Livestream zum Abend: Es gibt Zeiten, das ist einfach alles zu viel. Jesus kennt das. Bei ihm ist Platz für dein Chaos – und echte Ruhe mitten im Stress.

📍
Was ist truestory? truestory ist eine Jugendevangelisation von proChrist: An mehreren Abenden, den truestory Nights, erzählen Evangelistinnen und Evangelisten von Jesus und laden Jugendliche ein, ihn kennenzulernen. Was ist dieser Beitrag? Einer der fertigen Abendentwürfe aus dem truestory-Evangelistenheft, das die Evangelisten zur Vorbereitung nutzen. Du findest darin alles für einen kompletten Abend zu einem Thema und Bibeltext: die Lebenswelt der Jugendlichen, den Hintergrund zum Text, mögliche Fragen, einen ausgearbeiteten Predigtaufbau für die beiden Formate »Dialog« und »Bühne« sowie konkrete Reaktionsideen. So kannst du ihn nutzen: als sofort einsetzbare Vorlage für einen eigenen evangelistischen Abend oder Jugendabend, die du frei an deine Gruppe anpasst. Das Video oben ist der Livestream-Mitschnitt dieses Abends.

truestory Abend 03 · Ruhe im Stress

Dieser Abend bietet zwei vollständige Alternativen zum gleichen Thema – wähle die, die zu deiner Gruppe passt: Alternative 1 zu Jesu Worten über das Sorgen (Matthäus 6,25-34) und Alternative 2 zur Stillung des Sturms (Markus 4,35-41).

⚠️
Hinweis: Bei diesem Thema kann es sein, dass Jugendliche über ihre Angstzustände oder Panikattacken sprechen. Weise sie auf jeden Fall darauf hin, sich professionelle Hilfe zu suchen. Viele fühlen sich ihren Angstzuständen hilflos ausgeliefert. Hier sind zwei Übungen, die helfen können und die du ihnen zeigen kannst. Geh sie mit den Jugendlichen einmal durch, damit sie sich die Übungen leichter merken können.
  • Atemübung 7-4-7-4-Atmung: 7 Sek durch die Nase einatmen, 4 Sek Atem anhalten, 7 Sek ausatmen, 4 Sek Atem anhalten; Bei Stressatmung kann es helfen, sich in den Kutschersitz zu setzen: Stütze die Ellenbogen auf die vorderen Oberschenkel, um die Atmung zu erleichtern.
  • Groundingübung 3x3x3: Benenne drei Mal drei Dinge, die du sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen kannst. (3 Dinge, die du fühlst: Boden, Kleidung,…), 3 Dinge, die du hörst, 3 Dinge, die du siehst)

Alternative 1: Matthäus 6,25-34 (Sorgen)

Hörerperspektive zum Thema

Je nachdem, wie gut die Eltern verdienen, kennen die Teens materielle Sorgen. Die einen sehen, wie die Werbeprospekte nach Sonderangeboten durchsucht werden. Da nimmt sich ein Teenager mit seinen Wünschen vielleicht eher zurück und fragt sich: »Darf ich mir das neue Handy wirklich wünschen oder mach ich damit noch mehr Probleme?« Oder aber: »Wie kann ich selbst Geld verdienen, damit ich mir die Shoppingtour mit meinen Freunden leisten kann?« Für die anderen gehören Ski- und Sommerurlaub fest zum Jahresprogramm und sowieso sind Geldsorgen nicht das Thema. Doch auch wenn Teens materiellen Mangel nicht kennen, so erleben sie, wie eine Krise die nächste überlagert und das bereitet Sorgen: Weltpolitisch kann sich Deutschland nicht mehr so sehr in Sicherheit wiegen, innenpolitisch finden Meinungskämpfe statt, eine gesichert rechtsextreme Partei wird immer stärker und in klimaaktivistischen Gruppen vermehren sich Burn-Out und Resignation. Auf Social Media sind politische Gruppen und Parteien aktiv, die Jugendliche abholen und ansprechen wollen. Zuhause äußern Eltern, was sie von Inflation und Einwanderung halten, weil die Themen nah herangerückt sind. In der Schule wird aktuelle Politik thematisiert.

Natürlich ist auch der Schulalltag ein nahrhafter Boden für Sorgen. Es gibt Druck, gewisse Noten zu schaffen, abzuliefern, zu funktionieren, versetzt zu werden und bei den anderen in der Klasse gut anzukommen. Wir können davon ausgehen, dass Teens eine ordentliche Portion Sorgen und Mental Load mit sich herumtragen – materiell, aber oft auch in Bezug auf Familie, den Schulkontext und/oder im Blick auf die politisch unruhige Situation.

Marie: Wie soll ich den ganzen Lernstoff in meinen Kopf kriegen? Da wird so viel von mir erwartet, ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll. Und selbst wenn: Kann ich nach dem Abi überhaupt noch reisen oder wird es aufgrund von Kriegen zu gefährlich sein?
Finn: Wie kann ich es schaffen, später einmal mehr Geld zu haben als meine Mutter jetzt? Das ist einfach so nervig, dass wir ständig aufs Geld achten müssen. Und dann auch noch jeden Tag nicht wissen, was ich mir diesmal wieder für miese Sprüche über meine Klamotten in der Schule anhören muss.

Evangelium zum Thema

Jesus zeigt viel Verständnis für unsere Sorgen. Er weiß, dass wir Nahrung, Kleidung und Sicherheit brauchen. Doch weil Gott uns versorgt, können wir uns das ständige »Zersorgen« sparen. Das Bild ist das eines Vaters, der die Für-Sorge für seine Kinder trägt. Er übernimmt Verantwortung, schafft Sicherheit und kümmert sich um die Mental Load. Wir erleben: Ich werde gesehen und versorgt. Ich bin Gott wichtig. Das macht Herz und Kopf leichter und setzt Kraft und Kapazitäten frei, die vorher im Sorgen festhingen. Stattdessen wird es leichter, sich wieder mit der Außenwelt zu beschäftigen.

