Ständig performen und funktionieren. In der Schule, zuhause, online. Bei Jesus ist ein Safe Space, wo du einfach du sein darfst. Weil du wertvoll bist.

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Was ist truestory? truestory ist eine Jugendevangelisation von proChrist: An mehreren Abenden, den truestory Nights, erzählen Evangelistinnen und Evangelisten von Jesus und laden Jugendliche ein, ihn kennenzulernen.

Was ist dieser Beitrag? Einer der fertigen Abendentwürfe aus dem truestory-Evangelistenheft, das die Evangelisten zur Vorbereitung nutzen. Du findest darin alles für einen kompletten Abend zu einem Thema und Bibeltext: die Lebenswelt der Jugendlichen, den Hintergrund zum Text, mögliche Fragen, einen ausgearbeiteten Predigtaufbau für die beiden Formate »Dialog« und »Bühne« sowie konkrete Reaktionsideen.

So kannst du ihn nutzen: als sofort einsetzbare Vorlage für einen eigenen evangelistischen Abend oder Jugendabend, die du frei an deine Gruppe anpasst. Das Video oben ist der Livestream-Mitschnitt dieses Abends.

truestory Abend 01 · Markus 5,25-34

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Wenn du gar nicht mit diesem Bibeltext warm wirst, findest du hier einen Entwurf zu Zachäus, der die letzten Jahre auch schon oft gepredigt wurde.

Hörerperspektive zum Thema

Um Leben zu gestalten, suchen Menschen Antworten auf Schlüsselfragen, wie: »Wozu bin ich hier?«, »Macht mein Handeln einen Unterschied?«, »Wer bin ich?« und »Bin ich wichtig?«. All diese Fragen beschreiben unser Bedürfnis nach Klärung und Gestaltung von Sinn, Wirkung, Identität und Wert. In der Jugend ist die Identitätssuche besonders präsent. Sie umfasst drei Dimensionen: die persönliche, soziale und religiöse Identität. Es geht also darum, wie Jugendliche sich selbst sehen, wie sie von anderen wahrgenommen werden, zu welchen Gruppen sie gehören und wie ihre Weltanschauung sie prägt.

Wie sieht sich Generation Alpha? Viele Jugendliche erleben sich als leistungsorientiert, fühlen sich aber gestresst. Psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen zu. Viele Jugendliche beschreiben das Gefühl von Kontrollverlust. Besonders Jugendliche aus reicheren sozialen Milieus empfinden Druck durch Schule, Familie und Zukunftsplanung. Social Media verstärkt das Vergleichen, obwohl vielen bewusst ist, dass es ihnen nicht guttut. Der Wunsch nach Individualität kollidiert mit dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit, und Erfolgsstreben mit psychischer Gesundheit und Gelassenheit. Fragen nach Zugehörigkeit, Authentizität und Stabilität sind zentral, ebenso wie das Streben nach Respekt, Sicherheit und sozialer Gerechtigkeit.

Die Welt, in der wir leben, mit all ihrer Unsicherheit, Komplexität, Mehrdeutigkeit und schnellem Wandel legt die Lebensfragen wie unter ein Brennglas. »Wer kann ich überhaupt sein in dieser Welt?« »Ist das mehr oder weniger als ich mir erhofft habe?« Das sind ganz schön herausfordernde Fragen für so ein junges Alter und Jugendliche sind auf der Suche nach Antworten, die wirklichen Halt geben.

Marie: Wieder so ein voller Tag, aber irgendwie fühl ich mich unsichtbar. Wer hört mir eigentlich zu? Erstmal Tiktok zum Abschalten. Aber good vibes only! Ich kann die ganze negative Stimmung gerade nicht brauchen. Trotzdem… alles fühlt sich so durcheinander an. Wo gehöre ich eigentlich hin? Warum verändert sich nichts?
Finn: Bin so froh, wenn wieder Wochenende ist und ich nicht in die Schule muss. Dann kann ich einfach ich sein. Aber wer bin ich eigentlich? Warum krieg ich keinen Ton raus, wenn die anderen dumme Sprüche reißen? Manchmal hab ich das Gefühl, es wäre für alle einfacher, wenn es mich nicht gäbe.

