Inspire Einheit 16: Abram – Helfen uns Lügen aus der Klemme?

Wie funktioniert das INSPIRE Curriculum?

In jeder Einheit geht ihr durch mehrere interaktive Diskussionsphasen. Die Diskussionsfragen helfen euch, junge Menschen in ihrem Lesen und Interpretieren der Bibel zu fördern.

Für wen ist INSPIRE gemacht?

  • Für Gruppen mit 6 bis 30 Jugendlichen
  • Für junge Menschen zwischen 11 und 17 Jahren
  • Für Jugendleiter:innen mit wenig Zeit

Wie funktioniert es?

  1. Phase: Herausfinden, was im Text passiert
  2. Phase: Die wichtigsten Teile des Textes identifizieren
  3. Phase: Den Inhalt auf unsere Situation anwenden
  4. Phase: Verstehen, was Gott heute sagt

Ohne Bibel geht’s nicht

Da dieses Curriculum ein Hilfsmittel zum Verstehen der Bibel ist, funktioniert es am besten, wenn jede:r Jugendliche eine Bibel zur Hand hat. Bitte jede Woche jemanden, den Text vorzulesen, während die Jugendlichen mitlesen. Es ist auch praktisch, wenn sie während des Teachings ihre Bibeln offen vor sich haben, sodass sie ihre Antworten auf Textbelege stützen können, und nicht nur raten.

💡
Pro-Tipp: Schau dir als Leiter:in die Fragen und Spiele vorher an, um dich mit Bibeltext, Thema und den Spielen vertraut zu machen.

Andacht

Icebreaker – Alibi

⏱ 10 Minuten

Du gibst bekannt, dass ein Mord begangen wurde. Gib die Zeit und den Ort an und erzähle, was passiert ist (z.B.: Letzte Nacht um 19:45 Uhr wurde ein Mann in der Bibliothek erschossen).

Zwei Personen werden als die Hauptverdächtigen in diesem Mord bestimmt. Sie werden gefragt, was sie in der vergangenen Nacht, zu der bestimmten Zeit, getan haben, also müssen sie ein Alibi erfinden. »Ich war alleine am Fernsehen« ist kein gutes Alibi. Sie müssen also etwas erfinden, das sie zusammen gemacht haben. Sie müssen damit rechnen, einzeln befragt zu werden, damit festgestellt werden kann, ob ihre Alibis standhalten.

Die beiden Verdächtigen verlassen dann den Raum, um ihr Alibi zu erstellen.

Sobald die Verdächtigen aus dem Raum geschickt wurden, müssen sich die Verbleibenden, 10 Fragen ausdenken, die sie stellen können, um zu sehen, ob die Alibis der Verdächtigen Lücken aufweisen.

Spezifische Fragen sind gut, um Informationen zu ermitteln, die auf einer Zeitachse auf einem Flipchart notiert werden können. Am besten sind offene Fragen, die nicht mit einem »Ja« oder »Nein« beantwortet werden können.

Die Jugendlichen, die den Raum nicht verlassen haben, können jedem Verdächtigen 10 Fragen stellen, beide können zusammen in den Raum kommen, aber der eine muss während der Befragung über Kopfhörer Musik hören, damit er nicht mitbekommt, was der andere aussagt. Alternativ kann der andere Verdächtige außerhalb des Raumes beaufsichtigt werden, sodass er nicht hört, was drinnen gesagt wird.

Könnt ihr einen Fehler in ihrem Alibi finden?

Einführung

⏱ 5 Minuten

Letztes Mal haben wir gesehen, wie Abram einen lebensverändernden Moment hatte, der den Rest seines Lebens beeinflussen sollte.  Wir haben gelesen, wie Gott ihm sagte, er solle den Ort verlassen, an dem er aufgewachsen war, und losziehen... irgendwo hin. Gott gab Abram keine klaren Anweisungen, wohin er gehen sollte. Dies erforderte Vertrauen von Abram, und wie wir sehen werden, belohnte ihn Gott für dieses Vertrauen.