Die Bergpredigt empfiehlt die frei gewordene Energie nicht für sich zu behalten, sondern in Gottes neue Welt und für seine Gerechtigkeit zu investieren. Was ich bin und tue – Kopf, Herz, Hand – kommt dann der Für-Sorge anderer zugute. Wir folgen mit unseren Kräften Jesus, der Nächstenliebe, Versöhnung und Gerechtigkeit vorgelebt hat. Nachfolge heißt mit dem, was wir sind und was wir können, Gottes Traum von einer gerechten Welt mitzugestalten. Weil das auch herausfordernd ist, nimmt der Vater im Himmel die Sorgen um das Alltägliche ab. Wir dürfen im Vertrauen bitten: »Unser tägliches Brot gib uns heute« und wir beten mutig: »Dein Wille geschehe«, im Wissen, Gott handelt und wir mit ihm.

Hintergrund zum Text

Die damalige Arbeitswelt, das Säen und Ernten der Männer sowie das Spinnen der Frauen, wird gleichwertig nebeneinander genannt. Niemand hat Grund zur Sorge. Es geht nicht darum nicht zu arbeiten, sondern darum, zu vertrauen.

»Sorgen« ist das Schlüsselwort des Textes. Mit der Definition des Begriffs steht und fällt die Auslegung. Gemeint ist nicht das vorausschauende Planen oder Vorsorgen. Stattdessen meint Sorgen hier ein aktives sich Mühen, das verbunden ist mit Angst, Kummer oder Schmerz. Sprich, Sorgen, das angstgeleitetes Handeln bedeutet und letztlich nichts anderes ist als der Ausdruck von Existenzangst. Genau diese Angst stellt Jesus in Frage und stellt ihr in Vers 33 das Gottvertrauen gegenüber. Wichtig ist, es geht in diesem Vers nicht um ein Wohlstandsevangelium: »Wenn du alles für Gott gibst, wird es dir gut gehen«. Jesus verspricht nicht Reichtum oder Gesundheit, sondern Grundversorgung. Gottes Fürsorge ist echt – zielt aber nicht auf materielles Luxusleben.

Der Text wurde und wird – wie die ganze Bergpredigt – oft entweder relativiert oder radikalisiert ausgelegt. Beides greift zu kurz. Der Abschnitt ist unbedingt in seinem Kontext der Bergpredigt zu lesen, dessen Zentrum das Vaterunser ist. Von dort entfaltet sich Jesu Ethik und seine Sicht auf Gott, ein liebevoller fürsorglicher Vater, der sich trotz seiner Macht im Himmel und auf Erden um all unsere Sorgen kümmert und den wir mit Abba, Vater, ansprechen dürfen. Jesus verkörpert und verkündigt, wie Gott den Menschen nahekommt und sich uns zuwendet. Seine Ethik ist ansteckend und verbreitet sich im Schneeballeffekt. Nur was ich selbst an liebevoller Zuwendung empfangen habe, kann ich weitergeben.

Konkrete Bedeutung

Gott unsere Sorgen abzugeben, bedeutet nicht, sie zu verschweigen, sondern sie ihm anzubefehlen und zu überlassen. Sorgen ziehen uns in die Zukunft. Sie rauben uns die Gegenwart und verhindern, dass wir ganz da sein können. Gott unser Sorgen abzugeben, holt uns zurück ins Heute.

Er versorgt dich mit dem, was du brauchst! Keines deiner Bedürfnisse oder Anliegen ist zu klein. Unsere Sorgen, auch um das Alltägliche, abzugeben, macht Kopf und Herz frei, sich auf das zu konzentrieren, was Gott uns vor die Füße legt. So können wir unsere Prioritäten (neu) ordnen: Gott lieben und sein Verständnis von Gerechtigkeit an erste Stelle setzen. Dabei vertrauen wir darauf, dass Gott unsere Bedürfnisse (nicht Wünsche!) kennt und sich darum kümmert. So bitten wir zuversichtlich beispielsweise um gute Freundschaften, um Mut für den nächsten Schritt, um Lösungen, wo wir nur Berge sehen.

Sorgen abzugeben kann ein Prozess sein. Denn manchmal sprechen wir Sorgen aus und nehmen sie gleich wieder mit. Aber wir können üben loszulassen. Zum Beispiel bei einem Spaziergang in der Natur: wir führen uns vor Augen, wie Gott sich um die Natur kümmert und geben unsere Sorgen im Gebet ab.

Marie: Wenn ich ernst nehme, dass Gott für mich sorgt, dann müsste ich nicht mehr ständig so tun, als wäre alles perfekt. Ich könnte ehrlich sein, auch mit meinen Schwächen. Und das fühlt sich irgendwie leichter an, als dauernd ne Maske zu tragen.
Finn: Wenn Gott sich echt um meine Sorgen kümmert, würde ich viel entspannter durch den Alltag kommen. Dann würden mich die Geldsorgen meiner Mum nicht mehr so runterziehen. Und ich hätte weniger Angst davor, in der Schule gemobbt zu werden. Ich könnte dann einfach vertrauen, dass Gott mich und meine Familie im Blick hat.

Zielgedanke

Gott sieht mich und kümmert sich um mich. Weil er das tut, entsteht Raum in mir, mich für das einzusetzen, wofür Gott mich gebrauchen will: eine Welt mitzugestalten, wie er sie sich gedacht hat.