Evangelium zum Thema

Jugendliche haben das Bedürfnis nach ganzheitlicher Annahme, nach einem Safe Space, wo sie sich gesehen fühlen und so sein können, wie sie sind. Vielleicht fühlt es sich für sie manchmal so an wie in der heutigen Geschichte: eine ganz große Menge von Themen, Menschen und Bedürfnissen drängen sich in ihrem Inneren und um sie herum. Wer achtet auf sie in dem Getümmel? Wer nimmt wahr, wie sie sich wirklich fühlen? Wer kann darauf angemessen reagieren? Wem bedeuten sie etwas? Sind sie genug? – Jesus achtet auf sie. Jesus lässt sich jederzeit von uns unterbrechen. Er bekommt mit, wo wir sind und was unser Herz braucht. Jesus sucht uns in der Menge. Jesus schenkt uns Raum, Zeit und hört uns zu. Seine Nähe ist erlebbar. Er lädt zur Begegnung ein und wartet geduldig, bis wir uns darauf einlassen.

Für ihn ist jeder wertvoll und geliebt! Jesus schafft einen Safe Space. Seine Annahme und Liebe werden nicht durch Leistung, Erfolg oder Zweck bedingt, sondern gründen darin, dass er jeden und jede gemacht hat und liebt. Wert kann nicht erkämpft werden und muss auch nicht ständig neu unter Beweis gestellt werden. Weil er uns liebt, sind wir wertvoll. Immer. Diese ehrliche, bedingungslose Liebe verändert mit der Zeit auch den Blick auf uns selbst. So verändert, können wir ganz neu in Gemeinschaft mit anderen eintauchen. Es fällt viel leichter, Annahme und Liebe zu üben, zu geben und anzunehmen. Es fällt leichter Ablehnung, so schmerzhaft sie trotzdem bleibt, nicht über den eigenen Wert zu stellen.

Hintergrund zum Text

Die Erzählung der blutflüssigen Frau steht in einem Kontext, in dem Jesus seine Macht über Naturgewalten, Dämonen, Krankheit und Tod zeigt. Jesus hat eine Mission: retten, heilen, ewiges Leben geben, dem Bösen ein Ende setzen. Dabei wird seine Vollmacht sichtbar ebenso wie seine Furchtlosigkeit gegenüber Unreinheit. Nach damaligem Verständnis übertrug sich Unreinheit durch Berührung – doch bei Jesus geschieht das Gegenteil: Seine Reinheit überträgt sich auf die Menschen. Die Berührung mit ihm bedeutet ganzheitliche Wiederherstellung: sozial, psychisch, kultisch und hier sogar physisch. Das ermöglicht einen Neuanfang. Diese Geschichte ist nicht nur eine Wunder- sondern auch eine Glaubensgeschichte. Nicht der Glaube bewirkt das Wunder, sondern die (letzte) Hoffnung treibt die Menschen zu Jesus. Und er hat die Macht zu handeln.

Welche Krankheit hatte die Frau eigentlich genau? – Traditionell wird von heftigen, dauerhaften Monatsblutungen ausgegangen. Neuere Auslegungen hinterfragen dies und bringen alternative Diagnosen ins Spiel. Unstrittiger ist, dass die Frau vermutlich als unrein galt und daher vom Tempel- sowie Gemeinschaftsleben ausgeschlossen war. Wir können davon ausgehen, dass sie schon einige Besuche bei Medizinern und Wunderversprechern hinter sich hatte. Deshalb litt sie sehr wahrscheinlich unter finanziellen Problemen. All das erklärt, warum sie sich Jesus heimlich nähert. Jesus lässt es zu und sucht dann die direkte Begegnung.

Vermutlich können die wenigsten der Jugendlichen sich direkt mit einer blutflüssigen Frau identifizieren. Viel eher werden sie es unangenehm oder schambehaftet empfinden. Doch die allermeisten werden das Gefühl kennen, nicht in ihren Körper zu passen oder ausgeschlossen zu sein. Jesu Begegnung mit der Frau zeigt: Heilung geschieht nicht nur körperlich, sondern auch sozial und seelisch. Er spricht ihr Rettung zu und stellt ihre Identität wieder her: sie ist »Tochter«, Familie - nicht Fremde oder Ausgegrenzte. Sie ist Teil der Gemeinschaft von Menschen und Gott.

