Inspire Einheit 45: Deborah führt an

Wie funktioniert das INSPIRE Curriculum?

In jeder Einheit geht ihr durch mehrere interaktive Diskussionsphasen. Die Diskussionsfragen helfen euch, junge Menschen in ihrem Lesen und Interpretieren der Bibel zu fördern.

Für wen ist INSPIRE gemacht?

  • Für Gruppen mit 6 bis 30 Jugendlichen
  • Für junge Menschen zwischen 11 und 17 Jahren
  • Für Jugendleiter:innen mit wenig Zeit

Wie funktioniert es?

  1. Phase: Herausfinden, was im Text passiert
  2. Phase: Die wichtigsten Teile des Textes identifizieren
  3. Phase: Den Inhalt auf unsere Situation anwenden
  4. Phase: Verstehen, was Gott heute sagt

Ohne Bibel geht’s nicht

Da dieses Curriculum ein Hilfsmittel zum Verstehen der Bibel ist, funktioniert es am besten, wenn jede:r Jugendliche eine Bibel zur Hand hat. Bitte jede Woche jemanden, den Text vorzulesen, während die Jugendlichen mitlesen. Es ist auch praktisch, wenn sie während des Teachings ihre Bibeln offen vor sich haben, sodass sie ihre Antworten auf Textbelege stützen können, und nicht nur raten.

💡
Pro-Tipp: Schau dir als Leiter:in die Fragen und Spiele vorher an, um dich mit Bibeltext, Thema und den Spielen vertraut zu machen.

Andacht

Icebreaker 1 – Blitzfragen

⏱ 4 Minuten

Je nach Antwort begibt sich jede:r Jugendliche möglichst schnell auf die eine oder andre Seite des Raumes. »Was wäre dir lieber?« …

  • M&Ms oder Gummibärchen?
  • Schlecht aussehen oder schlecht riechen?
  • Ausgesperrt oder eingesperrt sein?
  • Von einem Hai oder einer Spinne gebissen werden?
  • Star Wars oder Star Trek?
  • Fernsehen oder im Fernsehen sein?
  • Hungrig oder durstig sein?
  • Schreiben oder zeichnen?
  • Rülpsen oder Furzen?
  • Coca-Cola oder Pepsi?
  • Mathematik oder Sprachen?
  • Bayern München oder Borussia Dortmund?
  • Langes oder kurzes Haar?
  • Schokolade oder Gummibärchen?
  • Urlaub in Südafrika oder in Norwegen?
  • (An-)Führen oder (nach-)folgen?
»Würdest du eher« Fragen Spiel mit Andacht
Magst du lieber Schokolade oder Vanille? Sommer oder Winter? Die Spieler wählen ihre Vorlieben, indem sie sich auf eine Seite des Raumes begeben. Nutze dieses Spiel, um über Gruppendruck zu sprechen.
100 »Würdest du eher«-Fragen
»Würdest du eher«-Fragen eignen sich bestens als Kennenlernfragen, um das Eis in einer Gruppe zu brechen.

Icebreaker 2 – Scherenklatschen

⏱ 4 Minuten

Du spielst die Rolle einer Schere. Sag den Jugendlichen, dass sie jedes Mal klatschen müssen, wenn sich deine Hände begegnen. Deine rechte Hand beginnt über deinem Kopf und deine linke Hand beginnt neben deinem Bein. Wenn du deine linke Hand vor dir nach oben und deine rechte Hand nach unten bringst, werden sie sich kreuzen (wie eine Schere!). Wenn das passiert, müssen sie klatschen. Wenn jemand klatscht, wenn sich die Hände nicht kreuzen, ist diese Person raus. Seht, ob ihr einen Sieger krönen könnt.

Diskussion

⏱ 10 Minuten

Glaubt ihr, dass Gott euch helfen kann, eure Prüfungen zu bestehen? (Diskutiert.)
Wenn ja, wie könnte Gott euch wohl helfen? (Diskutiert.)
Was, wenn Gott dir die Antworten auf die Prüfung gegeben hätte, bevor du im Prüfungsraum angekommen bist? (Diskutiert.)
Glaubst du, dass Gottes Hilfe das Gleiche ist wie Schummeln? (Diskutiert.)

Eine Wahre Geschichte von Paul Martin (dem Autor von Inspire) – Hilfe bei Prüfungen

Als Student hatte ich die Möglichkeit, Althebräisch zu studieren. Es war eine schwierige Entscheidung, da Sprachen nicht zu meinen Stärken gehörten. Ich hatte mich für Althebräisch entschieden, weil ich wusste, dass es mir eine große Hilfe sein würde, da ich in meinem zukünftigen Beruf höchstwahrscheinlich mit hebräischen Wörtern zu tun haben würde.

