Was ist dieser Beitrag? Aus dem truestory-Evangelistenheft: das Handwerk hinter dem Aufruf zum Glauben — warum truestory dazu einlädt, das Hingabegebet und drei Formen, diese Einladung zu gestalten. Passend dazu gibt es die fertigen Abendentwürfe der Reihe, die dieses Material an konkreten Themen anwenden.
Die Zuspitzung des Abends auf eine konkrete, persönliche Reaktion der Besucher ist eines der Markenzeichen von truestory. Die Jugendlichen hören an den Abenden für sie unfassbare Dinge und brauchen eine Hilfestellung, wie sie damit umgehen können. Mit dem Gebet bieten wir ihnen eine Option an, ihre Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Es ist immer wieder bewegend, Menschen zu treffen, die bei truestory den Beschluss gefasst haben, mit Gott in ein neues Leben zu starten. Wie gut, wenn es für Menschen eine Hilfe ist, auf das Gehörte konkret reagieren zu können.
Warum wir bei truestory zum Glauben rufen
1. Die Antwort auf Gottes Einladung
Das Evangelium ist eine persönliche Einladung. Unser Wunsch und Gebet ist es, dass Menschen dieser Einladung folgen. Mit dem Aufruf, öffentlich zu antworten, zum Beispiel durch den Gang nach vorn zum Treffpunkt Kreuz, bieten wir die Möglichkeit zu einer persönlichen Antwort. Diese Möglichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil eines truestory-Abends.
2. Das öffentliche Bekenntnis entspricht dem Wesen des christlichen Glaubens
In unserer Gesellschaft wird Religion häufig als Privatsache angesehen. Das ist eine Folge der geistesgeschichtlichen Entwicklung in Europa, die durch die Glaubenskriege im 17. Jahrhundert und die Aufklärung im 18. und 19. Jahrhundert mitgeprägt ist. Doch das Evangelium zeigt: Die Nachfolge Jesu ist immer auch eine soziale und damit öffentliche Angelegenheit. Es gehört nicht nur in den persönlichen Bereich und ist erst recht keine Privatsache. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Schritt des öffentlichen Bekennens für viele Menschen eine Hilfe ist, sich im Glauben festzumachen und andere dazu ermutigt, sich ebenfalls zu Jesus Christus zu stellen. Deshalb bieten wir den Jugendlichen in allen truestory Nights an, nebenstehendes Gebet laut mitzusprechen.
3. Das öffentliche Bekenntnis führt zur Gemeinschaft
Der Glaube an Jesus ist immer Gemeinschaftssache. Wer Jesus nachfolgt, braucht dazu die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Glaube wird im gemeinsamen Leben einer christlichen Gemeinde gestärkt. Wir bieten den Jugendlichen Gespräche mit Mitarbeitenden an, die darauf vorbereitet und dafür geschult sind. Durch diese Gespräche soll auch ein Kontakt zur Integration in eine Gemeinde ermöglicht werden.
4. Wir vertrauen auf die Wirkkraft des Wortes
Letztlich kann nur Gottes Geist Menschen in die Nachfolge führen. Er gebraucht dazu auch unsere Worte. Jesus hat uns beauftragt und bevollmächtigt, in seinem Namen die Einladung auszusprechen und sagt uns seine Vollmacht zu: »Wer euch hört, der hört mich!« (Lukas 10,16) Wir können und wollen auch in der evangelistischen Verkündigung nichts erzwingen. Gott will unser Reden gebrauchen, um dadurch selbst zu den Jugendlichen zu reden. Wir rechnen mit dem Wirken des Heiligen Geistes und wollen Raum schaffen, dass die Jugendlichen ihre Antwort auf Gottes Anrede ausdrücken können.
5. truestory - eine Möglichkeit unter anderen
Wir tun das in dem Wissen, dass die direkte evangelistische Verkündigung (nur) ein Weg ist und dass Gott viele andere Möglichkeiten nutzen kann, um die Jugendlichen anzusprechen. Wir sind dankbar, dass viele junge Menschen in der Vergangenheit immer wieder auf die Verkündigung geantwortet haben. Manche sind auf den Aufruf hin nach vorn gekommen. Manche haben das Gebet an ihrem Platz mitgebetet. Manche haben nach der Veranstaltung ein Gespräch gesucht. Andere haben sich zum nachfolgenden Glaubenskurs angemeldet und dadurch ihren Entschluss, Jesus nachzufolgen, erkennbar gemacht.