Konkrete Bedeutung

Die truestory Nights laden bildlich gesprochen die Jugendlichen ein, einfach mal »die Hand auszustrecken«. Wer weiß schon, was passiert und wen Jesus in den Tagen anspricht. Die Geschichte macht Mut, groß zu hoffen und um Heilung zu bitten. Jesus kann das und noch viel mehr: Leben wiederherstellen, Identität neu ausrichten. Nicht mehr meine Umstände oder meine Vergangenheit definieren mich – Jesus setzt einen Neustart. Kein ferner Gott, sondern Jesus, mittendrin im Gewimmel und Gedränge. Ein Gott, an den ich mich mit allen Fragen und Nöten wenden kann und der ganz konkret und erlebbar reagiert.

Jesus sieht jeden und jede. Selbst die, die unsichtbar scheinen oder die, die sich nicht trauen, sich zu zeigen. Gott liebt und schätzt jeden und jede. Er schafft Raum für Begegnung mit Tiefe. Ein Safe Space im Alltag. Dass Gott so bedingungslos selbst im Chaos sieht und liebt, kann für viele Jugendliche ein ganz neuer Erfahrungsrahmen für Wertschätzung und Sicherheit sein. In einer Welt, die versucht alles zu labeln um die Komplexität zu sortieren, ist das, was Gott über uns sagt, so wohltuend: Gott sagt nicht, was auf unserer Schublade steht, sondern wer wir sind: Geliebter Sohn, geliebte Tochter, sein geliebtes, gesehenes, umsorgtes Kind. Bei Gott lernen wir Identität ohne Angst, Zugehörigkeit ohne Bedingungen, Sicherheit in einer Welt voller Unsicherheit. Mit dieser Erfahrung geankerter Identität werden Menschen zu segensreichen Lebensgestaltern.

Marie: Ich probiere mal, ob Jesus mir zuhört. Aber ich will spüren, dass er da ist. Noch jemand, der sich abwesend anfühlt, brauch ich nicht.
Finn: Ich versteh nicht, warum ich gemobbt werde. Aber ich weiß, dass Jesus mich gut findet. Es ist ungewohnt, nicht einfach in der Masse verschwinden zu können. Aber irgendwie auch gut, dass er mich zwischen all den anderen entdeckt.

Zielgedanke

Jesus spricht jedem Menschen Zugehörigkeit und Wert zu, die auf bedingungsloser Liebe und der Beziehung zu ihm beruhen.


Dialog + Bühne Entwürfe

Dialog

Einleitung in den Text

Eigentlich wäre es gut, die Menschen, die dicht gedrängt um Jesus herumstehen, würden eine Rettungsgasse bilden und Jesus würde, von einer Blaulicht-Eskorte begleitet, auf schnellstem Weg zum Haus von Jairus rennen. Jairus hatte Jesus um Hilfe gebeten und Jesus hatte zugesagt: Jairus‘ Tochter lag nämlich im Sterben. Und wenn jemand noch ein Wunder vollbringen könnte, dann Jesus. Doch statt Eile und schnellen Schritten kommt Jesus kaum von der Stelle. Daran sind nicht nur die vielen Menschen schuld. Jesus nimmt sich noch für eine ganz andere Begegnung Zeit. Vielleicht weil er weiß, dass hier jemand die Zeit mit ihm genauso braucht.

