Der Begriff »Cancel Culture« ist umstritten, aber es stimmt auf jeden Fall, dass wir in einem Zeitalter der Verantwortung leben; Marken und Influencer werden immer genauer unter die Lupe genommen, während ethisches Konsumverhalten eine Priorität für die Generation Z ist. Wie mit der modernen Form der Ächtung umgehen?

Cancel Culture - Was ist das?

Ist die Cancel Culture einfach nur eine in Mode gekommene Mob-Mentalität oder die bitter nötige Art, Personen in Vormachtstellung die Wahrheit zu sagen?
Ist die Cancel Culture einfach nur eine in Mode gekommene Mob-Mentalität oder die bitter nötige Art, Personen in Vormachtstellung die Wahrheit zu sagen? Photo von Keira Burton von Pexels

Ein großer Trend im Jahr 2021 hatte mit Aspekten der »Cancel Culture« und dem Umgang mit öffentlichen Gegenreaktionen im Jahr 2021 zu tun. Wie sollen wir uns als Christen in einer Welt positionieren, in der solche Dinge fast jeden Tag vorkommen?

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Was ist »Cancel Culture«? »Cancel Culture ist ein politisches Schlagwort, mit dem systematische Bestrebungen zum sozialen Ausschluss von Personen oder Organisationen bezeichnet werden, denen beleidigende, unanständige oder diskriminierende Aussagen beziehungsweise Handlungen vorgeworfen werden.« —Wikipedia

Cancel Culture in der Bibel

Erstens sollten wir erkennen, dass unser Gott ein Gott der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit ist, und dass die Bibel Beispiele dafür enthält, dass Gemeindemitglieder sowohl »gecancelled« wurden als auch Vergebung und Wiederherstellung erfahren haben. Für Letzteres gibt es natürlich viele Beispiele. Christen sind Menschen, denen Gott vergeben hat und die erkennen, dass »keiner gerecht ist, nicht einmal einer«.

Cancel Culture: Wie mit der modernen Form der Ächtung umgehen?

Andererseits gibt der Apostel Paulus in Versen wie 1.Korinther 5,5 und 1.Timotheus 1,20 Anweisungen für den Umgang mit tiefgreifendem moralischem Versagen in der Kirche.

Aber durch das Internet ist es einfach und natürlich, über »die da draußen« zu urteilen. Foto von Yan Krukov von Pexels

Auch wenn dies heute in den Kirchen nicht mehr so üblich ist, so war die Idee doch, dass die Menschen, die in dieser Weise versagt haben, außerhalb der Kirche das lernen, was sie innerhalb nicht lernen konnten. Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem, was heute im Internet geschieht, und dem, was Paulus tat, ist, dass Paulus die Gemeindezucht innerhalb seines sozialen Umfelds betrieb, nicht unter Menschen, für die er keine Verantwortung hatte.

»Es ist nicht unsere Aufgabe, Leute zu verurteilen, die nicht zur Gemeinde gehören.«, sagt er. »Das wird Gott tun. Aber für das, was in der Gemeinde geschieht, tragt ihr die Verantwortung.«

Es ist nicht unsere Aufgabe, Leute zu verurteilen, die nicht zur Gemeinde gehören. —Paulus, 1.Korinther 5,12

Aber durch das Internet ist es einfach und natürlich, über »die da draußen« zu urteilen. Viele, die meinen, sich zu öffentlichen Angelegenheiten äußern zu müssen, sind Menschen, die die Beschuldigten nie kennenlernen werden, die keine Verantwortung für sie tragen und die lediglich versuchen, die Unzulänglichkeiten anderer zu instrumentalisieren, um in den Augen ihrer eigenen Anhänger sozial bedeutsam zu erscheinen.

In 1. Thessalonicher 4,11-12 schreibt Paulus: »... Achtet darauf, ein geregeltes Leben zu führen. Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten und sorgt selbst für euren Lebensunterhalt... und die Menschen außerhalb der Gemeinde werden euch achten.« Könnte dieser Vers für Christen im Jahr 2021 von Bedeutung sein?

Cancel Culture Beziehungsfragen

  • Wie würde es aussehen, wenn Christen »darauf achten, ein geregeltes (oder ruhiges) Leben zu führen«?
  • Können Menschen, die ein ruhiges Leben führen, trotzdem auf Gerechtigkeit pochen?
  • Was für ein Mitspracherecht sollten Christen eurer Meinung nach in der Kultur haben?
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