Inspire Einheit 28: Jakob und sein Sohn Josef

Wie funktioniert das INSPIRE Curriculum?

In jeder Einheit geht ihr durch mehrere interaktive Diskussionsphasen. Die Diskussionsfragen helfen euch, junge Menschen in ihrem Lesen und Interpretieren der Bibel zu fördern.

Für wen ist INSPIRE gemacht?

  • Für Gruppen mit 6 bis 30 Jugendlichen
  • Für junge Menschen zwischen 11 und 17 Jahren
  • Für Jugendleiter:innen mit wenig Zeit

Wie funktioniert es?

  1. Phase: Herausfinden, was im Text passiert
  2. Phase: Die wichtigsten Teile des Textes identifizieren
  3. Phase: Den Inhalt auf unsere Situation anwenden
  4. Phase: Verstehen, was Gott heute sagt

Ohne Bibel geht’s nicht

Da dieses Curriculum ein Hilfsmittel zum Verstehen der Bibel ist, funktioniert es am besten, wenn jede:r Jugendliche eine Bibel zur Hand hat. Bitte jede Woche jemanden, den Text vorzulesen, während die Jugendlichen mitlesen. Es ist auch praktisch, wenn sie während des Teachings ihre Bibeln offen vor sich haben, sodass sie ihre Antworten auf Textbelege stützen können, und nicht nur raten.

💡
Pro-Tipp: Schau dir als Leiter:in die Fragen und Spiele vorher an, um dich mit Bibeltext, Thema und den Spielen vertraut zu machen.
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Andacht

Icebreaker – Vervollständige das Quartett – ohne Worte!

⏱ 10 Minuten

Du benötigst ein Quartettspiel (am besten eines mit berühmten Familien oder Persönlichkeiten; es kann aber auch ein Auto-Quartett o. Ä. sein). Gib allen eine Karte. Sie dürfen diese Karte niemandem zeigen. Alle sollen aufstehen und sich umherbewegen, und ohne zu sprechen, müssen sie die anderen Teile ihres Quartetts finden. Je nach Quartett müssen die Spieler mehr oder weniger einfallsreich sein mit ihren Gesten (Für extra viel Situationskomik kannst du »Exploding Kittens« ausprobieren). Sobald sich alle Quartettmitglieder gefunden haben, können sie sich setzen.

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Einführung

⏱ 5 Minuten

Letzte Woche haben wir etwas über Vergebung gelernt. Wir sprachen über Jakob, der zurück ins Land Kanaan geht und seinen Bruder Esau nach 20 Jahren wieder trifft. Jakob hatte erwartet, dass Esau immer noch wütend auf ihn ist, nach all dem, was er ihm angetan hatte, aber Esau hatte ihm verziehen und freute sich, seinen Bruder nach all der Zeit wiederzusehen. Es ist gut, daran erinnert zu werden, wie wichtig es ist, anderen zu vergeben, wenn sie uns verletzt und verärgert haben. Nachtragend zu sein, hilft uns in keiner Weise weiter. Wir überspringen nun wieder ein paar Jahre. Die Familie hat sich inzwischen wieder in Kanaan niedergelassen und Josef, Jakobs Lieblingssohn, ist nun ein Teenager.

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Teaching

⏱ 30 Minuten

📖 LEST 1. Mose 37,1-36

Ist euch schon mal aufgefallen, dass manche Menschen, mit denen ihr in Kontakt kommt, anscheinend mehr mit »negativen Dingen« zu tun haben als ihr? Vielleicht ist es deprimierende Musik, Horrorfilme, ungesunde Online-Vorlieben? Wie ist es, mit solchen Leuten abzuhängen? (Diskutiert).
Warum liebte Jakob Josef mehr als seine anderen Söhne? (Er wurde geboren, als Jakob schon alt war, und außerdem war er der Sohn von Jakobs Lieblingsfrau Rahel).
Wie zeigte Jakob, dass er Josef mehr liebte als die anderen Söhne? (Er machte Josef ein besonderes Gewand mit langen Ärmeln).
Wie reagieren Josefs Brüder auf ihn, als sie diese Bevorzugung sehen? (Sie waren eifersüchtig und hassten ihn und konnten nicht mehr freundlich mit ihm reden. Das sorgte für schlechte familiäre Beziehungen).
Ist es richtig, wenn Eltern Lieblingskinder haben? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn euch so etwas passieren würde? Wie würdet ihr reagieren? (Diskutiert. Es ist leicht, zum falschen Schluss zu kommen, dass deine Eltern ein Kind besonders bevorzugen. Es ist am besten, nichts anzunehmen!).
Was hat Josef getan, das die Situation noch schlimmer gemacht hat? Hätte er seinen Brüdern überhaupt davon erzählen sollen? Gibt es Zeiten, in denen es besser ist, Dinge für sich zu behalten? (Josef hatte einen Traum, der andeutete, dass seine Brüder sich eines Tages vor ihm verneigen würden. Das seinen Brüdern zu erzählen, machte die Situation noch viel schlimmer. Vielleicht gibt es wirklich Zeiten, in denen es besser ist, einfach den Mund zu halten. Diskutiert.).
Nachdem sie auf den ersten Traum negativ reagiert hatten, was war mit dem zweiten Traum? Was ist in diesem Traum passiert, das alles noch schlimmer machte? (Der zweite Traum beinhaltete, dass sich auch seine Eltern vor ihm verneigen, und machte seine Brüder nur noch eifersüchtiger.).
Jakob wies Josef zwar zurecht, aber verwarf er den Traum komplett? (Nein, er dachte darüber nach und fragte sich, was er bedeuten könnte.).