Mögliche Fragen

  • Was für eine Krankheit hatte die Frau?
  • Warum heilt Gott manche Menschen und andere nicht?
  • Muss Gott nicht viel mehr Wunder tun, auch um zu beweisen, dass er unser Vertrauen verdient? Warum sollte ich ohne glauben?
  • Wieso spricht Jesus von »gerettet werden«? (V. 34) Es geht doch um Heilung.
  • Was war an der Berührung der Frau anders als bei den anderen Menschen?
  • Warum ist es Jesus so wichtig zu klären, wer ihn berührt hat?
  • Warum hat die Frau Angst vor Jesus?
  • Was wäre passiert, wenn die Frau es nicht geschafft hätte, Jesus zu berühren?
  • Die Frau konnte durch Anfassen Jesus erleben. Das können wir heute nicht mehr. Woher soll ich dann also wissen, ob etwas wirklich passiert?
  • War der Glaube der Frau Vorbedingung dafür, dass sie geheilt wurde?
  • Ist das Wunder wirklich so passiert?
  • Wieso sagt Jesus »Tochter« zu der Frau?

Ideen für den Schlussimpuls

Manchmal, selten, wenn ich spazieren gehe, passiert es, dass der Blick einer fremden Person und meiner sich treffen. Manchmal begleitet von einem freundlichen Lächeln. Zwei Menschen mitten auf der Straße. Dieses Lächeln nehme ich für ein paar Sekunden mit. Es rutscht mir ins Herz. Und ich freue mich über einen scheinbar unbedeutenden Moment. Aber für mich ist er ganz besonders geworden: Wir kennen uns nicht, aber wir haben uns gesehen. Zwei Fremde für einen kurzen Moment verbunden. Für einen Moment werde ich aus meinem Alltag herausgerissen, der voll ist und laut, der sich viel zu schnell dreht. Völlig unerwartet ergibt sich ein Raum der Begegnung.

Die Frau in der Geschichte erlebt das noch intensiver. Sie sehnt sich nach Nähe, nach jemandem, der sie annimmt, dem sie nicht ausweichen oder fernbleiben muss. Bei Jesus rennt sie in offene Arme! Ihr vorsichtiger Versuch, ob Jesus irgendwas für sie tun kann, wird zu ihrem Neuanfang: Die Begegnung mit ihm macht sie heil: körperlich und an Herz und Seele. Plötzlich sind Einsamkeit und ihr Gefühl, nicht genug zu sein, wie weggewischt. Sie weiß endlich, zu wem sie gehört. Mit seinem Blick nimmt Jesus die Frau in den Arm: Wisst ihr, so ein Blick, der alles sagt: Du bist mir wertvoll und wichtig! Um nichts auf der Welt, tausche ich dich ein. Dich verliere ich nicht. Du gehörst für immer zu mir.

So jemandem zu begegnen, der ohne Wenn und Aber liebt, verändert alles. Jemandem zu begegnen, der mich versteht, hilft mir, mich selbst besser zu verstehen! Durch jemanden, der mich durch und durch kennt, lerne ich mich selbst besser kennen. Jemand, der mich von den Haar- bis zu den Zehenspitzen liebt, verändert den Blick, mit dem ich selbst auf mich schaue: Wenn jemand mich so lieben kann, wie ich bin, dann vielleicht ja auch ich – mit der Zeit.

Jesus hat die Frau so angesehen und sie »Tochter« genannt. Und so nennt er dich: »Mein Sohn, meine Tochter.« Mit keinem anderen Wort hätte er besser all seine Liebe ausdrücken können. Er sagt damit: Ich kannte dich, bevor du geboren warst. Ich habe dich gewollt und gemacht. Ich übernehme Verantwortung für dich. Du bist mir unendlich wichtig. Gegen nichts auf der Welt tausche ich dich ein! Bei mir bist du angenommen und geliebt. Erzähl mir deine Geschichte. Ich höre dir zu. Wahrscheinlich hast du einiges, was du in deinem Herzen mit dir herumträgst – darf ich es heil machen? Ich habe Zeit. Ich habe keine Eile. Du kennst mich noch nicht so gut, aber ich weiß, wer du bist, und ich mag dich!

Gottes Liebe ist zum Erleben. Gottes Liebe kann man spüren. Wie die Frau kannst du einfach mal »deine Hand ausstrecken«. Also einfach mal neugierig gucken, wer Jesus ist, was er so kann und wie er mit uns Menschen umgeht. Schau doch mal, was du hier die nächsten Tage erlebst. Wenn du willst, kannst du Jesus aber auch ganz konkret sagen, was du von ihm möchtest. Er hört dir zu!

