben es wohl schon geschafft, Photonen über 400 km zu beamen.)

Thomas zweifelt. Und ich finde das völlig normal. Die anderen Jünger (außer einem) haben Jesus ja schließlich auch erst gesehen, bevor sie es glaubten. Wenn ich an etwas zweifle, bietet das auch die Chance, tiefer zu graben. Ich kann der Sache auf den Grund gehen. Ich muss vielleicht auch um eine Antwort ringen. Und das lässt mich wachsen. Wenn ich mich mit Themen auseinandersetze, stärkt das meinen Charakter, meine Meinungsfindung. Ich glaube z. B. nicht mehr aus Tradition, weil ich halt so aufgewachsen bin. Ich habe mich selbst damit auseinandergesetzt. Ich habe meinen Glauben hinterfragt, habe Antworten gefunden, aber auch neue Fragen. Mein Glaube entwickelt sich und wird standhaft. Nicht jedes Leid, jede Krise wirft mich mehr aus der Bahn, weil ich Erfahrungen gesammelt habe. Mein Glaube ist praxiserprobt. Zum Glück sind wir ja auch nicht allein unterwegs. Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen, wenn wir zweifeln. Wir können uns helfen, da rauszukommen. In einer Gemeinschaft ist es unwahrscheinlich, dass alle gleichzeitig zweifeln, geschweige denn an der gleichen Sache. Während es mir gerade schwerfällt zu glauben, ist mein Freund vielleicht gerade total »on fire«.

In unserer Geschichte begegnet Jesus selbst Thomas. Er kommt rein, wendet sich sofort an ihn und sagt: »guck«, »fühl«, »überzeug dich selbst«. Der Glaube an Jesus ist belastbar, er hat Gründe. Er muss nicht einfach geglaubt werden – er ist erfahrbar. Dafür ist Jesus an dem Abend zu den Jüngern gekommen. Ihm ist wichtig, dass auch der letzte seiner Jünger es glauben kann. Bei Jesus darf gezweifelt werden. Es ist ihm nicht egal. Er sagt nicht: »Pech für Thomas, wenn er es nicht glauben will, dann halt nicht, dann verzichte ich auf ihn.« Jesus nennt die glücklich, die diese Bestätigung nicht brauchen. Menschen, die von seinem Wort und dem Zeugnis der Jünger so ergriffen sind, dass sie einen tiefen Glauben entwickeln. Und trotzdem wertet er Thomas’ Glauben nicht ab. Jesus sorgt dafür, dass Thomas sich vergewissern kann. Es ist ihm wichtig, dass Thomas glaubt. Und genauso ist es bei dir. Jesus lädt Thomas ein, zu fühlen, zu überprüfen und er lädt auch dich ein, in deinen konkreten Fragen nachzuforschen. Wie stark ist dieser Gott, dem du so wichtig bist, dass er auf deine Bedürfnisse eingeht. Gott fährt nicht ein Schema und wer es schafft dabei zu bleiben, der kann halt glauben und die anderen bleiben zurück. Jesus will dich gewinnen. Es gibt mich. Ich bin bei dir. Ich trag dich durch. Du bist nicht allein. Glaub an mich. Und wenn du ihn suchst, es dir aber schwerfällt zu glauben, dann begegnet er dir so, dass du es verstehst.

Evangelistische Zuspitzung

Ich wünsche dir, dass du selbst mit deinen Zweifeln zu Jesus gehst. Du kannst einfach beten, mit ihm reden:

»Du Jesus, in meinem Leben ist gerade so viel los und irgendwie habe ich dich in dem Chaos verloren. Ich kann gar nicht mehr glauben, dass du lebendig bist und eingreifst. Ich tappe im Dunkeln und suche nach Halt. Ich WILL an dich glauben, begegne mir. Lass mich dich erkennen, wie Thomas dich erkannt hat.«
»Du Jesus, ich wünsche mir so sehr, dass Menschen dich kennenlernen. Aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran, dass neue Jugendliche kommen. Überrasch mich und zeig mir nochmal neu deine Größe, Gott.«
»Du Jesus, die Jugendlichen haben Fragen und ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich verstehe selbst noch so wenig von dir und von der Bibel. Ich habe so wenig Antworten. Begegne mir diese Woche in meinen eigenen Zweifeln und hilf mir, dich zu bezeugen trotz meiner Zweifel.«

Gott lässt dich mit deinen Zweifeln nicht allein. Sprich sie aus im Gebet. Leg sie ihm vor die Füße und vertrau darauf, dass er ihnen begegnet. WIE er das macht, ist seine Baustelle. Sei sicher, es gibt eine Antwort.

In allen Zweifeln und Fragen meines Lebens bin ich total gewiss, dass es Gott gibt. Er ist da. Er ist größer als meine Probleme. Und weil es ihn gibt und weil es wahr ist, was in der Bibel steht, brauche ich keine Angst haben. Er wird es richten. Diese Gewissheit im Glauben gibt meinem Leben so einen Halt, dass ich mit dem Schwanken in anderen Lebensbereichen, ob Zukunftspläne, Beziehungsstress, … klarkomme.

Am Ende des Zweifelns steht bei Thomas ein Bekenntnis. Er ist sich sicher, dass es Jesus ist und bekommt damit einen Einblick in die Macht Gottes. Thomas vertraut Jesus und traut ihm sein Leben an. Und dazu will ich auch dich einladen – zu suchen, zu finden und zu vertrauen.

Reaktionsmöglichkeiten

Thomas brauchte etwas Handfestes. Die Zweifel, die die Jugendlichen haben, können auf ein Papier geschrieben, gefaltet werden und dann mit Hammer und Nagel an ein Holzkreuz genagelt werden. Nach dem Abend müssen die Zweifel vom Veranstalter ungelesen entsorgt werden (schreddern/verbrennen).

Als Kontrast zu Zweifeln, die die Jugendlichen unsicher machen, können Steine mitgenommen werden als Zeichen des festen Glaubens.