Dialog

Einleitung in den Text

Du scrollst im Feed und siehst Bilder vom Anschlag, liest von einer Naturkatastrophe und dass die Preise wieder gestiegen sind. Deine Eltern streiten sich lautstark und dein Bruder hört so laut Musik, dass du dich eh nicht aufs Lernen konzentrieren kannst. Der Mathetest morgen ist aber wichtig, sonst kriegst du Stress. Du hast so viel um die Ohren und dann auch noch die Zukunftsaussichten – dein Schädel brummt vor lauter Sorgen. Wie soll das alles werden, wenn es jetzt schon so anstrengend ist? Jesus hat einen Vorschlag für dich, der alles auf den Kopf stellen könnte.

Mögliche Fragen

  • Warum verhungern heute noch Menschen, wenn Gott doch versorgt?
  • Wenn Gott sich kümmert, warum passiert dann so viel Schlimmes auf der Welt?
  • Heißt das, wir brauchen nicht zu arbeiten, wenn Gott auch die nicht arbeitenden Vögel ernährt?
  • Wer sind Heiden? Wer ist Salomo?
  • Wieso werden die Blumen im Ofen verbrannt?
  • Was ist, wenn ich mir trotzdem Sorgen mache?
  • Sich um die Zukunft sorgen hat doch auch was Gutes, weil ich da Verantwortung übernehme. Wieso ist Jesus da so dagegen?
  • Wie ist Vers 33 gemeint? Kann man Gott darin austesten?

Ideen für den Schlussimpuls

Sorgen können zu einem Karussell werden, in dem einem schwindelig wird. Sich Gedanken zu machen, ist eigentlich etwas Gutes. Es zeigt, dass mir Dinge wichtig sind, dass ich mich kümmere. Doch wenn die Angst so groß wird, dass ich nicht mehr klar denken oder schlafen kann oder sogar die Luft wegbleibt, sind Sorgen keine Helfer mehr, sondern Hindernisse und haben zu viel Kraft.

Gefühlt hat das Sorgenkarussell keinen Ausknopf, aber 100 Anknöpfe. Streit der Eltern, fiese Sprüche in der Schule, Klimaungerechtigkeit, schlechte Noten Zukunftsangst, Geldprobleme. Ich zerbreche mir manchmal den Kopf über all das, was ich nicht kontrollieren kann.

Hier kannst du ein Beispiel erzählen, worüber du dir gern mal den Kopf zerbrichst.

Oft reicht schon ein kleiner Auslöser, damit das Gedankenkarussell Fahrt aufnimmt. Doch auszusteigen ist schwer. Sorgen verbrauchen viel Energie. Energie, die uns dann woanders fehlt, um Potential zu entfalten, Fähigkeiten zu nutzen, die Gott uns gegeben hat oder Kreativität auszuleben. Kreativität, Mut, Freude – all das rutscht oft nach hinten, wenn Angst vorn sitzt.

Jesus spricht in dieses Gefühl hinein. »Sorgt euch nicht.« Klingt einfach, ist es aber gar nicht. Jesus sagt das aber gar nicht, weil er uns kritisieren will, sondern weil sein Herz voller Fürsorge ist. Mit den Beispielen von Blumen und Vögeln macht er klar: Du bist nicht allein. Gott sieht dich! So wie er sich um die Vögel kümmert und die Blumen verschwenderisch schön macht, sorgt er sich noch viel mehr um dich. Jesus kennt dich. Er weiß, was du brauchst. Er behält den Überblick auch da, wo du Chaos siehst. Das macht ihn zum besten Ansprechpartner für deine Sorgen. Jesus ist aktiv: Er lädt dich ein, deine Lasten abzugeben. Nicht weil sie unwichtig wären, sondern weil sie bei ihm sicher sind. Sorgen zu teilen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vertrauen. Wie sieht das praktisch aus?

  1. Benenne, was dich belastet. Finde Worte und schreib’s auf. Sprich mit jemandem und erzähl es Jesus - ehrlich und ungefiltert.
  2. Sortiere, was du beeinflussen kannst und was nicht. Für das, worauf du keinen Einfluss hast, sag bewusst zu Gott: »Ich geb dir das ab. Kümmer du dich drum.«
  3. Ersetze Sorgen durch Vertrauen. Das geht nicht sofort, aber du kannst es täglich üben. Erinnere dich, dass du nicht allein bist. Vielleicht mit einem Vers wie: »Euer Vater weiß, was ihr braucht.« Schreib ihn dir auf, mach ihn zum Handyhintergrund, bete ihn, wenn sich das Karussell wieder dreht.

Ein letzter Tipp steckt noch im Text, den ich sehr mag: Jesus lenkt den Blick nach außen: auf die Vögel und Blumen. Natur hilft! Handy aus, Augen auf. Schau hin, was du entdeckst. Du wirst einen Schöpfer erkennen, der verschwenderisch schön und großzügig gestaltet. Dieser Gott kümmert sich auch um deine Sorgen.

Jesus will nicht, dass Sorgen dich auffressen. Er schenkt dir Freiheit, Raum zum Atmen, Leben und Mitgestalten. Wenn wir ihm unsere Sorgen geben, entsteht Platz für Hoffnung. Und unsere Gaben bekommen wieder Raum, um diese Welt positiv zu verändern.

