Ob du eine Kleingruppe mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen leitest, es ist nicht immer leicht zu wissen, was du tun sollst, ob du es gut machst oder wie du dich weiterentwickeln kannst. Wenn du zum ersten Mal eine Kleingruppe leitest oder schon seit Jahren dabei bist, diese 4 Tipps werden dir helfen, das Beste aus deiner Zeit mit deiner Gruppe zu machen.

#1 Kenne deine Rolle

Deine Rolle als Kleingruppenleiter kann in 3 Rollen unterteilt werden:

  • Du bist ein Guide. Diese Rolle ist zwar nicht leicht zu definieren, aber du bist eine Art Mentor, eine Art Seelsorger, eine Art Freund, eine Art Lehrer. Aber du nimmst nicht eine dieser Rollen ein.
Sei dir bewusst, dass du nicht dazu bestimmt bist, alle Antworten zu haben – du bist dazu da, ein Gespräch zu führen, das deiner Kleingruppe hilft, gemeinsam die Wahrheit zu finden.
  • Du bist ein Moderator. Es ist wichtig, dass du den Inhalt und die Bibelstellen kennst, die du vermitteln willst, aber das reicht für diese Rolle nicht aus. Du musst auch wissen, wie man ein Gespräch moderiert, indem du die Leute einbeziehst, verschiedene Arten von Fragen stellst und lernst, wann es Zeit ist, mehr zu fordern und wann es Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten.
  • Du bist eine Person. Damit hast du von Natur aus eine Beziehungsrolle. Du kannst keine Kleingruppe effektiv leiten, wenn du keine tiefen Beziehungen zu den Menschen in deiner Gruppe aufbaust.

Wenn du eine Kleingruppe mit Kindern, Teenagern oder Erwachsenen leitest, wird das Alter, mit dem du arbeitest, einen großen Einfluss auf deine Rolle haben.

  • Wenn du mit Kindern arbeitest, wirst du es mit seltsamen Gerüchen, einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne, albernen Lauten und chaotischen Basteleien zu tun haben. Geduld und ein strahlendes Lächeln sind das A und O!
  • Wenn du mit Teenagern arbeitest, wirst du es immer noch mit seltsamen Gerüchen und einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne zu tun haben, aber auch mit schwierigeren Fragen, mehr Drama und intensiveren Gesprächen. Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit zuzuhören werden dir dabei helfen.
  • Wenn du eine Kleingruppe von Erwachsenen leitest, wirst du es mit einer noch komplexeren Beziehungsdynamik zu tun haben, mit Menschen, die möglicherweise sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der Bibel und der Kirche haben, und wahrscheinlich mit Menschen, die eine Menge Gepäck mit sich herumschleppen. Einfühlungsvermögen und Verständnis sind hilfreich, aber du musst auch wissen, wann du das Gespräch voranbringen musst.

Wenn du dir über deine Rolle im Klaren bist, wirst du besser in der Lage sein, Ziele für deine Gruppe zu setzen.

#2 Kenne dein Ziel

Wenn du einen Bibelgesprächskreis oder eine andere Kleingruppe leitest, hat dir die Leitung deines Arbeitsbereiches wahrscheinlich schon einige Ziele vorgegeben. Im Idealfall stimmen diese Ziele bereits mit dem Auftrag und der Strategie deiner Gemeinde überein.

Wenn du dir aber nicht sicher bist, was deine Ziele sind, kann dir die folgende Sichtweise helfen.

Dein Ziel ist, jemandem zu helfen, den nächsten Schritt auf seinem Glaubensweg zu machen.

Dieses Ziel motiviert und leitet alles, was wir tun. Jemandem zu helfen, einen Schritt auf seinem Glaubensweg zu machen, ist für uns ein »großer Gewinn«.

Geistliches Wachstum ist eine Reise, und keine Reise gleicht der anderen, sodass dieser Schritt für jeden etwas anders aussehen wird.

Aber es kann schwierig sein, auf ein übergeordnetes Ziel hinzuarbeiten, wenn man es nicht in überschaubare Schritte unterteilt. In diesem Fall ist es hilfreich, sich kleinere und spezifischere Ziele zu setzen, die von einer übergeordneten Strategie bestimmt werden – insbesondere einer Jüngerschaftsstrategie. Während du in deiner Kleingruppe an den kleineren Zielen arbeitest, ist es wichtig, dass du das Feedback deines Leiters und deiner Mitstreiter einholst. Wir sitzen alle im selben Boot!

#3 Leite ganzheitlich

Als Kleingruppenleiter bist du wahrscheinlich nicht die erste Bezugsperson für die Menschen, die du leitest. Eltern, Mentoren, Pastoren und Familienmitglieder übernehmen diese Rolle vielleicht häufiger als du. Aber als Kleingruppenleiter bist du Teil des Jüngerschaftsprozesses der Menschen in deiner Gruppe.