Heute werden wir mit allen möglichen kniffligen Entscheidungen oder Problemen konfrontiert, die uns das Gefühl geben, überfordert zu sein (z.B. wenn wir in Schwierigkeiten stecken und nicht wissen, was wir tun sollen, oder wenn wir uns entscheiden müssen, welche Prüfungen wir ablegen oder wo wir unser Praktikum machen sollen, mit wem wir abhängen, mit wem wir ausgehen sollen). Wir werden also sehen, wie Abram reagierte, als er mit einigen großen Entscheidungen und einem Problem konfrontiert wurde, das er allein nicht bewältigen konnte.

Andacht zum Thema »Ehrlichkeit«
Wie oft versuchen wir im Leben, uns einen Vorteil zu verschaffen, indem wir die Wahrheit verdrehen oder ganz offen lügen? Wie oft opfern wir Ehrlichkeit, um anderen einen Schritt voraus zu sein? Mit dieser Andacht hilfst du deinen Jugendlichen darüber nachzudenken, was Ehrlichkeit bedeutet.

Teaching

⏱ 30 Minuten

📖 LEST 1. Mose 12,10-20

Die meisten Menschen reisen von A nach B. Sie haben einen Start- und einen Endpunkt vor Augen. Abram wusste nicht, wohin er ging. Welche überlebenswichtigen Dinge könnten eure Reise beeinflussen? Beschreibt, wie es wäre. (Vielleicht seid ihr ein wenig wie Doktor Strange aus dem Marvel Universum, der regelmäßig neuen Welten und Wesen gegenübersteht und sich großen Herausforderungen stellen muss.)

1. PROBLEM

Abram stößt auf seiner Reise auf einige Probleme. Was war sein erstes Problem? (Vers 10: Es gab sehr wenig zu essen.)
Warum war dies ein Problem für Abram? (Er hatte viele Mäuler zu stopfen.)
Wie viele Menschen hatte er zu ernähren? (Vers 5: Seine Frau Sarai, sein Neffe Lot, seine Diener und viele Tiere.)
Abram wusste also nicht, wohin er ging. Was könnte ein gutes Zeichen von Gott für Abram sein, um den richtigen Ort zu finden? (Reichlich Nahrung, Vorräte und ein angemessener sicherer Ort zum Leben.)
Lebensmittelvorräte sind ein Problem für Abram. Wie beschließt er, dieses Problem zu lösen? (Er geht nach Ägypten.)

2. PROBLEM

Diese Entscheidung ist mit Schwierigkeiten behaftet. Was ist Abrams zweites Problem? (Sie gehen der Nahrung wegen nach Ägypten, aber Sarai, seine Frau, ist wunderschön. Abram befürchtet, dass die Ägypter sie haben wollen und versuchen würden, ihn loszuwerden.)
Inwiefern war Abrams Nervosität gerechtfertigt oder nicht? (Er hätte sich machtlos, ängstlich und überfordert gefühlt, etwas gegen die Ägypter zu tun. Wenn wir uns überfordert fühlen, kann es uns unmöglich erscheinen, zu ändern, was mit uns geschieht.)
Fällt euch eine Situation ein, in der ihr euch machtlos oder überfordert gefühlt oder euch Sorgen darüber gemacht habt, was andere euch antun könnten? (Diskutiert)
Abram hatte also Angst um seine Frau, aber auch um sein Leben. Welchen Grund hatte Abram, sich keine Sorgen zu machen? (Gott hatte ihm einige unglaubliche Dinge versprochen. Gott würde nicht zulassen, dass ihn etwas von seinen Plänen abbringen würde.)
Was unternimmt Abram, um sein Problem zu lösen? (Er lügt.)
Wie zufriedenstellend war diese Lösung für das Problem? (Dieser Plan geht nach hinten los, indem er Sarai als verfügbar erscheinen lässt und dazu führt, dass sie weggeführt wird.)
Was passiert mit Sarai? (Der König will sie zur Frau nehmen.)
Wie hatte sie sich wohl gefühlt? (Hatte sie Angst um ihre Zukunft ohne ihren Ehemann und ihre restliche Familie? Vielleicht fühlte sie sich geehrt, dass sie die Aufmerksamkeit des Königs hatte. Denkt daran, dies waren andere Zeiten und eine andere Kultur! Sie hat sich wahrscheinlich gefragt, was von ihr erwartet wird und wollte einfach nur weg.)
Aufgrund seiner Lügen hatte Abram keine Frau mehr. Aber das Positive war, dass er noch lebte. Glaubt ihr, es wäre anders gekommen, wenn Abram Gott vertraut und die Wahrheit gesagt hätte? Was, denkt ihr, wäre anders gewesen? (Diskutiert. Schaut euch Gottes Verheißung in Vers 3 an.)
Obwohl Abram lügt, um sein Problem zu lösen, scheint am Ende alles in Ordnung zu sein. Ist Lügen in diesem Fall in Ordnung, im Sinne von, alles gut, Ende gut? (Nein. Abram hatte die Gelegenheit, darauf zu vertrauen, dass Gott sich für ihn einsetzen würde, wie er es versprochen hatte. Sarai wäre vielleicht gar nicht erst weggeführt worden und der ganze Stress hätte ihnen erspart bleiben können. Auch die Verbannung aus Ägypten.)