Wir hatten uns mit dem Text des Buches Josua studiert, und es bereitete mir einiges an Kopfzerbrechen. Es war nicht einfach, Althebräisch mit all den neuen Buchstaben, winzigen »Pünktchen«, Wörtern und ihrer Aussprache, Grammatik, Zeitformen und dem Lesen von rechts nach links zu lernen, aber ich blieb dran. Eines Tages erzählte mein Hebräischlehrer, dass wir bald eine Übersetzungsprüfung ablegen müssten. Wir würden einige Verse aus einem Teil des Alten Testaments auf Hebräisch bekommen. Unsere Aufgabe wäre es dann, den Text ins Englische zu übersetzen und zu kommentieren. Klingt schwierig? Das war es auch.

Der einzige Tipp, den wir bekamen, war, dass es sich um einen ähnlichen Text wie den handeln würde, den wir eingehend studiert hatten. Für mich war das keine Eingrenzung, denn das Buch Josua ist ziemlich umfangreich. Und der Text für die Übersetzung konnte überall im Alten Testament stehen.

Eines Tages, als ich im Gottesdienst saß, las jemand aus dem Buch der Richter, Kapitel 1. In diesem Moment ging mir ein Licht auf! Mir wurde klar, dass dieser Text dem ersten Kapitel von Josua sehr ähnlich war! Ich hatte das Gefühl, dass Gott mir damit zeigen wollte, dass ich mich für die Prüfung auf diesen Text konzentrieren sollte.

Es gab viel zu tun. Ich war nicht so gut im Hebräisch wie andere in meiner Klasse. Also recherchierte ich den Text, ging alle hebräischen Wörter durch, schrieb sie auf und klebte sie an meine Wand. Ich schaute sie jeden Tag an. Als die Prüfung kam, war ich solide vorbereitet.

Im Prüfungsraum stellte ich fest, dass ich alles auf eine Karte gesetzt hatte. Was, wenn ich den falschen Text vorbereitet hatte? Ich setzte mich nervös hin und wusste, dass ich entweder ein großartiges Ergebnis erzielen würde oder ein paar wirklich harte Stunden vor mir hatte.

Ich drehte das Aufgabenblatt um und las: »Als Josua gestorben war …« – Zu meiner Erleichterung war es genau der Text, der in meinem Zimmer rundum an der Wand klebte! Ich wollte am liebsten aufspringen und in die Luft boxen, aber stattdessen senkte ich meinen Kopf und kicherte ein wenig, zusammen mit Gott.

Ohne Gottes Hilfe hätte ich diese Prüfung niemals bestanden. Aber mit seiner Hilfe schrieb ich eine der besten Noten in meinem Kurs.

War ich ein Sonderfall? Unter welchen Umständen kann man wohl mit Gottes Hilfe in einer Prüfungssituation rechnen? (Diskutiert.)

Wie auch immer … heute fangen wir mit dem Buch der Richter an.

Einführung

⏱ 2 Minuten

Damit wir alle auf dem gleichen Stand sind: Es ist viel passiert. Adam und Eva wurden geschaffen, ihr Sohn Kain tötete seinen Bruder Abel, Gott überschwemmte die Erde, aber rettete Noah und seine Familie. Irgendwann danach kam Hiob, der ein wohlhabender Mann war, bis er ziemlich viele Probleme hatte, aber Gott trug ihn durch. Abraham wurde von Gott berufen und verließ sein Land und seine Herkunftsfamilie. Er und seine Frau konnten keine Kinder bekommen, aber Gott versprach ihm, dass er der Vater eines großen Volkes werden würde. Jakob, sein Enkel, hatte viele Söhne. Einer war Josef, der ein mächtiger Anführer in Ägypten wurde. Die Hebräer ließen sich dort nieder, bis sie von den Ägyptern versklavt wurden und zu Gott schrien.

Da kam Mose, tötete einen Ägypter und lief davon. Gott sprach zu ihm aus einem brennenden Busch. Durch Mose führte Gott die Hebräer aus Ägypten und versprach ihnen ein neues Land. Angeführt von Josua kämpften sie gegen die Einwohner und nahmen das Land ein. Lest Josuas letzte Rede, sie ist sehr interessant (Josua 23).

Nun ist Josua tot. In Richter Kapitel 2,10 heißt es: »Als von seiner Generation keiner mehr lebte, gab es eine neue Generation, die den HERRN weder kannte, noch wusste, was er für Israel getan hatte.« Weiter heißt es, dass sie begannen, andere Götter anzubeten, und der Herr war darüber nicht erfreut und ließ zu, dass ihre umliegenden Feinde sie besiegten. Jedes Mal, wenn die Israeliten zum Kampf auszogen, verloren sie.

Deshalb wählte Gott Richter aus, um das Volk zu führen. Sie waren starke Kämpfer und leiten ganz Israel. Doch die Israeliten hörten nicht auf sie. Der vierte dieser Richter war eine Richterin: Debora.