Bühne

Ideen zur Veranschaulichung

  • Umfrage im Raum mit sli.do o.a. zu den Sorgen der Teens (Gib Sorgen vor und lass sie auf einer Skala von 1-10 abstimmen, wie sehr sie sich darum sorgen.)
  • Auf einer PowerPoint verschiedene Falten von Lebewesen der Reihe nach in Nahaufnahme zeigen und raten lassen. Die letzte Folie ist die Sorgenfalte einer Stirn.
  • Inspiriert vom Lied »Sorgenfalter« von der Band Mia: Die Teens können Papierflieger herstellen. Bei der Predigt einen beschrifteten Papierflieger voller Sorgen zeigen oder im Laufe der Predigt was drauf schreiben und weiter falten.
  • Steine, die unterm Kreuz liegen

Möglicher Predigtaufbau

SORGENFALTEN

Mein Leben – ein Jutebeutel. Was ist mir wichtig im Leben? – Beziehungen (Foto von Freunden), Natur (Blume), Feiern (Glas), Spaß (Luftschlange), Familie (Kuscheltier). Darauf möchte ich nicht verzichten (Materialien sollten »zerbrechlich« sein, tu sie währenddessen in den Jutebeutel). Hole dann verschieden große Steine, möglicherweise auch beschriftet, die für einzelne Sorgen stehen. Packe sie in den Jutebeutel. Erhöhe hierbei ggf. das Sprechtempo, um den Sorgenstress verbal zum Ausdruck zu bringen.

Sorgen machen nicht nur Sorgenfalten, sondern sie richten Schaden an. Sie können erdrücken, was uns wichtig ist. Zwei große Steine behältst du in deinen Händen. Dabei erzählst du Beispiele fürs »Gerechtigkeit tun«: wie du versuchst, jemandem im Bus zu helfen, du auf einer Demo bist oder die Spülmaschine ausräumst... Das geht mit Sorgen »in den Händen« wenig bis gar nicht. Wir brauchen einen Ort, an dem die Sorgen gut verstaut sind.

WER IST DEIN SORGENFALTER?

Bei wem sind deine Sorgen gut aufgehoben? Ich kenne keinen anderen außer Jesus, bei dem meine Sorgen wirklich so klein werden und sich in mir was löst. Freunde und Familie können große Schätze sein, aber sie haben in der Regel selbst Sorgen zu tragen. Jemand, der immer genug Platz für deine Sorgen auf seinen Schultern hat, ist Jesus. In einem Lied klingt das so: »Lass mich dein Sorgenfalter sein. Ich falte große Sorgen klein.« Für mich ist Jesus so jemand.

HÄNDEFALTEN

Nimm deine Sorgen und erzähle Gott davon (Nimm den Jutebeutel und bring ihn zum Kreuz). Nimm deine Sorgen und lade alles bei Jesus ab. Das, was dir wichtig ist, soll nicht erdrückt werden (Steine am Kreuz ablegen). Und wenn alles raus ist, kommt die Frage: was nimmst du wieder mit? Lass deine Sorgen bei Gott, aber nimm den Frieden mit, der da ist, wenn jemand Größeres sich um deine Sorgen kümmert. (Hier die positiven Symbole wieder in den Jutebeutel reintun.) Genieß die Stille und Kraft, die es bei Gott gibt: bleib einfach still in seiner Gegenwart. Halte dich Gott hin. Wenn du das jeden Tag z. B. 5-10 Minuten ausprobierst, wirst du merken, wie dich das ruhiger macht und dein Vertrauen zu Gott wächst. Gut möglich, dass dir dann auch nicht mehr die paar Minuten am Tag reichen. Es gibt nichts, was mehr stärkt und beflügelt, als einfach Zeit mit Gott zu verbringen.

Hier kannst du ein Beispiel erzählen, wo dich die Gegenwart Gottes verändert hat. In klösterlichem Stille-Kontext? Oder in ganz anderer Form?

ECHT GERECHT

Jesus will nicht nur unser Sorgenfalter sein. Wir sollen ohne Sorgenfalten das Leben bestreiten. Jesus will uns aber auch dazu gebrauchen, dass die Sorgenfalten dieser Welt kleiner werden. Indem wir ihn in seiner Leidenschaft für eine echt gerechte Welt nachahmen. Er hat das ernst gemeint, dass die Welt ein gerechter Ort sein soll. Gott möchte das nicht ohne dich machen. Dir wurden Talente geschenkt, damit du Teil des »echt gerecht«-Teams wirst. Und das geht am besten, wenn du deine Sorgen nicht mit dir rumschleppst.

Evangelistische Zuspitzung

Es gibt jemanden, der sich für deine Sorgen interessiert. Alles, was dich bedrückt, findet bei Jesus Platz. Er sorgt sich um alles, was dich besorgt. Jesus hat eine Anti-Sorgen-Kampagne gestartet. Er stellt dir den himmlischen Vater vor. Du kannst dir ihn wie einen fürsorglichen, mitfühlenden Vater vorstellen. Er übernimmt Verantwortung für dich. Er nimmt dir deine Sorgen ab. Denn Gott hat so gute Gedanken für dein Leben. Diese sollen Platz haben. Gutes soll in deinem Leben wachsen. Freunde, denen du vertraust. Ein Beruf, der dich glücklich macht. Sich mit deinen Eltern versöhnen. Sorgen machen dich nicht frei, sie lassen dich einfach im Kreis laufen und du bleibst dabei allein. Die gute Nachricht für heute Abend: Du bist damit nicht allein. Jesus hilft dir. Gib ihm deine Sorgen. Damit sie nicht deine Zeit und deine Energie fressen. Sondern du die Kraft für größere Dinge übrig hast, wie mitzugestalten an einer gerechteren Welt, Kraft, um für andere da zu sein, Ungerechtes anzusprechen und die vielen Facetten von Gott kennenzulernen.

