Die 19-jährige Rodrigo gewann bei den Grammys 2022 gleich drei Trophäen. Rodrigos künstlerische Entwicklung bleibt weiterhin spannend. Viele ihrer Songs klingen nach Paramore und dem Pop-Punk der frühen 2000er, aber Rodrigo nennt auch Taylor Swift als eines der größten Vorbilder für ihr Songwriting. Um so passender, dass Rodrigo nach der Preisverleihung einen ihrer goldenen Grammys aus Versehen fallen ließ und direkt kaputt machte – fast genau wie Taylor Swift 2010. Und natürlich passt das Missgeschick auch sonst hervorragend zu der Art von »Superstars«, die Gen Z am meisten interessiert – Persönlichkeiten, die trotz aller Bekanntheit zeigen, dass sie ganz normale Menschen sind.

Olivia Rodrigo dominierte die Musikszene im Jahr 2021. Ihr von Klavierklängen getragenes »Driver's License« und das rockige »Good 4 U« erreichten beide Platz 1 in den internationalen Musikcharts. Ihr Debütalbum »Sour«, das vor allem für ihre Hymnen über junge Liebe und Herzschmerz bekannt ist, befasst sich auch mit schwerwiegenden Themen und brachte ihr sowohl die Anerkennung der Kritiker als auch eine begeisterte junge Fangemeinde ein.

Musikvideo zu »Good 4 U« von Olivia Rodrigo, YouTube
»Das ist der beste Teenager-Song seit Jahren. Ich liebe es. Das Drama, das Gefühl, das Ende der Welt zu erleben, wenn man Liebeskummer hat. Und jemanden, den man geliebt hat, einen Soziopathen zu nennen, nur weil er sein Leben weiterlebt ... das ist alles bringt sie auf den Punkt.« — Eine Jugendliche auf YouTube über »Good 4 U«

Die religiösen Untertöne ihrer Texte

In einem Artikel in der Zeitschrift America hat ein katholischer Religionslehrer die religiösen Untertöne der Texte von Olivia Rodrigo unter die Lupe genommen. In dem Artikel weist er darauf hin, wie trostlos und lustlos viele Schüler:innen der Gen Z ihr Leben empfinden, wenn sie an den Wochenenden die Zeit mit Netflix totschlagen und dabei lieber auf Nummer sicher gehen, anstatt nach Abenteuern zu suchen.

Indem er das Album des Popstars bewusst anhört, gibt uns dieser Lehrer einen Einblick in das Lebensgefühl dieser Generation, und zeigt Wege, wie wir die Liebe Christi an sie weitergeben können.

Was wäre, wenn die Kirche, wie Rodrigo, Wege finden würde, die emotionalen Erfahrungen von Jugendlichen zu verbalisieren und zu validieren? —Mike Tenney
Musikvideo zu »Drivers License« von Olivia Rodrigo, YouTube

Rodrigos Texte sind zwar mit Schimpfwörtern gespickt, lesen sich aber auch mit der Dringlichkeit eines Gebets, wenn sie ihre eigenen Schwächen, Unsicherheiten und Bedürfnisse eingesteht.

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