Als Jugendleiter liegt mir viel daran, dass meine Jugendlichen genug Raum haben, um ihre Gaben zu entdecken, ihre Talente einzusetzen und ihren Wert in der Gemeinde zu erkennen. Eines der besten Mittel, die ich dafür gefunden habe, ist ein Leitungsteam aus Jugendlichen.

Ich weiß, dass es viele Ansätze gibt, wie man Leitungsstrukturen in der Jugendarbeit aufbauen und umsetzen kann. Bei uns hat sich ein Team bewährt, das wir zu Beginn jedes Halbjahres neu zusammenstellen und das uns durch das gesamte Schuljahr begleitet. Wie wir dorthin gekommen sind? Das war das eigentliche Geheimrezept.

Nach Jahren des Ausprobierens haben wir drei Elemente festgelegt, die unser Leitungsteam formen und stärken sollen. Ich bin ziemlich sicher, dass sie dir helfen werden, dein eigenes Leitungsteam aufzubauen, wenn du sie auf deinen Kontext überträgst.

1. Eine gemeinsame Erfahrung

Bei uns war das die Student Leadership Conference (SLC) in Granger, Indiana. In den letzten zwei Sommern haben wir eine Gruppe dorthin mitgenommen, und das hat uns gut für das Schuljahr aufgestellt. Wir waren jeweils rund zehn Personen. Danach hatten wir einen Kern von Jugendlichen, die schon gemeinsam über Ziele, Pläne und Träume für das Jahr nachgedacht hatten. Wenn ihr ein Leitungstraining für Nachwuchsleiter besuchen könnt, empfehle ich das wärmstens.

Die Inhalte waren großartig, und die Atmosphäre der Konferenz hat uns viel gegeben. Aber ausschlaggebend war die gemeinsame Erfahrung selbst. Eine Erfahrung, bei der wir alle dieselbe Frage gestellt haben: »Wie soll unsere Leitung im nächsten Jahr aussehen?« Gemeinsam essen, Spaß haben, einander zuhören. Genau das hat diesen Trip zu dem gemacht, was er war.

Was wir dabei entdeckt haben, gilt in jedem Kontext und jeder Kultur:

Eine gemeinsame Erfahrung schafft eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Ziele und einen Schwung, den kein Team-Meeting erzeugen kann.

Den Wert davon kann ich kaum überschätzen.

Das erste Jahr haben wir das Ganze nicht groß angekündigt. Wir haben Jugendliche persönlich eingeladen. Solche, die wir als Leitungspersönlichkeiten wahrnahmen, die schon irgendwie aktiv waren oder einfach eine natürliche Neigung zur Leitung und zur Unterstützung anderer zeigten. Das ist für uns mittlerweile zu einem echten Startpunkt geworden.

2. Eine gemeinsame Kultur

Eine der besten Entscheidungen für unser Leitungsteam war, gemeinsam kulturelle Erwartungen zu entwickeln. Wir haben herausgearbeitet, was uns davon abhält, wirklich alles zu erreichen, was Gott für uns bereithält, und uns entschieden, genau dort anzusetzen. Gemeinsam haben wir diese Hindernisse benannt und gemeinsam die Kultur entwickelt, die wir als Leitungsteam haben wollen.

Im Grunde stammte vieles davon aus den Werten, die wir für die gesamte Jugendgruppe hatten. Aber die Jugendlichen im Leitungsteam erkannten: Wenn das für die ganze Gruppe Wirklichkeit werden soll, muss es zuerst unter ihnen Wirklichkeit sein. Das hat Verantwortlichkeit einfacher gemacht und viel stärker unter Gleichaltrigen verankert. Sie wollen gemeinsam das erreichen, was vor ihnen liegt.

Dieser Ansatz gibt den Jugendlichen spürbar mehr Verantwortung. Sie tragen es mit, weil sie es mitgestaltet haben.

Wer Kultur gemeinsam entwickelt, schafft mehr Raum für echte Eigenverantwortung.

Natürlich braucht es Leitplanken vom Leiter. Aber wer bei der Umsetzung Freiheit lässt, gibt einer Generation Raum, ihre Gaben und ihr Wissen einzubringen. Diese Generation braucht jemanden, der an sie glaubt.

3. Ein gemeinsames Ziel

Aus beidem heraus begannen die Jugendlichen im Leitungsteam besser zu verstehen, warum wir das tun, was wir tun. Warum wir uns so versammeln, wie wir es tun. Wie wir Nachfolge gestalten. Als sie anfingen, zu sehen, was hinter dem Gesamtziel steckt, begannen sie zu verstehen, wie die einzelnen Teile ineinandergreifen und welche Rolle sie dabei spielen können.

Ist das über Nacht passiert? Natürlich. Denn Leitungsentwicklung ist ja eine Erfolgsformel, die immer dieselben Ergebnisse liefert, egal wer führt und wer geführt wird. Ich habe natürlich auch alle Antworten. 😉

Ehrlich gesagt haben wir noch nicht alles erreicht, was wir uns vorgestellt hatten. Es sind noch Schritte zu gehen.

Aber wir geben nicht auf, nur weil wir noch nicht da sind. Wir haben einen langen Atem. Nächsten Sommer fahren wir zum dritten Mal zur SLC. Ein drittes Schuljahr, um unseren Prozess zu verfeinern und auszuwerten. Habe ich das Gefühl, dass wir langsam in unseren Rhythmus kommen? Ja. Aber Wachstum ist schwer. Das gilt erst recht bei der Leitungsentwicklung.

Leiter zu entwickeln braucht Geduld und ehrliche Auswertung, wenn wirklich etwas entstehen soll, das bleibt.

Wie siehst du das? Was machst du in deinem Kontext mit Leitungsteams? Was läuft gerade gut? Was würdest du gerne besser machen? Schreib es in die Kommentare 👇🏼

Dieser Artikel wurde von Josh Griffin verfasst und zuerst auf Download Youth Ministry veröffentlicht. Deutsche Version von Esther Penner.