Jesus lädt dich ein, das ab heute auszuprobieren. Vertraue Gott, dass er sich um deine Sorgen kümmert. Wirf sie ihm im Gebet hin, wenn sie dich mal wieder auffressen. Jesus drückt den Ausknopf deines Sorgenkarussells und bietet dir an, auszusteigen.

Wenn du möchtest, beginnt heute das Abenteuer »Jesus zuerst«, in dem du deinen Sorgen zeigst, wie Gott ist: sogar die Vögel und Blumen hat er im Blick, wie viel mehr dann dich und mich. Denn wir bedeuten ihm noch viel mehr. Wenn du das möchtest, kannst du dich heute mit einem Gebet für diesen Weg mit Jesus entscheiden. Du kannst aber auch eigene Worte nehmen.

Reaktionsmöglichkeiten

  • Verschieden große Steine liegen bereit und können am Kreuz abgelegt werden bzw. am Stein einen Zettel mit einem Faden festknoten und in Wasserwanne versenken.
  • Jutebeutel bemalen mit dem, was den Jugendlichen im Leben wichtig ist.
  • Steinweitwurf in verschiedene Eimer im Freien.
  • Papierflieger herstellen, mit Sorgen beschreiben und zum Kreuz segeln lassen.

Alternative 2: Markus 4,35-41 (Sturmstillung)

Hörerperspektive zum Thema

Sorgen kennt jeder, aber keiner will sie. Und trotzdem sind sie oft da. Ganz plötzlich. Wie ein Gedanke, der sich festsetzt und nicht mehr loslässt. Viele Jugendliche kennen das: Du liegst abends im Bett und plötzlich geht das Karussell los. Was, wenn ich’s nicht schaffe? Was, wenn ich nicht gut genug bin? Was, wenn alles noch schlimmer wird?

Oft sind es alltägliche Dinge, die Sorgen machen. Manchmal ist es der nächste Mathetest, der Streit mit der besten Freundin, das Gefühl, nicht dazuzugehören, Druck von allen Seiten, schwierige Situationen zu Hause. Und seit Corona hat sich noch etwas verändert: Die Welt wirkt unsicherer, unplanbarer. Zukunftsfragen machen mehr Angst. Auch wegen der Kriege, die nicht zur Ruhe kommen.

Viele Jugendliche haben auch nach Corona nicht aus der Isolation herausgefunden. Sie fühlen sich nach wie vor allein und überfordert. Kein Wunder, dass psychische Belastungen zugenommen haben.

Sorgen fühlen sich an wie ein Karussell im Kopf, das sich immer weiter dreht – und es gibt keinen Ausknopf. Und oft hat man das Gefühl: Ich muss da allein durch. Ich darf mir nichts anmerken lassen. Ich muss stark sein. Aber das macht es nur schlimmer. Wenn Sorgen zu viel Raum bekommen, rauben sie Energie. Sie machen müde, mürbe, antriebslos, nehmen die Freude. Dabei sehnt sich jeder Mensch danach, frei zu atmen, sich sicher zu fühlen – und zu wissen: Ich bin nicht allein mit dem, was mich belastet.

Marie: Ich hab Freunde, aber niemand mit dem ich wirklich ehrlich reden kann. Wenn’s mir schlecht geht, fühl ich mich allein. Wer hört mir zu, wenn ich nicht mehr kann?
Finn: In den Games, die ich zocke, bin ich wer. Kopfhörer auf, Welt aus. Kein Stress, kein Druck, kein Versagen. Da habe ich Kontrolle. Aber sobald ich raus bin, ist alles wieder da – Schule, Sorgen, Chaos im Kopf.

Evangelium zum Thema

Manchmal fühlt sich Gott weit weg an. Besonders, wenn alles zu viel wird. Wenn Sorgen laut sind und sich im Kopf festsetzen. Wenn du schreist, es sich aber anfühlt, als würde niemand antworten. Doch Jesus hört dich. Den Jüngern stellt er eine herausfordernde Frage: »Warum habt ihr solche Angst? Vertraut ihr mir nicht?«

Die Geschichte zeigt, Angst ist menschlich, auch wenn Jesus dabei ist. Aber sie zeigt auch, dass Jesus stärker ist als der Sturm. Jesus ist nicht überfordert von dem, was uns fertig macht. Bei ihm haben alle deine Gefühle Platz. Er sieht dich, wenn du innerlich kämpfst, und kennt die Gedanken, die dich nachts wachhalten. Bei ihm musst du nichts verstecken. Ein Wort von ihm genügt und egal welcher (Gedanken-)Sturm tobt – er muss sich beruhigen.

Vertrauen bedeutet nicht, dass es keine Ängste gibt, aber dass sie nicht das letzte Wort haben und alles bestimmen, weil wir wissen, an wen wir uns mit ihnen wenden können. Und es heißt, du kannst aufhören zu kämpfen, weil Jesus da ist, der dich hält, wenn alles wackelt und Frieden bringt. Er hört deine Sorgen. Er bleibt, wenn es schwierig wird. Er kann Situationen verändern und manchmal verändert er dich mittendrin. Sein Friede ist stärker als Chaos. Seine Gegenwart lässt Sorgen kleiner werden, weil er größer ist als alles, was dich stresst. Bei ihm sind wir sicher - mitten im Sturm!