6. Was passiert beim öffentlichen Aufruf?
In der Verkündigung laden wir ausdrücklich dazu ein, das Gebet als einen Beginn der Beziehung mit Gott zu verstehen. Bei den Veranstaltungen erleben wir, dass etwa ein Drittel derer, die nach vorn kommen, diesen Schritt als einen Beginn des Glaubens an Jesus verstehen. Ein zweites Drittel sieht darin eine Erneuerung des Glaubens. Das dritte Drittel kommt, um konkrete Lebensfragen anzusprechen oder spezielle Probleme oder Konfliktsituationen zu klären oder auch, um einfach für sich beten zu lassen.
Hingabegebet
Jesus, ich habe heute von dir gehört und ahne, was das für mich heißt. Danke, dass du mich so liebst. Ich bin verletzt worden. Bitte heile mein Herz. Ich habe andere verletzt. Bitte vergib mir. Ich will mein Leben mit dir leben. Danke, dass du mit mir auf dem Weg bist. Amen.
Viele Formen – ein Ziel
truestory bietet ganz besondere Chancen. Die örtlichen Situationen sind sehr unterschiedlich. Gerade in dörflichen Strukturen sieht das Umfeld oft ganz anders aus als in städtischen. Es ist notwendig, auf diese Unterschiede einzugehen. Das betrifft auch die Form, in der wir die Einladung zum Glauben aussprechen.
Die konkrete Einladung zum Glauben soll auch bei truestory im Zentrum stehen. Wir wollen aber bewusst unterschiedliche Formen in den Blick nehmen, in denen diese Einladung ausgesprochen wird. Im Zusammenhang mit den jeweiligen Programmentwürfen werden konkrete Vorschläge für die Gestaltung des Aufrufes gemacht. Hier möchten wir drei grundsätzliche Formen nennen, die wir uns bei truestory vorstellen können:
1. Das Gebet
An jedem Abend wird das gleiche Hingabegebet gesprochen. Besucher, die häufiger kommen, werden mit dem Wortlaut vertraut. Sie haben die Möglichkeit, sich mehrmals mit dem Gebet auseinanderzusetzen und ernsthaft zu überlegen, ob sie es sprechen wollen.
Es soll den Jugendlichen, die von Gott angesprochen wurden, Worte leihen, mit denen sie ihr Ja zu Jesus zum Ausdruck bringen können. Einen ersten Schritt im Glauben zu machen bedeutet, Jesus sein Vertrauen zu schenken, selbst wenn man noch nicht alles verstanden hat. Um den Teens das Verstehen zu erleichtern, kannst du beim Vorstellen des Gebetes einzelne Sätze noch mal erklären – s. r.
Das Gebet ist ein Anfang – danach werden Jugendliche eingeladen, Teil der christlichen Gemeinschaft zu werden. Dazu gibt es hilfreiche Angebote vor Ort. Allerdings fällt es Teens häufig schwer, diese Angebote wahrzunehmen. Du als Evangelist kannst sie dazu ermutigen, in dem du nach dem Gebet jemanden aus dem Ort das Weiterarbeitsangebot vorstellen lässt.
Jugendliche werden eingeladen, sich an Mitarbeitende zu wenden. Von ihnen bekommen sie Angebote, wo sie mit einsteigen können, um als Christ in einer hilfreichen Gemeinschaft zu leben. truestory bietet außerdem die Möglichkeit, im vertrauten Rahmen Dinge anzusprechen, für die es sonst wenig Raum gibt. Deshalb ist es wichtig, dass gesprächsbereite Mitarbeitende zur Verfügung stehen, die sich auf die Fragen und Nöte der Gäste einlassen.
So könnte diese Form des Aufrufes in der Praxis aussehen:
- Erklären, was gleich geschieht und das Hingabegebet bereits vorstellen
- Einladung zum Glauben
- Hingabegebet (vorgesprochen mit ein paar erläuternden Anregungen)
Jesus, ich habe heute von dir gehört und ahne, was das für mich heißt.