Wahrscheinlich hast du das Wort »Jüngerschaft« schon oft gehört, aber seien wir ehrlich – es ist ein Wort, das viele Menschen unterschiedlich definiert haben.

Wir verstehen Jüngerschaft als Praxis von vier geistlichen Gewohnheiten.

Geistliche Gewohnheiten sind Entscheidungen, Verhaltensweisen und Rhythmen, die uns helfen, mit der Zeit geistlich zu wachsen. 

Wenn diese geistlichen Gewohnheiten regelmäßig praktiziert werden, ermöglichen sie eine ganzheitliche Art der Jüngerschaft.

  • Verbringe Zeit mit Gott: Schlage die Bibel allein auf und spreche regelmäßige mit Gott.
  • Verbringe Zeit mit anderen: Engagiere dich in einer gesunden Gemeinschaft und in Beziehungen.
  • Setze deine Gaben ein: Erkenne deine einzigartigen Gaben und setze sie ein, um Gott und andere zu lieben.
  • Erzähle deine Geschichte: Mache deinen Glauben zu einem täglichen Gesprächsthema.

Wenn eine Person nur eine oder zwei dieser Gewohnheiten regelmäßig praktiziert, ist es leicht zu erkennen, dass ihr Weg der Jüngerschaft nicht unbedingt vollständig, abgerundet oder ganzheitlich sein wird. Als Leiter einer Kleingruppe ist es deine Aufgabe, jeden in deiner Gruppe herauszufordern und zu ermutigen, geistlich zu wachsen – und das kannst du tun, indem du dich regelmäßig auf alle vier geistlichen Gewohnheiten konzentrierst.

Zurück zu den Zielen. Wenn du diese Ideen in die Praxis umsetzen möchtest, solltest du dir für deine Gruppe jeden Monat, jedes Quartal oder jedes Jahr vier Ziele setzen – und darauf achten, dass jedes dieser Ziele mit einer der vier geistlichen Gewohnheiten übereinstimmt. Hier sind einige Beispiele, die du in Betracht ziehen könntest.

Gewohnheit – Zeit mit Gott verbringen:

  • Ermutige deine Teilnehmer, zu Hause in der Bibel zu lesen.
  • Gib Impulse für das persönliche Gespräch mit Gott.

Gewohnheit – Zeit mit anderen verbringen:

  • Organisiere einen freiwilligen Ausflug für die Gruppe.
  • Mache Rollenspiele über gesunde Beziehungen und Gespräche

Gewohnheit – Setze deine Gaben ein:

  • Macht als Gruppe einen Gabentest, um eure Gaben und Talente zu entdecken.
  • Lass die Teilnehmer der Kleingruppe anonym die Gaben der anderen erraten.

Gewohnheit – Erzähle deine Geschichte:

  • Ermutige die Teilnehmer, aufzuschreiben, wo Gott sich in ihrem Leben in letzter Zeit gezeigt hat.
  • Ermutige die Teilnehmer, vor der Gruppe über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Es reicht nicht, die Ziele deiner Kleingruppe zu kennen und festzulegen. Du wirst feststellen, dass du deine Arbeit immer wieder anpassen und weiterentwickeln musst.

#4 Lerne weiter

Die ersten drei Tipps decken einige der Grundlagen für die Leitung von Kleingruppen ab, aber damit ist es noch nicht getan. Es gibt keinen Zertifikatskurs für die Leitung einer Kleingruppe, der dir alles beibringt, was du wissen musst. Du wirst in der Praxis noch eine Menge lernen müssen, wie z.B.

  • besser darin werden, um Hilfe zu bitten.
  • herausfinden, wie man Introvertierte einbezieht und gleichzeitig die Extrovertierten gut im Griff hat.
  • Ressourcen finden, um jemandem zu helfen, der in einer Krise steckt, die du noch nie erlebt hast.
  • eine Balance zwischen tiefgründigen Gesprächen und lustigen Erlebnissen finden.
  • Die komplizierten Fragen, Probleme und Ideen, die deine Gruppenmitglieder einbringen, recherchieren.
  • Lerne aus deinen Fehlern.

Höre nie auf zu lernen. Leiter sind effektiver, wenn sie kontinuierlich lernen und wachsen. Auch wenn du eine kleine Gruppe leitest, musst du noch viel lernen.

Habe keine Angst, dich auf die Leitung einer kleinen Gruppe einzulassen! Mit der Hilfe von Gott, deinen Leitern und Mitstreitern sowie unseren 4 Tipps und tollen Ressourcen wirst du bereit sein, in die Rolle zu schlüpfen, zu der du berufen wurdest, und selbstbewusst zu leiten.

Dieser Artikel wurde zuerst im Grow Curriculum von Stuff You Can Use veröffentlicht. Deutsche Version von Esther Penner.

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