Hintergrund zum Text

  • Jesus und seine Jünger machen sich am Abend auf den Weg, um auf die andere Seite des Sees Genezareth zu fahren. Zuvor hatte Jesus in Gleichnissen zum Volk gesprochen. Er hatte über das Reich Gottes und das Hören auf Gottes Wort gesprochen. Nun zeigt sich in besonderer Weise, was das bedeutet.
  • Auf dem See Genezareth kommt es wegen großer Temperaturunterschiede zwischen Wasser und umgebendem Landgebiet gegen Abend oder auch nachts zu teils heftigen Wirbelstürmen. Dadurch sind diese plötzlich einsetzenden Stürme, wie in der Geschichte, gefürchtet und die Sturmstillung wird damit zur Lebensrettung.
  • Der See Genezareth wurde damals auch wegen seiner Größe gern als »Meer« bezeichnet. In der Bibel entdecken wir, dass das Meer auch als Ort des Chaos, des Unbekannten und der dämonischen Mächte galt. Aber auch dies: Gott ist stärker (vgl. u. a. Genesis 1; Psalm 107, 23-30).
  • »Macht es dir nichts aus, dass wir untergehen?« – Diese Frage lässt uns den Moment fühlen, wo wir in Krisen mit dem Schweigen Gottes zu kämpfen haben.
  • Warum kommen die Jünger in Not? Die Initiative zur Überfahrt geht von Jesus aus. Und dann schläft er. Vielleicht ist er nach einem anstrengenden Tag müde, vielmehr ist dies aber Ausdruck seiner Souveränität und Sicherheit.
  • Warum tadelt Jesus die Jünger? Die Jünger haben beim Anblick des Sturms vergessen, wer in ihrem Boot ist. Sie sehen den Sturm und vergessen, wer mit ihnen und in ihrem Leben unterwegs ist: Der Sohn Gottes. Glaube und Vertrauen bedeutet mit Gott und seiner Macht zu rechnen. Doch die Jünger sehen nur ihre Hilflosigkeit.
  • Die Jünger entdecken, dass sie sich mit ihrer Angst an Jesus wenden können. Er ist da. Ihm gehorchen sogar die Naturgewalten. Jesus fordert aber auch heraus: »Vertraut mir doch!« Glaube wächst also im Mitgehen.

Konkrete Bedeutung

Mit Jesus unterwegs zu sein bedeutet nicht, dass dein Leben ohne Krisen verläuft. Vielmehr heißt es, dass du in all deinen Stürmen und Krisen nie allein bist. Vielleicht fühlt es sich manchmal so an, als würde Jesus schlafen, während du kämpfst. Doch er hört jedes Wort und er wird aktiv - egal, ob wir ihm Dinge nett sagen oder ihn anschreien. Je öfter wir Jesus im Chaos erleben, desto mehr vertrauen wir ihm unser Leben in allen Lagen an.

Bei Jesus mitten im Sturm sicher zu sein bedeutet, neue Gedanken zu bekommen, wo wir nicht weiterwissen, weil unser Denken ausgesetzt hat. Kraft zum Durchhalten zu bekommen, Frieden im Chaos zu spüren, Mut, obwohl Angst da ist. Und Menschen an deiner Seite, die dich tragen, wenn du es allein nicht schaffst.

Vertrauen, dass Jesus den Sturm stillen kann, bedeutet, ihm jeden Sturm anzuvertrauen: ihn mitreinzunehmen – nicht mehr allein unterwegs zu sein, sondern ihn jede Last tragen zu lassen. Und manchmal reicht das schon, um weiterzumachen, auch wenn Krisen anhalten. Er nimmt uns die Angst, und er zeigt uns einen Weg, damit umzugehen.

Marie: Ich hab’s mal ausprobiert. Einfach abends gesagt, was mich beschäftigt; nicht laut, nur in Gedanken. Ich weiß nicht genau, ob’s was verändert hat, aber irgendwie hab’ ich mich ein kleines bisschen leichter gefühlt. Ein bisschen weniger traurig und ein bisschen weniger allein. Vielleicht hört Jesus ja wirklich zu.
Finn: Ich weiß ja nicht, ob Jesus die Situation in der Schule ändern kann. Als ob er jetzt die anderen zum Schweigen bringt wie den Sturm. Ich mein, cool wäre es. Aber letztens, als die anderen wieder fies waren, hab ich Worship gehört. Ich war zwar noch genervt, aber irgendwie wurde es ruhiger im Kopf. Vielleicht ist Jesus doch näher als ich dachte.

Zielgedanke

Jesus ist stärker als jeder Sturm. Er ist die Ruhe selbst, auch wenn alles tobt. Bei ihm bist du sicher, sogar mitten im Chaos.

Dialog

Einleitung in den Text

Kennst du das? Du musst ein Referat halten und hast Angst dich zu blamieren? Oder du sagst ein Treffen ab und hast Sorge, dass deine Freunde sauer sind. Du schaust Nachrichten und gehst mit einem schlechten Gefühl schlafen. Manche Situationen machen uns richtig zu schaffen. Und dann kommen Sprüche wie: »Wird schon.« »Du schaffst das schon.« Oder: »Du machst das.« Nett gemeint, aber oft hilft das nicht wirklich. Denn manchmal sind wir in Krisen, die echt Angst machen und wir keine Ahnung haben, wie wir da wieder rauskommen. In der Bibel erleben das auch die Jünger, die Freunde von Jesus. Sie sind mit ihm unterwegs und geraten plötzlich in eine Situation, die sie komplett überfordert und in der sie nicht mehr weiterwissen.

Mögliche Fragen

  • Warum will Jesus (mit den Jüngern) ans andere Ufer des Sees fahren?
  • Wieso machen sich mehrere Boote auf den Weg? Und warum werden die nicht mehr erwähnt?
  • Wusste Jesus, dass ein starker Sturm aufkommen würde?
  • Wie kann Jesus schlafen? Merkt er das Schaukeln nicht oder die Unruhe der Jünger?
  • Wieso erwähnt Markus ein Kissen?
  • Jesus bedroht Wind und Wasser: Ist Jesus wirklich so mächtig?
  • Was ist das für eine Stille? Wie kann ich mir das vorstellen?
  • Ist Jesus sauer auf die Jünger?
  • Warum fürchten sich die Jünger vor Jesus?
  • Was kann ich tun, wenn ich mich so hilflos fühle, wie die Jünger damals?
  • Gibt es Stürme, die Jesus nicht stillen kann oder will? – Was ist mit dem in meinem Leben?