Die Art und Weise, wie Abram dieses zweite Problem beheben wollte, erwies sich als die stressigere und beängstigendere Option, weil er gelogen hatte. Die Dinge sind viel unkomplizierter, wenn wir die Wahrheit sagen und darauf vertrauen, dass Gott auf uns aufpasst.

Was sagt uns Vers 17 über Gott? (Auch wenn Abrams Reise nach Ägypten ein Misserfolg war, war Gott bei seinen Problemen, an seiner Seite. Gott wird seine Macht nutzen, um uns zu helfen, damit wir in seinem Plan auf Kurs bleiben können.)

Zusammenfassung

⏱ 5 Minuten

Abram wusste nicht, wo er hinging, aber diese Erfahrung in Ägypten war eine, aus der er hoffentlich lernen würde! Gott führte ihn. Wir sehen Gottes Führung ein bisschen so, als würde jemand eine Anweisung in kleinen Schritten erhalten. Anstatt alles auf einmal zu erfahren, hatte Abram die Freiheit, dorthin zu gehen, wohin er sich geführt fühlte. Nahrung war ein motivierender Faktor, also ging er dorthin, wo seine Bedürfnisse gestillt werden konnten. Aber Gott war bereit, ihn zu führen, wenn er vom Kurs abkam.

Wenn ich euch zum Beispiel eine Wegbeschreibung zum Fahrradladen in der Stadt gebe, könnte ich sagen: »Fahrt links aus dem Ort heraus, die Hauptstraße hinunter, am Kreisverkehr vorbei, dann an der Ampel links. Er ist dort auf der linken Seite, aber wenn ihr an der Bowlingbahn vorbeifahrt, seid ihr zu weit gefahren!«

Ägypten war zu weit für Abram. Gott wollte, dass Abram in Kanaan bleibt, da dies das Land war, das er ihm versprochen hatte. Manchmal ordnet Gott unsere Umstände so, dass wir in seinem Plan bleiben können.

In der Zukunft werdet ihr mit Entscheidungen konfrontiert, bei denen ihr Gott um Rat bitten werdet. Es könnte ein Job sein, ein Ort zum Leben oder Studieren. »Welches ist der richtige Weg?«, fragt ihr vielleicht. Es kann sein, dass Gott euch dazu inspiriert, das Richtige zu wählen, oder es kann sein, dass Gott nichts sagt. In diesem Fall möchte er, dass ihr selbst entscheidet. Wenn ihr einen Weg wählt, den ihr nicht gehen sollt, wird er euch durch eure Umstände wieder auf den richtigen Weg zurückbringen.

Wenn wir vor schwierigen Problemen stehen, können wir sie zu Gott bringen. So werden sie zu Gottes Problemen. Es ist also weitaus besser, Gott zu vertrauen, wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir es uns erhofft hatten, als uns mit Lügen aus der Affäre ziehen. Was auch immer wir tun, es wird gut herauskommen.

Gebet

⏱ Betet solange es dauert

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