Du hast heute vielleicht das erste mal von Jesus gehört und hast noch viele offene Fragen. Ein Leben mit Jesus zu starten, bedeutet, Jesus sein Vertrauen zu schenken. Dafür musst du noch nicht alles verstanden haben.
Danke, dass du mich so liebst.
Jesus kennt uns und liebt uns – selbst wenn wir manchmal das Gefühl haben, das gar nicht zu verdienen. Er geht mit uns durch dick und dünn. Egal was wir anstellen, er steht zu uns.
Es ist unsere Erfahrung, dass wir verletzt werden und verletzen. Wir leiden an Wunden und werden selbst schuldig. Und darum lautet der nächste Satz:
Ich bin verletzt worden. Bitte heile mein Herz. Ich habe andere verletzt. Bitte vergib mir.
Ich will mein Leben mit dir leben. Danke, dass du mit mir auf dem Weg bist.
Das Team Jesus ist bunt. Er lädt dich herzlich ein, dazuzugehören. Es geht um nichts geringeres als dein ganzes Leben. Das ist der Anfang von deinem Weg mit Jesus.
Amen.
- Zuspruch, Segen und Einladung zum Gespräch
2. Die Einladung zum Kreuz
Die Einladung zum Treffpunkt Kreuz ist eine hilfreiche Möglichkeit für die Jugendlichen, aus der Masse herauszutreten und ihr Ja zu Jesus Christus öffentlich und fröhlich zu bekennen. Das Kreuz ist ein Markenzeichen von Jesus. Gerade auch für junge Menschen, die bereits in christlichen Kreisen unterwegs sind, kann diese Form eine Hilfe sein, um für sich Klarheit im Blick auf Jesus zu schaffen. Einige Jugendliche sind in christlichen Kreisen unterwegs ohne jemals ihre Beziehung zu Jesus in den Blick zu nehmen. Diese Form kann eine geeignete Möglichkeit sein, um das zu ändern.
So könnte diese Form des Aufrufes in der Praxis aussehen:
- Erklären, was gleich geschieht und das Hingabegebet bereits vorstellen
- Einladung zum Glauben
- Einladung zum Kreuz – Hingabegebet vorlesen
- Einladungslied (mit Reaktionsmöglichkeit)
- Hingabegebet (vorgesprochen)
- Zuspruch, Segen
- Verabschiedung und Übergang in die persönlichen Gespräche
3. Symbolische Handlungen
Für manche Jugendliche ist eine symbolische Handlung eine geeignete Form, um die eigene Entscheidung festzumachen. Vielleicht ist es das Bändchen am Kreuz, mit dem ich mich symbolisch an Jesus festmache. Vielleicht ist es die Scherbe, die ich ans Kreuz legen kann, um sinnbildlich meine Verletzungen und meine Schuld bei Jesus abzugeben. Vielleicht ist es das kleine Herz, das ich in Empfang nehme und das mir deutlich macht: Ich bin von Gott unendlich geliebt. Hier gibt es viele kreative Möglichkeiten. Diese können auch dem Thema des Abends angepasst werden. Wichtig ist, dass das Ziel vor Augen bleibt: Wir wollen Jugendlichen eine Möglichkeit geben, ihrem Ja zu Jesus Ausdruck zu verleihen.
So könnte diese Form des Aufrufes in der Praxis aussehen:
- Einladung zum Glauben
- Einladung zur Reaktion an den Gebetsstationen
- Zeit für die Reaktion (zwei bis drei Lieder)
- Zuspruch, Segen, Verabschiedung
Ganz gleich, welche Form gewählt wird: Es ist wichtig, dass die Einladung in die Nachfolge ganz deutlich wird. Deshalb sollte es auch dann, wenn das Hingabegebet im kleineren Kreis (z. B. in der Nachversammlung) gebetet wird, möglichst in der Hauptveranstaltung vorkommen (zumindest in Form von Gebetskarten, die auf den Plätzen oder Tischen ausliegen). Es ist wichtig, dass ihr mit euren Orten frühzeitig abstimmt, welche Form der Einladung ihr wählt. Dabei sollte die Form sowohl euch als Evangelisten entsprechen als auch zur örtlichen Situation passen. Deshalb ist es wichtig, hier gut im Gespräch zu sein und auch mögliche Vorbehalte ernst zu nehmen und zu thematisieren.