Ideen für den Schlussimpuls

Vielleicht kennst du Stürme in deinem Leben. Vielleicht bist du mitten in so einer Situation: Deine Eltern streiten ständig, und du weißt nicht, wie du damit umgehen sollst. In der Schule ist der Druck so groß, dass du kaum noch Luft bekommst. Du kämpfst mit Angst, Einsamkeit oder dem Gefühl, nie gut genug zu sein. Du versuchst durchzuhalten, aber innerlich wächst die Panik.

Einmal hab’ ich mich wie in so einem Sturm gefühlt. Die Situation war… Sieht Gott das überhaupt? Greift er ein? Oder schläft er?

Als die Jünger Jesus aus dem Schlaf geschrien haben, steht Jesus auf. Nicht panisch. Nicht überfordert. Er bleibt ruhig, spricht ein Wort und der Sturm wird still. Jesus ist da. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Er ist die Ruhe selbst. Und so kommt seine Ruhe in den Sturm, sogar mitten im Chaos. Jesus ist stärker als jeder Sturm. Er bleibt ruhig, wenn in dir alles tobt. Er verliert nicht den Überblick, auch wenn du keinen Ausweg mehr siehst. Er ist da, wenn du nach Luft ringst. Er hört dich, wenn du innerlich nach Hilfe schreist. Als Jesus sich mitten in den Wind und vor die Wellen stellt, sind alle Augen auf Jesus gerichtet. Allein das verändert etwas. Wir schauen nicht mehr auf den Sturm, sondern auf den, der größer ist. Manchmal stell ich mir vor, wie ich mich in so einem Sturmmoment genau hinter Jesus stelle. Da steht er - ruhig und gelassen; fängt Wind und Wellen ab und befiehlt ihnen, still zu sein. In seinem Schatten zu stehen, seine Ruhe zu spüren, das gibt mir Sicherheit. Sicher bedeutet nicht immer: Der Sturm hört sofort auf. Vielleicht bleibt das Problem. Vielleicht ändert sich äußerlich erstmal nichts. Aber Jesus ist da – in deinem Boot. Und seine Gegenwart verändert, wie du auf alles schaust: Nicht mehr mit Panik, sondern mit Vertrauen. Jesus passt auf dich auf, egal wie doll das Boot wackelt. Vielleicht kommt nicht alles wieder in Ordnung. Vielleicht kommen deine Eltern nicht plötzlich wieder zusammen. Vielleicht halten nicht alle Freundschaften. Vielleicht erlebst du wie du verletzt wirst. Aber Jesus bleibt. Er hält dich, wenn du selbst nicht mehr kannst. Er ist da – nicht nur um den Sturm zu stillen, sondern um dich hindurchzutragen. Bei ihm bist du sicher – selbst mitten im Sturm.

Drei Schritte, die helfen, Jesus bewusst in die Stürme deines Lebens mit hineinzunehmen:

  1. Benennen: Finde Worte für das, was dich belastet. Schreib’s auf. Erzähl es Jesus. Ehrlich und ungefiltert.
  2. Abgeben: Gib Gott deinen Sturm. Besonders das, wo du dich ohnmächtig fühlst. Zum Beispiel mit dem Satz: »Komm, und still den Sturm.«
  3. Vertrauen üben: Das geht meist nicht sofort, aber du kannst es täglich üben. Erinnere dich, dass du nicht allein bist. Zum Beispiel mit dem Satz: »Hab keine Angst. Jesus ist da. Er stillt den Sturm.« Stell ihn dir sichtbar hin, zum Beispiel auf deinem Handy. Bete die Sätze, wenn der Sturm in dir wieder tobt.

Bühne

Ideen zur Veranschaulichung

  • Schlauchboot – Stell dich beim Predigen in das Schlauchboot und füll Wasser rein. Hol dir Leute dazu, die Wasser reinschütten, während du versuchst es rauszuschöpfen. Als Zeichen dafür, wie wir hilflos gegen unsere Stürme kämpfen. Als zweiten Schritt könnte man noch eine Person als »Jesus« mit ins Boot holen, die die Leute von außen aufhält, weiter Wasser ins Boot zu schütten.
  • Soundkulisse: Während dem ersten Teil des Impulses/der Predigt gibt es Hintergrundgeräusche von Sturm, Wind und Wellen. Als Jesus den Sturm stillt, wird es langsam ruhiger.
  • Ein großes Boot, Wolken und Wellen, z. B. aus Pappkarton. Auf die Wolken und die Wellen werden Stürme geschrieben, die im Impuls/in der Predigt als Beispiele genannt werden. Diese werden dann bei Jesus am Kreuz abgelegt.
  • Der Schrei: Jede Person darf so laut schreien, wie stürmisch sich ihr Inneres gerade anfühlt. Damit es nicht von 0 auf 100 geht, »übt« das Schreien ein paar Mal, zu anderen Fragen wie: Hunger, Schule, irgendwas, auf das eure Gruppe garantiert ausrastet.

Möglicher Predigtaufbau

Geschichte erzählen (zum Beispiel aus der Sicht eines Jüngers, der richtig Panik hatte, als der Sturm aufkam und Jesus dann angeschrien hat.)