Bühne

Ideen zur Veranschaulichung

  • Ein paar Freiwillige erhalten verschiedene Karten, mit Aussagen zu Berührungen, die sie darstellen: z. B.: »Jemand legt tröstend den Arm um dich.« / »Du wirst angerempelt und ignoriert.« / »Du wirst von einem guten Freund schon von Weitem entdeckt.« Hinterher kommen die »Darsteller« zu Wort: Wie haben sich die unterschiedlichen Begegnungen angefühlt? (Da es hier um verschiedene Formen von Körperkontakt geht, wird es hier vermutlich am leichtesten sein, Freunde nach vorn zu bitten, um grenzüberschreitendes Handeln zu vermeiden.)
  • Wem schauen wir (gern) in die Augen? - Leuten, die wir gernhaben, denen wir vertrauen – jemandem, der uns freundlich / wohlwollend ansieht, nicht anstarrt / verurteilt.
  • Ein großer Standspiegel, mit einer Liste negativer Selbstbilder (z. B. »nicht gut genug«, »unsicher«, »unsportlich«, »zu dünn/zu dick«, »unbegabt«, etc.) wird auf den Spiegel geklebt. Wenn Jesus dazu kommt, werden die Begriffe nach und nach ergänzt und ersetzt – mit »Sohn/Tochter«, »wertvoll«, »geliebt« etc.

Möglicher Predigtaufbau

Bibelgeschichte anfangs narrativ ausgestalten. Stelle einen großen Spiegel auf die Bühne und bereite Zettel vor, auf denen jeweils verschiedene Begriffe aus der Predigt aufgelistet sind.

Heftig hoffen

Lies Vers 25-26

Immer wenn ich aus dem Haus gehe, check ich kurz im Spiegel, ob alles sitzt. Dann fühl ich mich definitiv wohler. Manchmal geht es aber um mehr als Äußerlichkeiten. Da frag ich mich, ob ich die Person im Spiegel gut finde. Und was wohl andere über sie denken? Ich mag z. B. (nicht) an mir: Positives und Negatives an den Spiegel kleben. Kennt ihr diesen prüfenden Blick in den Spiegel auch? Was würdest du an den Spiegel schreiben? Was macht dich aus? Die Frau aus der Geschichte war »die Immer-Kranke«, »Außenseiterin« (Worte an den Spiegel kleben). Sie war die »hoffnungslos Hoffende«, »mutig«, »risikofreudig«. Denn heute hatte sie eine besondere Mission. Ganz heimlich wollte sie sich an Jesus heranschleichen, um die Hand nach seinem Mantel auszustrecken.

Bedeutend begegnen

Lies Vers 27-32

Die Frau greift nach dem Mantel wie nach einem Rettungsring. Und sie spürt: die Begegnung mit Jesus verändert ihr Leben – sie ist geheilt! »Wer hat mich berührt?« Sie bekommt Angst. Hat sie was falsch gemacht? Will er Geld dafür, dass er sie gesund gemacht hat? Was wird es sie kosten? Ich glaube, es kostet sie Mut – nicht nur heimlich herumzuschleichen, sondern die Begegnung mit Jesus zuzulassen. Ihre Lebensgeschichte bekommt dadurch eine ganz andere Richtung. Sie ist gesund geworden und was noch viel wichtiger ist: Sie hat Jesus kennengelernt, der sie mitten im Chaos bemerkt hat. Er unterbricht alles, was gerade wichtig war, weil sie wichtig ist. Er schenkt ihr Zeit ihre Geschichte zu erzählen. Sie erzählt bestimmt auch von den Verletzungen: nirgends dazuzugehören, der nicht funktionierende Körper, die Einsamkeit.

Völlig verändert

Lies Vers 33-34

Jesus stellt sich mit ihr vor den Spiegel. Sie ist nicht länger »die Kranke« – sie ist »gesund«. Nicht »einsam« – sie gehört zur Familie. Sie muss nicht allein kämpfen – sie ist Tochter. Sie bedeutet ihm alles! Wertvoll, unabhängig von Leistung, Erfolg oder Gesundheitszustand. Jesus liebt sie – einfach, weil sie ist, wie sie ist.