Träume

Wenn man etwas von Gott hört, ist es wichtig zu wissen, ob dies privat (nur für einen selbst), öffentlich (für andere, die dadurch ermutigt werden) oder gemeinschaftlich (für eine Gruppe von Menschen) ist. Es ist okay, anderen von euren Träumen zu erzählen, aber zur passenden Gelegenheit. Es kann vorkommen, dass Leute skeptisch sind und sich über euch lustig machen und wieder andere werden es nicht verstehen. Ein anderes Mal habt ihr vielleicht einen Freund/eine Freundin, der/die so interessiert ist, dass er/sie mehr hören möchte. Menschen einschätzen und ihnen vertrauen zu können, ist wichtig.

Hatte jemand von euch in letzter Zeit einen Traum, der euch etwas zu sagen schien? (Verbringt Zeit damit, über alles zu plaudern, was die Jugendlichen erzählen. Es ist wichtig, dass jede Interpretation auf mehr basiert als nur auf der Aussage »Ich denke, es bedeutet dies«. Was ist der allgemeine Kern der Handlung im Traum und wofür stehen die Schlüsselelemente/Objekte oder Situationen des Traumes?).
Jakob schickt also seine Söhne los, um die Herden zu hüten. Dann bittet er Josef, nachzusehen, ob es ihnen gut geht. Glaubt ihr, dass Josef zum Spion seines Vaters wird? (Diskutiert).
Was geschah, als Josef zu dem Ort kam, an dem seine Brüder sein sollten? (Sie sind nicht da, also fragt Josef einen Mann, wohin sie gegangen sind, und erfährt, dass sie nach Dotan weitergezogen sind. Dann geht Josef hinunter nach Dotan und findet dort seine Brüder.).
Josefs Brüder erkennen ihn, als er auf sie zukommt. Haben sie sich gefreut, ihn zu sehen? Was für einen Plan haben sie ausgeheckt? (Sie waren gar nicht erfreut, als sie ihn auf sich zukommen sahen, und beschlossen, dass es gut wäre, ihn zu töten und seinen Leichnam in einen Brunnen zu werfen. Sie wollten ihrem Vater sagen, dass er von einem wilden Tier getötet worden war.).
Wollten alle seine Brüder Josef töten? (Nein, Ruben wollte ihn einfach in nur in den Brunnen stecken.).
Warum war es Ruben so wichtig, dass sie ihn einfach in den Brunnen warfen? (Er dachte, er könnte zurückkommen, seinen Bruder retten und ihn zu seinem Vater zurückschicken, ohne dass die anderen davon wüssten.).
Was haben die Brüder mit Josef gemacht, bevor sie ihn in den Brunnen geworfen haben? (Sie zogen ihm sein besonderes Gewand aus, das sein Vater ihm gemacht hatte.).
Was geschah, während die Brüder zu Mittag aßen? Was haben sie als Folge davon beschlossen? (Sie sahen eine Gruppe Ismaeliten, die auf dem Weg nach Ägypten waren. Sie schlugen vor, Josef an diese Reisenden zu verkaufen, dann würden sie sich nicht schuldig machen, ihren Bruder getötet zu haben. Immerhin war er ihr Fleisch und Blut.).

Ironischerweise waren es Josefs Träume, die das alles in Gang setzten!