Die Jünger haben panische Angst. Das Wasser läuft ins Boot hinein und sie wissen nicht weiter. Wenn das so weitergeht, gehen sie unter. Der See Genezareth war bekannt für plötzliche Stürme. Aber jetzt, mittendrin, spüren sie: Wir sind machtlos.

Auch wir erleben manchmal solche Stürme. Vielleicht nicht auf dem Wasser, aber in unserem Leben. Freundschaften, die zerbrechen. Eltern, die sich trennen. Krankheit. Mobbing. Druck in der Schule. Selbstzweifel. Einsamkeit. Oder auch globale Krisen - Krieg, Katastrophen, Klimawandel. Wir kennen die Themen. Aber wenn wir mittendrinstecken, wird es bedrohlich. Dann fühlt es sich an, als würde Wasser ins eigene Lebensboot laufen. Wir versuchen mit einem Teelöffel gegenzuhalten – aber es reicht nicht. Wir kriegen das Chaos nicht in den Griff. Es fühlt sich an wie ertrinken.

»Jesus, ist dir egal, dass wir untergehen?« Diese Frage schreien die Jünger ihm entgegen. Vielleicht kennst du nicht die exakte Frage, aber das Gefühl, wenn du das Gefühl hast, in deinem Chaos allein zu sein. Wenn du Hilfe brauchst, aber keine Antwort bekommst.

Doch Jesus reagiert. Er steht auf – nicht panisch, nicht überfordert. Er spricht ein Wort – und der Sturm wird still. Nicht, weil es ihm egal war, sondern weil er längst wusste: Alles wird gut. Denn Jesus ist stärker als jeder Sturm. Er ist die Ruhe selbst. Auch wenn alles tobt, verliert er nie die Kontrolle. Auch wenn alles tobt – bei ihm bist du sicher, selbst mitten im Chaos. Manchmal stillt Jesus den Sturm um uns – und manchmal den Sturm in uns.

Vielleicht kommen deine Eltern nicht plötzlich wieder zusammen. Vielleicht schreibst du nicht nur Einsen. Vielleicht halten nicht all deine Freundschaften. Und vielleicht wirst du weiterhin verletzt. Aber Jesus gibt Ruhe und Sicherheit. Er verlässt dich nicht. Er sieht dich. Hört dich und trägt dich durch. Jesus spricht Ruhe in deine Angst. Er macht deine Sorgen kleiner. Sag ihm, was dich schmerzt, deinen Sturm immer wieder anfacht und dir die Luft zum Atmen nimmt.

Wenn wir uns an Jesus wenden, im Sturm, verändert sich unsere Perspektive. Du schaust nicht nur auf das, was dich ängstigt, sondern auf den, der größer ist. Der dich hält. Der mit dir im Boot bleibt. Ich stelle mir manchmal vor, wie ich mich hinter Jesus stelle. Er steht ruhig vor mir, fängt Wind und Wellen ab. Und ich merke, wie seine Ruhe mich erreicht. In seinem Schatten bin ich sicher.

(Beispiel aus dem eigenen Leben, wo Jesus dir Ruhe gegeben hat in einer unruhigen Zeit.)

Evangelistische Zuspitzung

Vielleicht denkst du: Ja, ich will das auch erleben. Vielleicht sehnst du dich danach gehört zu werden und willst nicht länger allein durch den Sturm fahren. Mach es wie die Jünger: Hau Jesus an und sag ihm, dass er sich um deinen Sturm kümmern soll. Stell dich hinter ihn und komm zur Ruhe bei ihm. Er kann das. Er ist da.

Jesus ist übrigens nicht nur ein guter Begleiter in stürmischen Zeiten. Er ist mit seiner Ruhe und seinem Frieden, den er immer mit sich herumträgt, überhaupt ein guter Begleiter. Nicht nur wenn’s im Leben wackelt, auch wenn das Wasser wieder ruhig ist.

Vielleicht möchtest du ihn ja besser kennenlernen, wie es ist, das Leben mit ihm im Boot zu besegeln. Vielleicht bist du heute hier und merkst: Ich will diesen Jesus nicht nur aus der Ferne kennen. Ich will ihn wirklich kennen. Ich will, dass er mein Leben führt, nicht nur meine Krisen beruhigt. Dann sag ihm das. Du brauchst keine bestimmten Worte. Aber vielleicht hilft dir das Gebet, das ihr die letzten Tage schon kennenlernen konntet. Dann sprich es heute doch mit. Jesus ist stärker als jeder Sturm. Auch als der in dir. Und bei ihm bist du sicher – heute, morgen, für immer.

Reaktionsmöglichkeiten

  • Jesus mit ins Boot holen: Man könnte einen Fluss bauen aus mehreren Wasserbehältern hintereinander. Drumherum liegen schon gefaltete Papierboote. Jugendliche könnten zum Fluss kommen und ihre Sorgen auf die Boote schreiben und sie ins Wasser setzen. Als Symbol dafür, dass sie Jesus mit in ihr Boot/in ihren Sturm nehmen wollen.
  • Papierboote: Jeder findet ein Papierboot und Wolken und Wellen auf seinem Platz. Die Jugendlichen können ihre »Stürme« auf die Wellen und Wolken schreiben. Als Reaktion können sie diese dann am Kreuz, bei Jesus ablegen. Am Kreuz steht ein Schild mit »Sei ruhig! Sei still!« Anschließend können die Jugendlichen den Satz: »Hab keine Angst. Ich bin da.«, auf ihr Boot schreiben.
  • Kreatives Schreiben oder Malen: Lass die Jugendlichen aufschreiben oder zeichnen, wie ihre Stürme aussehen und was es für sie bedeutet, bei Jesus sicher zu sein.