Disney verspricht mehr LGBTQ+ Inhalte im Rahmen einer großen Inklusionskampagne zu veröffentlichen. Die größte Medienaufmerksamkeit erhielt Disneys Präsidentin für allgemeine Unterhaltungsinhalte, Karey Burke. Sie äußerte sich über ihre beiden Kinder, von denen sich eines als transgender und das andere als queer identifiziert.

Ratgeber: Umgang mit LGBTQ+
Ein praktisches Handbuch zum Thema LGBTQ+, das Eltern und pädagogisch Verantwortlichen beim Einstieg in das Thema LGBTQ+ hilft, Tipps und Materialien für Alltag und Begleitung von Kindern und Teenagern bereitstellt.

Dabei arbeitet Disney schon seit einiger Zeit an Film- und Fernsehprojekten, die ein deutliches Signal für ein diverseres Storytelling senden. Burkes Äußerungen waren Teil einer Kampagne, die Disney kürzlich unter dem Motto »Reimagine Tomorrow« gestartet hat.

Disney hat Berichten zufolge einen homosexuellen Kuss in seinem kommenden »Toy Story«-Spinoff »Lightyear« wieder aufgenommen. Foto Disney/Pixar.

Die Ziele von Reimagine Tomorrow sind viel breiter gefächert, als es diese Kontroverse vermuten lässt. Dazu gehören die Verbesserung der Barrierefreiheit in den Freizeitparks, das Bemühen um Gleichberechtigung bei der Anstellung von Mitarbeiter:innen und die Einführung von Inklusionsstandards für eine vielfältige Vertretung im riesigen Medienimperium der Marke. Da Disney immer mehr darauf achtet, wessen Geschichten sie erzählen, wird es interessant sein zu beobachten, wie sich die Markentreue zum Haus der Maus entwickeln wird.

Erklärung: Disneys Unternehmenswerte

Wenn es auf der Disney-Website »Reimagine Tomorrow« heißt: »Bis 2022 werden 50 % der regelmäßigen und wiederkehrenden Charaktere aus unterrepräsentierten Gruppen stammen«, bedeutet das nicht, dass 50 % der Charaktere lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender sein werden.

Aber angesichts der jüngsten Reaktion der Beschäftigten auf das »Don't Say Gay«-Gesetz in Florida und der Äußerungen von Karey Burke können wir definitiv erwarten, dass wir in naher Zukunft mehr Figuren wie Hawthorne aus Lightyear sehen werden.

Wir können auch erwarten, dass es mehr ethnisch unterschiedliche Charaktere, sowie Charaktere mit Behinderungen geben wird. Der einzige Hinweis auf mehr LGBTQ+-Inhalte auf der »Intentions«-Seite von Reimagine Tomorrow findet sich in einem Bild ganz unten. Aber Burkes Äußerungen haben die Diskussion über Geschlecht und Sexualität in den Vordergrund gerückt – eine Diskussion, die es in unserer Gesellschaft schon seit einiger Zeit gibt.

Im Jahr 2015 schätzten die Amerikaner, dass 23 Prozent ihrer Mitbürger schwul oder lesbisch seien. Tatsächlich bejahten in jenem Jahr nur 3,8 Prozent der Befragten die Frage: »Bezeichnen Sie sich persönlich als lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender?« Wenn jedoch unverhältnismäßig viel Sendezeit in den Medien für Diskussionen und Darstellungen von LGBTQ+ Menschen verwendet wird, gehen viele davon aus, dass diese Identitäten viel weiter verbreitet sind, als sie es sind. Das gilt auch dann, wenn sich 21 Prozent der Generation Z als LGBTQ+ identifizieren.

Wir wissen aber auch, dass Jesus unverhältnismäßig viel Zeit mit denjenigen verbrachte, die von den religiösen Eliten als unrein angesehen wurden. Er erzählte Geschichten, in denen Menschen am Rande der Gesellschaft als Helden vorkamen. Manchmal schien er bewusst Dinge zu tun, die den Pharisäern unangenehm waren. Wenn die Kirche darüber nachdenkt, wie/ob sie sich in den kommenden Jahren mit Disney beschäftigen soll, sollten wir uns auch an den radikalen Charakter unseres Erlösers erinnern – der die Menschheit nicht nur zur Umkehr aufruft, sondern auch die 99 verlässt, um das Eine zu finden.

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Beziehungsfragen zum Thema LGBTQ+ und Disney

Hier sind einige Fragen, die hoffentlich eine Diskussion mit deinen Teenagern anregen:

  • Was hältst du von Disneys Entscheidung, dass 50 % der Charaktere Minderheiten angehören sollen?
  • Glaubst du, dass LGBTQ+ Menschen in den Medien über- oder unterrepräsentiert sind? Was ist mit ethnischen Minderheiten? Menschen mit Behinderungen?
  • Was denkst du, bedeutet es, dass Jesus die 99 verlässt, um das Eine zu finden? Wie würde es aussehen, das heute zu tun?
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