Teaching

⏱ 15 Minuten

📖 LEST Richter 4,1-24

Israel steckt also in großen Schwierigkeiten, wie ist es dazu gekommen? (Sie hatten Gott vergessen.)
Was hätten sie tun können, um Gott nicht zu vergessen? (Sie hätten ihren Kindern etwas über Gott beibringen müssen.)
Wenn man dies also mit unserem Christsein heute vergleicht, könnte das dir oder mir auch passieren? Was könnte uns dazu bringen, Gott zu vergessen? (Wir brauchen die Kirche mehr als wir denken. Die Leute sagen, man kann Christ sein und nicht in die Kirche gehen. Und ja, das ist theoretisch möglich. Meistens werden wir jedoch feststellen, dass sich unser Leben von Gott entfernt. Wir brauchen Bibellehrer, die uns mit Gottes Wort ermutigen und uns an seine Taten und Versprechen erinnern. Er gibt ihnen Dinge zu sagen, die für uns bestimmt sind – damit wir nicht vergessen, wer Gott ist.)
Wer war Debora? (Eine Prophetin.)
Was war ihre Aufgabe? (Israel führen und Richterin sein. So wie es früher die Aufgabe von Mose war.)
Wir haben hier also eine weibliche Anführerin. Was sagen uns diese Verse eurer Meinung nach über Frauen in Leitungspositionen? (Gott beruft Menschen, in der Gemeinde zu leiten und Aufgaben zu erfüllen. Es gibt viele männliche Leiter, aber lasst euch als Frauen nicht davon abschrecken, Gott an vorderster Front zu dienen.)
Die Chancen stehen also erneut schlecht für Israel. Was ist dieses Mal das Problem? (Streitwagen. Sie waren schnell, boten Schutz und man stelle sich vor, man kommt an die Kampffront und 900 Streitwagen stehen einem gegenüber. Es ist, als würde man vor einer Mautstelle stehen, während die Autos heraus rasen.)
Wie stellt sich Israel dieser neuen Herausforderung? (Gott spricht zu Debora und sagt ihr, dass sie kämpfen sollen, da er ihnen den Sieg geben wird.)
Erzählt uns von dem Mann, den Debora zum Anführer der Soldaten beruft. (Sein Name war Barak. Und er weigerte sich zu gehen, ohne dass Debora ihn begleitet.)
Warum wollte er, dass Debora mit ihm geht? (Er wollte die Armee nicht anführen. In Vers 14 sehen wir, dass er auf Deboras Befehl zum Angriff wartet. Führen kann eine beängstigende Sache sein. Etwas an vorderster Front zu tun, wo die Leute dich sehen werden. Er schien die Verantwortung nicht tragen zu wollen und wählte die einfachere Option, die Führung jemand anderem zu überlassen.)
Was sagt Debora, was Barak entgehen wird, wenn er die Schlacht nicht allein anführt? (Er verlor die Anerkennung und die Möglichkeit, weiter aufzusteigen.)
Manchmal ist es viel einfacher zu folgen als zu führen. Vor Barak lag ein offensichtlicher Kampf. Welche Dinge können wir verpassen, wenn wir uns für die einfache Option entscheiden? (Wir verpassen die Charakterbildung, die während des Kampfes stattfindet, die Erfahrung, Gott in schweren Zeiten zu vertrauen, die Freude über den Sieg und die Fähigkeit, noch größere Dinge in Angriff zu nehmen.)
Könnt ihr zwei Führungseigenschaften nennen, die Debora besitzt? (Sie hörte von Gott und mobilisierte die Menschen, die es ausführen sollten. Sie beteiligte sich auch an der Schlacht – sie war mittendrin.)

Zusammenfassung

⏱ 1 Minute

Leiter müssen in der Lage sein, vorauszuschauen und zu erkennen, was die Leute brauchen. Durch ihre Verbindung zu Gott können sie die Gruppe dahin bringen, wo sie sein soll. Leiter müssen das Potenzial der Beteiligten wahrnehmen und die Menschen ermutigen, ihre Gaben zu erkennen und einzusetzen.

So wendete sich also das Blatt für Israel! Es gab wieder Frieden! Aber es bedurfte der starken Führung einer Frau, die von Gott hörte und Verantwortung übernahm, seinen Willen zu tun. Vielleicht fühlte sie sich der Aufgabe nicht gewachsen, aber sie sah, was zu tun war, und stand Gott zur Verfügung, um es auszuführen. Oft fühlen sich starke Leiter nicht in der Lage, die Verantwortung zu übernehmen, die auf sie zukommt. Aber mit Gottes Hilfe können wir alle Dinge tun. Er ist in der Lage, uns die nötige Weisheit und Kraft zu geben, um zu leiten, wenn es sonst niemand tut.

Gebet

⏱ 5 Minuten

Betet für alle Mädchen in der Gruppe, insbesondere die, die sich zum Leiten berufen fühlen.

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