Jesus stellt sich mit dir vor den Spiegel. Er sieht dich als Sohn, als Tochter. Er sieht dich ganz: mit Stärken und Möglichkeiten. Er feiert deine Stärken und spricht das an, womit du dich schwertust. Er zeigt auf, wo wir wachsen können. Zum Beispiel, dass aus Wut Energie wachsen kann, aus Empfindsamkeit Einfühlungsvermögen, dass aufgeweckte Menschen andere in Gruppen reinnehmen können, Spaßvögel Leichtigkeit verbreiten. (Ergänze gern eigene Beispiele.) Vielleicht kämpfst du auch mit deinem Körper. Unseren Körper werden wir nicht los, aber mit Jesus bekommen wir einen neuen Blick. Wir können die Maßstäbe, die wir anlegen, prüfen und lernen den Körper, den wir haben, anzunehmen. Bei Jesus dürfen wir komplett ehrlich darüber reden, wer wir sind und wer wir gern wären. Jesus stellt seinen Blick dazu: Du bist geliebter Sohn, geliebte Tochter. Jemand, für den er sich verantwortlich fühlt. Jemand, die er sieht, kennt und liebt. Jemand, um den er sich sorgt und kümmert vom ersten Tag an. Wir sind wertvoll, einfach weil es uns gibt.

Evangelistische Zuspitzung

Vielleicht willst du die kommende Woche so nutzen wie die Frau: Einfach mal gucken. Im Bild gesprochen: einfach mal die Hand nach Jesus ausstrecken und abwarten, was passiert. Sei gespannt darauf, wie er den Moment zwischen euch gestaltet. Er hört nicht nur deine Worte, sondern auch das, was du dir im Herzen wünschst. Jesus tut nicht alles, was wir uns wünschen, aber ich habe ihn so erlebt, dass er Begegnung mit uns Menschen liebt und sucht. Wie das aussieht, kann ganz unterschiedlich sein (Füge hier Beispiele ein). Hab’ keine Angst davor, dich zu ihm vorzudrängeln – hindurch durch all das, was dir durch Kopf und Herz geht. Jesus nennt dich »Tochter«. Ich sehe dich. Du bist mir wertvoll. Jesus nennt dich »Sohn«. Ich sehe dich. Du bist mir wertvoll!

Du kannst dich mit Jesus vor den Spiegel stellen und spüren, wie er zu dir spricht: Du bist mein Sohn, meine Tochter. Lass seinen Blick auf dich wirken, wie er dich liebevoll und wertschätzend ansieht. Manchmal tut das weh, wenn man Sachen an sich nicht mag. Lass dir von ihm eine neue Perspektive auf dich schenken. Zuschreibungen abnehmen, die nicht stimmen, Worte dazu legen, die du gerade noch nicht glauben kannst, die er aber schon in dir sieht, wie: Geliebt. Wertvoll. Wunderschön. (Füge Worte dazu, die dir wichtig sind.)

Reaktionsmöglichkeiten

  • Ein altes Leinentuch/Mantel beim Kreuz drapieren: Wer will, kann die Hand ausstrecken und Jesus sagen, was er oder sie braucht, sich von ihm wünscht. Evtl. kann sich jeder ein Stück Stoff/Mantel dort als Erinnerung mitnehmen. Hinweis zu Formulierung: Natürlich glauben wir nicht, dass das Berühren eines Tuches unser Leben verändert. Aber es soll ausdrücken, dass wir uns an Jesus wenden. Und das ist, was diese Generation braucht: Angebote zu haben, in denen Glauben im Alltag spürbar und erlebbar wird – eben nicht Kopfsache und unsichtbar.
  • Sich ein Herz mit Öl in die Hand malen lassen als Zeichen dafür, dass Jesus dich liebt und sieht.
  • Mehrere Spiegel mit je einem Begriff (schön gestaltet), wie: »begabt/geliebt/gesehen/gewollt« Jugendliche können davor ein Sofort-Bild machen und mitnehmen.