Worum es geht: Das Jahr 2023 startet mit dem Lucky-Girl-Syndrom. Der »LGS« genannte TikTok Trend besteht darin, dass Leute glauben und laut aussprechen, dass sich ihr Leben zum Guten wenden wird. Dahinter steht die Überzeugung, dass dadurch dann auch wirklich gute Dinge in ihrem Leben passieren werden.

@skzzolno i don’t know why it works but… everything works out for us #luckygirlsyndrome #luckygirl #luckygirlsyndrom #manifestation #affirmationsoftheday #affirmations #collegelifehack #lifehack #college #collegegirls ♬ original sound - skzzolno

Warum das nichts Neues ist: Das #luckygirlsyndrome bekam diese Woche viel Aufmerksamkeit durch ein TikTok-Video von zwei Studentinnen (die in ihrem Auto Nudeln to go aßen). Sie haben sich das einfache Mantra »Bei mir klappt alles« zu eigen gemacht und berichten nun, dass ihr Leben um ein Vielfaches einfacher geworden und ja, sich ihr Leben zum Guten gewendet hat. (Wenn deine Definition von »zum Guten wenden« darin besteht, dass dein WG-Mitbewohner dir aus unbekannten Gründen das bessere Zimmer anbietet). #manifesttok sagt, dass das Lucky Girl Syndrom einfach eine neue Version des »Gesetzes der Anziehung« ist, das manchmal als »The Secret« verpackt und in manchen Kreisen als »Pronoia« bekannt ist. Eine optimistische Einstellung kann tatsächlich die materiellen Umstände verbessern, aber als Christinnen und Christen glauben wir, dass es Gott ist, der die Dinge zum Guten führt, und nicht die Kraft unseres eigenen Unterbewusstseins. Eine positive Grundhaltung hilft allerdings.

Deep Dive: Kann man da von Glück reden?

Du kennst das »Gesetz der Anziehung« noch nicht? Im Grunde ist es der Glaube, dass positive Gedanken das Leben zum Guten wenden und negative Gedanken eben negative Folgen haben werden. Es basiert auf der Idee, dass Gedanken eine Form von Energie sind und dass positive Energie Erfolg anziehen kann.

Selbst wenn sich objektiv nichts in unserem Leben ändert, kann ein Satz wie »Bei mir läuft alles gut« unseren Verstand darauf trainieren, nach dem Positiven zu suchen. Wenn dann gute Dinge passieren, bemerken wir sie, weil wir sie erwarten. Aber die Anhänger des Lucky-Girl-Syndroms bestehen darauf, dass sich die Realität selbst um Sätze wie »alles läuft gut für mich« dreht.

Es gibt einen Präzedenzfall für diese Idee im Christentum. In Römer 8:28 steht das schöne Versprechen, dass »Alles trägt zum Besten derer bei, die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen.« In diesem Sinne gilt für Christen: »Alles ist zu meinem Besten«. Jesus sagt seinen Jüngern auch: »Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet.«

Aber die Mädchen in diesem Video erwähnen Gott nicht und Anleitungen zum Manifestieren beinhalten in der Regel, das Universum um das zu bitten, was wir wollen. Vielleicht beantwortet Gott manchmal die Anrufe des Universums, aber es gibt einen großen Unterschied zwischen dem »Gesetz der Anziehung« und Gebet. Beim »Gesetz der Anziehung« fehlt der Hinweis auf Gott, dem wir als unserem Versorger vertrauen.

Es stimmt auch, dass glücklichere Menschen tendenziell erfolgreicher sind, zumindest laut dieser Studie aus dem Jahr 2022. Das muss aber nicht daran liegen, dass Glück und positives Denken Erfolg »manifestieren« – es könnte einfach sein, dass Menschen mit einer positiven Grundeinstellung eher bereit sind, Dinge auszuprobieren und Risiken einzugehen, die sich dann auszahlen können.

Es gibt viele Aspekte zu diesem Thema, die wir hier nicht beleuchten können, wie die Tatsache, dass die Bibel auch verspricht, dass Christen Leid erfahren werden. Aber wir wissen, dass die Bibel darüber spricht, wie wichtig unser Gedankenleben ist. In vielen Übersetzungen von Sprüche 23:7 heißt es: »Denn wie einer, der berechnend ist, so ist er.« (EÜ) Die Frage ist, wie genau wirken sich diese Gedanken auf unser Leben in der Realität aus?

Fragen, die ein Gespräch mit deinen Teenagern anregen können:

  • Bringt das Denken an positive Dinge immer positive Ergebnisse? Warum oder warum nicht?
  • Kennst du jemanden, der versucht, zu manifestieren? Hat es funktioniert?
  • Glaubst du, dass der Versuch, etwas zu manifestieren, zu Faulheit führen kann? Warum oder warum nicht?
Dieser Artikel wurde vom Axis Creator Team verfasst und im englischsprachigen »Culture Translator« veröffentlicht. Deutsche Version von Andy Fronius.

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