Fanden die anderen Brüder die Idee gut? Wie viel haben sie für den Verkauf von Josef bekommen? (Ja, sie haben 20 Silberstücke für ihn bekommen.).
Wer wurde für 30 Silberstücke verkauft? Gibt es Ähnlichkeiten in den Geschichten? (Jesus wurde von Judas für 30 Silberstücke verraten. Es gibt deutliche Ähnlichkeiten in den Geschichten und Josef wird oft als Vorläufer von Jesus gesehen.).
Ruben war offensichtlich nicht da, als sie Josef verkauften. Was geschah, als er zurückkam und feststellte, dass Josef nicht mehr im Brunnen war? (Er war am Boden zerstört, zerriss seine Kleider und ging zu seinen Brüdern, um zu fragen, was passiert war.).
Was taten die Brüder, um das Verschwinden Josefs für ihren Vater glaubhaft zu machen? (Sie schlachteten eine Ziege und tauchten Josefs Mantel in das Blut, damit ihr Vater denken würde, dass er von einem wilden Tier getötet worden war. Sie taten so, als hätten sie Josefs Mantel gefunden.).
Wie hat Jakob auf die Nachricht reagiert? Meint ihr, sie hätten dann ihr Handeln bereut, als sie sahen, wie am Boden zerstört Jakob war? (Jakobs Herz war gebrochen, er zerriss seine Kleider und war untröstlich, egal wie sehr seine Söhne und Töchter versuchten, ihn zu trösten. Er sagte, er würde über Josef trauern, bis er starb und er weinte um seinen verlorenen Sohn. Die Söhne müssen sich schuldig gefühlt haben, als sie sahen, wie schlecht ihr Vater die Nachricht aufnahm. Alle Handlungen haben Konsequenzen. Wir müssen darüber nachdenken und die möglichen Konsequenzen abwägen, bevor wir etwas unternehmen. Wir müssen auch bedenken, wie sich unser Handeln auf andere auswirkt).
Was ist mit Josef passiert, als er in Ägypten ankam? (Er wurde an Potifar verkauft, der für den Pharao arbeitete.).
Meint ihr, Josef hatte das alles verdient? Glaubt ihr, Josef war schuld an dem, was passiert ist? (Diskutiert).

Zusammenfassung

⏱ 5 Minuten

Josef konnte Recht und Unrecht unterscheiden und lebte auch danach. Leider musste er noch etwas erwachsener werden – er konnte ziemlich nervig sein. Er verpfiff seine Brüder, indem er von ihren bösen Taten berichtete, und machte es dann noch schlimmer, indem er mit den Träumen prahlte, die er von Gott empfangen hatte. Keine Art, sich besonders beliebt zu machen! Angesichts der offensichtlichen Bevorzugung Josefs durch seinen Vater Jakob ist es verständlich, dass seine Brüder ihn nicht mochten und nichts Gutes über ihn sagen konnten.

Das macht es aber nicht richtig, jemandem etwas anzutun! Sie wollten Josef einfach nur loswerden, und ihn zu verkaufen schien zu dem Zeitpunkt eine gute Idee zu sein. Sie würden nicht nur das Lieblingskind ihres Vaters loswerden, sondern auch noch etwas Geld dazu bekommen.

Sie dachten jedoch nicht an die Konsequenzen ihres Handelns. Sie waren wohl schockiert über die Reaktion Jakobs, als er dachte, Josef sei von einem wilden Tier getötet worden. Er war nie mehr derselbe. Zu allem Übel waren sie nicht in der Lage, irgendetwas zu tun, was ihn trösten konnte. Sie hatten die Tat begangen und mussten mit den Konsequenzen leben. Sie konnten es nicht rückgängig machen.

Es ist nicht richtig und kann auch niemals richtig sein, dass ein Elternteil ein Lieblingskind hat und dies den anderen Kindern auch noch so deutlich zeigt. Doch das war die Realität, mit der die Brüder lebten.

Was können wir daraus lernen? Manchmal können unsere Handlungen ganz unbeabsichtigte Folgen haben. Auf der einen Seite haben wir Jakobs Bevorzugung, die sich in den Herzen von Josefs Brüdern als Eifersucht bemerkbar machte. Josef war der zweitjüngste der Brüder und jeder von ihnen hatte das Gefühl, in den Augen ihres Vaters nicht mit ihm mithalten zu können. Sie waren eifersüchtig auf die Liebe ihres Vaters. Diese Eifersucht auf Josef führte dazu, dass sie sich von ihrem Vater abgelehnt fühlten. Josef genoss die Bevorzugung seines Vaters und glaubte wahrscheinlich, er sei seinen Brüdern überlegen. Das erzeugte eine Stimmung, in der Josef gehasst wurde und in der er als Spion für seinen Vater nicht gerade zur Verbesserung der Situation beitrug.

Wenn Dinge wie Angst, Eifersucht und Ablehnung anfangen, sich in unserem Herzen einzunisten, dann werden wir anfällig dafür, dass der Teufel in unserem Inneren zu wirken beginnt. Es mag mit Gedanken beginnen, endet aber immer in Taten. Vielleicht zeigt sich das in rebellischen Aktionen gegen unsere Eltern, in einer Sucht oder in anderen Dingen, die uns die Freude am Leben rauben.

Jesus gibt uns das Gegenmittel, um uns davor zu schützen, dass dieses Böse jemals von uns Besitz ergreift. Dieses Gegenmittel nennt man Vergebung. Die Menschen werden uns durch ihr Verhalten verletzen. Der Teufel wird uns Lügen in den Kopf setzen und so versuchen, uns Angst zu machen, damit er uns und denen, die wir lieben, Schaden zufügen kann.

Ist es an der Zeit, manchen Leuten in eurer Familie Dinge zu vergeben, die sie vielleicht getan oder gesagt haben? Lass nicht zu, dass der Feind in deinem Leben Fuß fassen kann.

6 kreative Gebets-Stationen
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